11.07.2021 - 09:53 Uhr
Luppersricht bei HahnbachOberpfalz

Katzendrama in Luppersricht: Veterinäramt nimmt vier Tiere mit

In Luppersricht sterben Katzen an Seuchen, Verletzungen und Mangelversorgung: Nun hat das Veterinäramt kontrolliert – und Tierrechtsverstöße festgestellt. Doch das Schicksal Dutzender Katzen bleibt ungewiss.

Circa 30 Katzen werden in Luppersricht bei Hahnbach unter teils katastrophalen Bedingungen gehalten. Viele sind verletzt und krank oder haben - wie diese hier - zugeschwollene Augen.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

In unserer Freitagsausgabe vom 9. Juli berichteten wir über schwere Tierrechtsverstöße in Luppersricht bei Hahnbach. Angaben von Nachbarn und des Tierschutzvereins Amberg-Sulzbach zufolge soll eine Bewohnerin dort circa 30 Katzen unter katastrophalen Bedingungen halten – die Tiere sind krank, verletzt, unkastriert und sterben teils unterversorgt auf Grundstücken der Nachbarn. Auf die Frage unserer Zeitung, ob das Veterinäramt ein Einschreiten erwägt und warum bislang nicht mehr passiert ist, erhielten wir folgende Antwort.

„Schlechter Gesundheitszustand“

„Dem Veterinäramt wurde die betreffende Katzenhaltung im Juli 2019 erstmals gemeldet. Seitdem fanden mehrere Kontrollen des Veterinäramts statt.“ Die Behörde, die demnach seit Jahren über die Zustände Bescheid weiß, informiert in der Mitteilung weiter, dass am Freitag – just am Erscheinungstag unseres Artikels – eine amtliche Kontrolle der Haltungsbedingungen in Luppersricht stattgefunden habe. Dabei seien tierschutzrechtliche Verstöße festgestellt worden. Und weiter: „Es wurden vier Tiere, die sich in einem schlechten Gesundheits- beziehungsweise Pflegezustand befanden, im Rahmen einer Ersatzvornahme durch das Veterinäramt der tierärztlichen Behandlung zugeführt.“

Viele offene Fragen

In der Mitteilung wird zugleich um Verständnis gebeten, dass Details zum Zustand, zum Aufenthaltsort der Tiere, zur Kostenübernahme und möglicher Strafen für die Halterin aktuell nicht genannt werden könnten.

Auf Kritik von Anwohnern und Tierschützern, die Behörde habe jahrelang nicht eingegriffen, will das Veterinäramt unter Verweis auf ein laufendes Verfahren ebenfalls nicht eingehen. Wenn vier Katzen von rund 30 beschlagnahmt wurden, stellt sich zudem die Frage, was mit den verbliebenen zwei Dutzend Tieren passiert, die unter ähnlich schlimmen Zuständen dort hausen. Hierzu liegt keine Antwort vor.

Zur Vorgeschichte: In Luppersricht gibt es einen wahren Katzenhorror

Luppersricht bei Hahnbach

 

 

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