09.07.2020 - 15:28 Uhr
Luitpoldhöhe bei AmbergOberpfalz

Stadtteil Luitpoldhöhe soll nicht länger vergessen sein

Die Bewohner der Luitpoldhöhe behaupten von sich selbst, im vergessenen Stadtteil von Amberg zu leben. Seit Jahrzehnten gelobt die Politik Besserung, genauso lang passiert anschließend nichts. Das soll sich aber jetzt ändern.

Der Stadtteil Luitpoldhöhe soll nun endlich aus seiner "Vergessenheit gerissen werden. Das Programm Sozialer Zusammenhalt gilt dem Bauausschuss als das probate Mittel dafür.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Über Jahrzehnte hinweg gab es diese Symbiose: Wohnen in der Luitpoldhöhe, arbeiten in der Luitpoldhütte. Der Stadtteil, der erst seit 1972 zu Amberg gehört, führte lange eine Art Eigenleben. So richtig ist er aber auch später nie in die Stadt hineingewachsen. Der Weg nach oben in Richtung Erzberg war und ist beschwerlich, die Zufahrt aus Amberg, die Dr.-Robert-Strell-Straße, eng und abweisend.

Und so geriet die Luitpoldhöhe im Lauf der Jahrzehnte in Vergessenheit. Ab und zu traf sich eine politische Delegation hier, schüttelte den Kopf angesichts der maroden Straßen und abblätternden Fassaden. Man versprach Abhilfe - und dann ist wieder nichts passiert. Nicht zuletzt, so erinnerte sich Oberbürgermeister Michael Cerny am Mittwoch im Bauausschuss, scheiterte der Ausbau der Infrastruktur an der bis vor kurzem geltenden Straßenausbausatzung. Die Anwohner hätten bezahlen müssen.

Die Luitpoldhöhe soll ein neues Baugebiet bekommen

Amberg

Der nächste Vorstoß

Nun also der nächste, nach Einschätzung der Politik vielversprechende Vorstoß. Die Luitpoldhöhe soll über das Programm Sozialer Zusammenhalt (früher: Soziale Stadt) entwickelt werden. Wobei OB Michael Cerny Wert darauf legte, dass das Soziale im Titel nichts mit einem sozialen Brennpunkt zu tun hat. "Das letzte Bürgergespräch ging vor allem um die Infrastruktur", erinnerte sich der OB an die zu erwartenden Schwerpunkte: Straßen, Kanäle, ÖPNV aber auch schnelles Internet.

Regelmäßiger "Gast" im Viertel ist die Amberger SPD. Deren Vertreter im Bauausschuss, Uli Hübner, erinnert sich an Ortsbegehungen seit 2006. "Umso mehr freuen wir uns, dass endlich etwas vorwärts geht." Und diesmal könnte es tatsächlich klappen, wie Jasmin Hannich, die Leiterin des Bauordnungs- und Stadtentwicklungsamts am Mittwoch andeutete. Immerhin übernimmt das Programm 60 Prozent der förderfähigen Kosten, darunter auch die für die Infrastruktur. "Wir planen auch, die Leute sehr früh mit einzubinden." Ein sogenannter Quartiersmanager wird wohl erst später kommen, trotzdem wollen die Planer sehr früh sehr nahe am Bürger sein.

Der Quartiersmanager sollte nach Ansicht von Rudolf Maier (CSU) aber schon ein Bauexperte und kein Sozialpädagoge sein. "Am wichtigsten ist, dass er Ahnung vom Straßenbau hat", forderte Maier und erinnerte sich als alter Hase im Stadtrat an die gescheiterten Bemühungen um die Luitpoldhöhe in vergangenen Jahrzehnten. "Das ist alles immer im Sande verlaufen." Weil, so ergänzte der Oberbürgermeister, am Ende waren es dann immer die Kosten, die Projekte schon frühzeitig scheitern ließen. Sein Wunsch-Quartiermanager soll vor allem auf das hören, was die Leute wollen. "Ich stelle mir einen vor, der mit den Leuten kann." Also keinen reinen Technokraten.

Hans-Jürgen Bumes (Grüne) als ökologischer Optimist sieht gerade in diesem Bereich gute Chancen über das Programm Sozialer Zusammenhalt. Chancen für alternative Energiekonzepte zum Beispiel. Konkret schwebt ihm hier die Nutzung der Abwärme der benachbarten Luitpoldhütte vor. Einen besseren Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr wünscht sich Bumes außerdem. "Und je früher wir die Leute hier einbinden, desto besser machen sie auch mit."

Der vergessene Stadtteil

Schrottplatz kein Anziehungspunkt

Zunächst aber stehen jetzt erst einmal die erforderlichen Vorplanungen an, für die muss nach der einstimmigen Empfehlung des Bauausschusses vom Mittwoch der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung die Weichen stellen. Aber vielleicht, so ergänzte es Rudolf Maier in der Sitzung, sollte man auch das Umfeld des Viertels genauer unter die Lupe nehmen. "Der Schrottplatz in der Sulzbacher Straße ist mit Sicherheit kein Anziehungspunkt", nannte er ein Beispiel, das die Menschen dort schon lange stört.

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