18.07.2019 - 09:50 Uhr
Oberpfalz

Liebe auf den ersten Schluck

In Teil zwei unseres Ratgeber-Themas "Stillen" geht es unter anderem um das Heranführen des Babys an Beikost - und warum Bonding so wichtig für Kind und Mama ist.

Stillen ist nicht nur gesund: Die innigen Momente zwischen Baby und Mama sind ebenfalls unbezahlbar.
von Stefan Puhane Kontakt Profil

"Durch das Stillen habe ich - ganz nebenbei - auch noch eine sehr enge Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können", verrät Mutter Sabine M.

Die 37-Jährige hat zwei Kinder, die dem Stillalter längst entwachsen sind, erinnert sich aber sehr gerne an diese Zeit zurück. Sie habe diese Momente unter anderem deshalb so geschätzt, weil sie sich in den Minuten des Stillens ganz und gar ihrem Kleinen widmen könne.

Inniges Miteinander

Nur nicht verzagen, wenn es mit dem Stillen nicht klappt. Oft helfen schon ein paar wertvolle Tipps zur Stillposition.

"Man taucht ein in ein inniges Miteinander zwischen Mama und Sprössling. Wer bereits größere Kinder hat, weiß, dass diese Zeiten leider immer weniger werden. Das sind Momente, die unbezahlbar sind und eben nie wiederkommen werden."

Genau auf diese fast schon magischen Minuten setzt auch Stillspezialistin Kristina Knorr, wenn sie sich bei Müttern, die daran zweifeln, für das Stillen starkmacht. Grundsätzlich könnten sehr viele Frauen stillen, wenn sie in den ersten Tagen nach der Geburt gut angeleitet werden.

Gerade in den ersten drei Tagen in der Klinik nach der Geburt sollte das richtige Anlegen geübt werden. "Das ist auch entscheidend für die Milchbildung bei der Mutter", weiß die 28-Jährige. Frauen sollten dabei nicht zögern, gezielt nachzufragen - oder sich eben Hilfe dazu holen, sollten sie an Grenzen stoßen. Kristina Deubzer: "Je besser man in dieser Zeit betreut wird, desto leichter tut man sich, wenn man daheim ist."

Intensives Bonding - gleich am Anfang - sei ebenso besonders empfehlenswert. Das enge Band zwischen Mutter und Kind lässt sich vor allem knüpfen, wenn das Baby, nachdem es das Licht der Welt erblickt hat, noch im Kreißsaal eine Stunde lang nackt auf dem Oberkörper der Mutter liegt.

Dabei komme es auch zum ersten Anlegen. "Das sollte jede Mutter probieren, auch wenn sie vorhat, nicht zu stillen."

Viele Abwehrstoffe

Ein wichtiger Grund dafür: Die erste Milch, das sogenannte Kolostrum, enthalte besonders viele Abwehrstoffe.

Auch wenn die Mutter ihrem Schützling diese erste Milch gibt, habe sie danach immer noch 30 Stunden Zeit, zu entscheiden, ob sie stillen wird oder nicht. Abgesehen davon, dass jeder Tropfen Muttermilch in den ersten Lebensjahren zu einer Grund-Immunisierung des Kleinen führt, trägt diese Erfahrung im Kreißsaal oftmals dazu bei, dass Frauen, die ihrem Kleinen eigentlich die Flasche geben wollten, umdenken.

"Sie entscheiden sich nach dem ersten Anlegen um, weil sie sich in ihr Kind verlieben", weiß Kristina Knorr und schmunzelt.

Natürlicher Weg zum Abstillen

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