22.10.2021 - 14:34 Uhr
Liebenstein bei PlößbergOberpfalz

Baustart für Stauseebrücke über Liebensteiner Speicher

Bald ist die alte Brücke über den Liebensteiner Speicher Geschichte. Noch heuer wird das Bauwerk abgerissen, nächstes Jahr an gleicher Stelle neu gebaut. Nun erfolgte der Spatenstich für das Großprojekt.

Am Freitagvormittag erfolgte der Spatenstich für die aktuell größte Infrastrukturmaßnahme der Marktgemeinde Plößberg. Für 11 Millionen Euro wird die Stauseebrücke und die Gemeindeverbindungsstraße erneuert. Im Bild die Planer und Baufirmen sowie Vertreter des Markts Plößberg.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Baustart für die größte Infrastrukturmaßnahme der Marktgemeinde Plößberg: Nach vielen Diskussionen und mehreren Jahren der Planung fand am Freitagvormittag der Spatenstich für die Kompletterneuerung der Brücke über den Liebensteiner Speicher statt. Ab Montag, 25. Oktober, ist die Straße dann für fast ein Jahr gesperrt. Die Brückenbauarbeiten sollen bis Ende November 2022 abgeschlossen sein.

Lange Planungsphase

„Wir mussten drei, vier, fünf Mal umplanen“, sagte Bürgermeister Lothar Müller an Brückenplaner Karsten Uhlig gewandt. Müller blickte auf eine lange Planungsphase und viele Diskussionen zurück, ob die Brücke ausgebaut, nur teilsaniert oder komplett erneuert werden sollte. Mit der Kompletterneuerung habe man die beste Entscheidung getroffen, fand der Bürgermeister. Denn der Stausee habe in der Region eine gewisse Bedeutung hinsichtlich der Naherholung und sei vor allem bei Anglern sehr beliebt.

Auch die Gemeindeverbindungsstraßen seien teils 50 Jahre alt und werden mit saniert. „Da kann man schon mal investieren“, sagte Müller. Bei der Beantragung des Projekts erhielt die Gemeinde noch Stabilisierungshilfe und bekam deshalb einen Zuschuss von 80 Prozent für das Vorhaben. „Zum Glück“, kommentierte Müller. Eine gründliche Planung sei auch wegen der Absenkung des Wasserpegels im Hochwasserspeicher und der umfassenden Umweltbegleitung – die Muschelbergungsaktion – von Nöten gewesen.

Statt fünf Pfeilern nur noch zwei

Seit der Erbauung des Stausees vor 53 Jahren war der Wasserpegel wohl noch nie so niedrig, berichtete Betriebsleiter Sebastian Siller vom Wasserwirtschaftsamt. Ziel war es, das Wasser im Speicher auf 519 Meter über Normalnull abzulassen. Zum Spatenstich betrug der Stau im Speicher 519,07 Meter über dem Meeresspiegel.

Als nächster Schritt wird eine Baustraße errichtet, erklärte Brückenplaner Karsten Uhlig vom Ingenieurbüro K&B-Plan aus Wunsiedel. Dazu wird der schlammige Untergrund bei der Brücke rund zwei Meter tief abgegraben, dann ein Damm aufgeschüttet sowie ein Durchstich für die Waldnaab errichtet.

Die Stauseebrücke mit ihren fünf Pfeilern soll noch heuer komplett abgebrochen werden. Die neue Brücke wird nur noch zwei Pfeiler haben, verriet der Bürgermeister. Mit dem Neubau, für den die Firma Bergauer mit Oberbauleiter Michael Stockbauer und Bauleiter Stephan Brunner verantwortlich zeichnet, könnte noch heuer im Winter begonnen werden. Das neue Brückenbauwerk hat dann nur zwei Brückenpfeiler statt aktuell fünf. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Die Brücke soll bis Ende November 2022 fertig sein.

4,3 Kilometer neue Straße

Teilweise parallel zum Brückenneubau startet die Straßensanierung. Damit wird nördlich der Brücke begonnen, allerdings erst im März/April nächsten Jahres. Heuer wird die Baustelle noch eingerichtet und etwa Rodungen vorgenommen, erklärten die Planer Robert Ernstberger und Andreas Schön vom Ingenieurbüro Bork. Den Straßenbau übernimmt die Firma Tiefbau Hartinger. Die 1,2 Kilometer von Stein bis zur Abzweigung Betzenmühle sind der erste Abschnitt. Danach folgen Stück für Stück die Teilbereiche von der Abzweigung Betzenmühle bis zur Kreuzung bei Schafmühle zum Liebensteiner Speicher, sowie 1,3 Kilometer von Dürnkonreuth bis zur Stauseebrücke.

Da die Brückenbaustelle von Ödschönlind aus angefahren wird, wird die Straße von Ödschönlind bis zum Frankengut als dritter und letzter Bauabschnitt saniert. Die Fertigstellung des letzten Teilstücks ist für Ende Juli 2023 vorgesehen. Die bestehenden Straßen sind zwischen 4,5 und 4,7 Meter breit. Nach dem Ausbau beträgt die Fahrbahnbreite 5,5 Meter. Insgesamt werden Straßen auf einer Länge von 4,3 Kilometern komplett erneuert. Die Straßensanierung kostet rund 6,2 Millionen Euro.

Müller bedankte sich bereits im Vorfeld für die gute Zusammenarbeit und wünschte den Bauarbeiten einen guten Verlauf.

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„Wir mussten drei, vier, fünf Mal umplanen.“

Bürgermeister Lothar Müller

 

 

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