10.11.2020 - 11:22 Uhr
MantelOberpfalz

Acht Millionen Euro für neue Bioabfallvergärungsanlage auf der Mülldeponie Kalkhäusl

Auf der Mülldeponie Kalkhäusel werden schon bald viele Millionen Euro verbaut. Dort entsteht auf einer Fläche von 2,5 Hektar die neue Bioabfallvergärungsanlage für die Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und die Stadt Weiden.

In der Nachbarschaft der Gebäude der Sickerwasseranlage entsteht auf einer Fläche von 2,5 Hektar die neue Bioabfallvergärungsanlage für die Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und die Stadt Weiden.
von Eva SeifriedProfil

Markus Sporrer von der SM-Energy GmbH stellte dem Marktgemeinderat Mantel ein acht Millionen Euro teures Projekt vor: eine Bioabfallvergärungsanlage für die Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und die Stadt Weiden. Unterstützung erhielt er von Boris Damzog, Vorsitzender der ZukunftsEnergieNordoberpfalz-Genossenschaft (Zeno). Bisher wird der Biomüll aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN bis nach Oberfranken und Thüringen gefahren. Die Kapazität dieser Anlagen dort sei an der Grenze angelangt. Auch seien die Kommunen mit Klärschlämmen überlastet, hörten die Marktgemeinderäte von den beiden Experten.

Die Lösung des Problems sei die Errichtung einer regionalen Bioabfallvergärungsanlage – ein Gemeinschaftsprojekt mit Bürgerbeteiligung aus der Region über die existierenden Energiegenossenschaften. Zudem beteiligten sich weitere regionale Partner und Kommunen, erklärten die Referenten.

Eine große Hilfe für die Gemeinde sei auch der Bau einer Klärschlammtrocknung. Die Bioabfälle werden weiter aus den Haushalten über die etablierten regionalen Sammelsysteme abgefahren, vor allem Bioabfälle aus den drei genannten Gebietskörperschaften.

Ergänzt wird das ganze durch organische Reststoffe aus Gewerbe und Industrie aus der Region. Es kann auch anfallendes Deponiegas des Kalkhäusls verwertet werden. Durch Vergärung der Organik zu Biogas und Verwertung zu Strom und Wärme könne eine Förderung für die Stromeinspeisung erreicht werden. Pro Jahr können 30.000 Tonnen Bioabfälle und organische Reststoffe angenommen werden, dazu rund 5000 bis 10.000 Tonnen Klärschlamm.

Es wird mit rund 1400 Anlieferungen pro Jahr gerechnet, also pro Tag fünf Lastwagenladungen. Dazu kommen rund 1100 Abtransporte pro Jahr, also ebenfalls fünf Lastwagenladungen täglich, so dass im Schnitt mit einer zusätzliche Verkehrsbelastung von Lkws gerechnet wird. Es sollen fünf bis sechs Vollzeitarbeitsplätze und dazu noch Teilzeitarbeitsplätze entstehen.

Die Anlage könnte im April 2022 in Betrieb gehen, wenn alles planmäßig verläuft, erfuhren die Marträte. Vor allem werde die Kommunen Weiherhammer und Mantel vorrangig durch die Annahme von vorentwässertem Klärschlamm entlastet. Es ist gleichzeitig ein Beitrag zur Kostenstabilisierung der Abwassergebühren für die Bürger angrenzender Gemeinden.

Die beiden Landkreise und die Stadt Weiden werden bei den Entsorgungskosten der Bioabfälle entlastet. Es ergibt sich ein geschlossener regionaler Wirtschaftskreislauf durch Errichtung und Betrieb der Bioabfallvergärungsanlage durch die Energiegenossenschaften aus den Landkreisen Tirschenreuth Neustadt und der Stadt Weiden.

Auf dem Gelände der Mülldeponie Kalkhäusl entsteht die neue Bioabfallvergärungsanlage auf einer Fläche von 2,5 Hektar.

Entwicklungsmöglichkeiten ergäben sich durch Errichtung von Nahwärmenetzen oder Blockheizkraftwerken. Als Chance und wichtiges Projekt für die Region bezeichnete CSU-Fraktionssprecher und zugleich Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger die Anlage. Bürgermeister Richard Kammerer dankte bei Markus Sporrer für seine Ausführungen. Kammerer hätte das Projekt gerne allen Bürgern in einer größeren Versammlung vorgestellt, das sei aber in Zeiten der Corona-Pandemie nicht möglich.

Dritter Bürgermeister Johann Gurdan erkundigte sich nach möglichen Geruchsbelästigungen durch die Anlage. Sporrer führt hierzu aus, dass die Abfallannahme in einem geschlossenen System erfolge, die Abluft werde gereinigt. Die Vorgabe von 500 Geruchseinheiten sei als sehr gering anzusehen, von landwirtschaftlichen Betrieben werde mehr ausgestoßen. Sorgen wegen Geruchsbelästigung machte sich auch Daniela Fuhrmann, SPD. Hermann Schröder, AfD, wollte wissen, wo genau auf dem Gelände die Anlage entstehe. Er erfuhr, dass sie hinter der Sickerwasseranlage bis zur Grundstücksgrenze gebaut werde, wo ein Forstweg verläuft. Die Anlage entsteht auf einer Fläche von 2,5 Hektar.

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Luhe-Wildenau
In der Nachbarschaft der Sickerwasseranlage entsteht auf dem Gelände der Deponie Kalkhäusl auf einer Fläche von 2,5 Hektar die neue Bioabfallvergärungsanlage für die Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und die Stadt Weiden.
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