15.07.2021 - 15:07 Uhr
MähringOberpfalz

Viele Gläubige bei Gelöbniswallfahrt zum „Alten Herrgott“ bei Mähring

Seit 175 Jahren gibt es die Gelöbniswallfahrt zum Alten Herrgott. Weihbischof Reinhard Pappenberger appellierte, diese Tradition fortzuführen.

Die sechsjährige Pia Kraus mit einem Gedicht und Erna Weis (links) hießen Weihbischof Reinhard Pappenberger willkommen. Rechts Pfarrvikar Armin Maierhofer.
von Konrad RosnerProfil

Weihbischof Reinhard Pappenberger war am Sonntag aus Regensburg nach Mähring angereist, um bei der 175.Gelöbniswallfahrt zum „Alten Herrgott“ dabei zu sein. Die acht Kilometer lange Fußwallfahrt machte er jedoch nicht mit. Er wartete beim „Alten Herrgott“ auf die rund 30 Wallfahrer, die den Weg von der Pfarrkirche St. Katharina zum „Alten Herrgott“ zu Fuß gingen.

Derweil warteten beim „Alten Herrgott“ auch die Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen. Viele Gläubige hatten sich eingefunden, um bei diesem ganz besonderen Ereignis dabei zu sein. Vor dem Gottesdienst hießen die sechsjährige Pia Kraus mit einem Gedicht und Erna Weis für die Pfarrgemeinde den Weihbischof willkommen. Weis betonte, „heute ist ein Tag der Freude und der Dankbarkeit. Ich hoffe, dass die Bedeutung dieser Wallfahrt noch lange geschätzt wird“.

Die Wallfahrt geht auf ein verheerendes Unwetter vom 6. Juli 1846 zurück, das die gesamte Ernte vernichtete und Häuser beschädigte. Zwei Menschen fanden bei dem Unwetter den Tod. Die Mähringer gelobten damals, alljährlich eine Wallfahrt zum „Alten Herrgott“ zu machen, damit die Gegend in Zukunft vor Unwettern verschont bleibe.

Nach dem Evangelium, vorgetragen von Pfarrvikar Armin Maierhofer, sagte der Weihbischof in seiner Predigt, dass es nicht selbstverständlich sei, eine solche Wallfahrt so lange aufrecht zu erhalten, Es sei die Absicht, einen Vorsatz lebendig zu erhalten.. "In der Not hat man Zuflucht bei Gott gesucht - zurecht“, so Reinhard Pappenberger, der erstmals beim „Alten Herrgott“ war. Dass diese Wallfahrt von Generationen zu Generationen weiter gehe, sei wichtiger, als die Feststellung zu treffen, dass man bei jedem Wetter gegangen sei. Er hoffte, dass auch noch die 200. Wallfahrt hierher stattfinden werde, die kleine Pia werde dann sicher auch dabei sein „und vielleicht ein bisschen für uns beten“.

Die Zeiten seien jedoch schwieriger geworden, die Kirche habe große Sorgen, wie alles weiter gehe. Viele Gläubige, auch bei uns, seien gefährdet. Es bleibe abzuwarten, ob Viele sich weiterhin auf dem richtigen Weg halten. Er appellierte an die Gläubigen, „schaut in eure Geschichte hinein und fragt euch, wohin bin ich gegangen und wem habe ich gedankt“. Gerade die Dankbarkeit dürfe nicht auf der Strecke bleiben, denn sie sei ein sicherer Platz für die Seele. Der Weihbischof weiter, „auch wenn es uns im Geldbeutel nicht fehlt, so fehlt es uns doch sehr im Herzen“. Jeder kenne das Lied „Wer glaubt ist nie allein". Dies stimme, denn wer glaube, lasse niemand allein, so der Prediger, der über die 175. Gelöbniswallfahrt sagte: „Hochachtung für dieses Zeugnis durch 175 Jahre“.

Gesanglich wurde der Gottesdienst vom Chor „Kreuz und Quer“ gestaltet.

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Im Freien vor dem "Alten Herrgott" war der Altar aufgebaut, eingerahmt von den Fahnenabordnungen der Vereine. Im Vordergrund der Chor "Kreuz und Quer".
Weihbischof Reinhard Pappenberger, ein gebürtiger Grafenwöhrer, outete sich, zum ersten Mal hier beim "Alten Herrgott" zu sein.
Viele Gläubige waren zum Festgottesdienst beim "Alten Herrgott" gekommen.

„In der Not hat man Zuflucht bei Gott gesucht – zurecht.“

Weihbischof Reinhard Pappenberger

 

 

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