20.10.2019 - 12:33 Uhr
KulmainOberpfalz

Wehr-Jubilare dringend benötigt

Zum großen Ehrungsabend hatte die Gemeinde Kulmain am Donnerstag ihre vier Ortsfeuerwehren eingeladen. Eine Feuerwehrfrau und zwölf Floriansbrüder erhielten Feuerwehrehrenkreuzen in Gold und Silber.

Den Geehrten dankten gleichfalls die Führungskräfte der vier Ortswehren der Gemeinde. Mit Bürgermeister Günter Kopp (vorne links), Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther, Kreisbrandmeister Florian Braunreuther, Landrat Wolfgang Lippert und Kreisbrandrat Andreas Wührl (von rechts) stellten sie sich zum Gruppenbild.
von Bernhard KreuzerProfil

Alle zu Ehrenden konnte Bürgermeister Günter Kopp in der Schutzhütte von Altensteinreuth begrüßen. 430 Jahre Dienst bei der Feuerwehr haben die 13 Brandschützer geleistet, rechnete das Gemeindeoberhaupt vor. Viele Einsätze, Übungen, Ausbildungsstunden und Leistungen in unterschiedlichster Weise hätten sie in dieser Zeit eingebracht. Dazu kam die ständige Einsatzbereitschaft, um zu helfen.

Sie vermittelten ihr Wissen, wie Schäden verhindert werden können, und mussten traumatische Erlebnisse bei Unfällen mit Verletzten und Toten verarbeiten, hob der Bürgermeister hervor. Für ihn war es deshalb ganz wichtig herauszustellen: "Gut, wenn die Bevölkerung weiß, dass jemand zu jederzeit zur Stelle ist, um zu helfen." Kopp sah in den Aktiven Vorbilder. Statt großer Worte ließen sie Taten sprechen. Respekt und Anerkennung gebühre ebenso der Förderung des Nachwuchses, der Jugend- und Kinderfeuerwehr. "Bleibt bei eurem Handwerk, wir brauchen euch dringend", appellierte der Redner am Schluss.

Die hohe Wertschätzung der Feuerwehrdienstleistenden brachte gleichfalls Landrat Wolfgang Lippert zum Ausdruck. Er versicherte, dass der Landkreis das Feuerwehrwesen sehr ernst nehme. Äußeres Zeichen sei die Verleihung der Goldenen Ehrenamtskarte für 40-jährigen Dienst. "Man kann damit nicht reich werden, aber es ist eine Geste für Vergünstigungen", betonte er.

Lippert zog den Wandel im Feuerwehrwesen der zurückliegenden Jahre nach. Die Einsätze verlagerten sich immer mehr zu technischen Hilfeleistungen, die zwischenzeitlich 65 Prozent im Landkreis ausmachten. Damit verbunden sei ein ständiger Wechsel bei Ausrüstung, Schulung und Ausbildung. Die Feuerwehr ist für den Landkreischef mehr als nur ein Verein mit festen Terminen, zu denen man gehen könne - oder nicht. Bei der Feuerwehr gebe es keine Wahlmöglichkeit und keinen Terminkalender. Zum Einsatz müsse man, wenn man alarmiert werde. Lippert zollte deshalb der Feuerwehr seinen Respekt, diese Verantwortung zu übernehmen.

Einen anderen Schwerpunkt sprach der Landrat an, als er sagte: "Ich weiß, dass wir um den Nachwuchs im Landkreis kämpfen." Er ermunterte deshalb die Geehrten, bei ihren Wehren zu bleiben und die Herausforderungen bei den technischen Erneuerungen anzunehmen. Null-Komma-null Verständnis zeigte er, wenn Wehren bei ihrer Arbeit behindert oder beleidigt werden.

Ein weiteres Schmankerl brachte Kreisbrandrat Andreas Wührl den Geehrten für 40 Jahre Dienst mit: eine kostenlose Urlaubswoche in Bayerisch Gmain. Er stellte das bayerische Feuerwehrwesen mit seinen kleinen Ortswehren als weltweit einmalig heraus. Durch ihre schnelle Verfügbarkeit könnten sie schnell Hilfe leisten.

Info:

Ehrungen

Ausgezeichnet wurden an dem Ehrungsabend für 40 Jahre Feuerwehrdienst mit dem Goldenen Feuerwehrehrenkreuz: Wolfgang Schmidt, Max Weber, Rudi Walter (alle Feuerwehr Zinst), Ernst Braunreuther (Kulmain), Gerhard Reger (Oberwappenöst) sowie Adolf Horn und Bernhard Stich (beide Lenau). Die Auszeichnung in Silber für 25 Jahre erhielten Andreas Pinzer (Zinst), Jürgen Sedlak (Kulmain), Christian Kraus (Oberwappenöst) sowie Markus Bayerl, Jürgen Kukla und Heidi Eberl (jeweils Lenau).

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