28.10.2020 - 17:47 Uhr
KulmainOberpfalz

"Stier von Kulmain" ein heißer Kandidat für Titel "Para-Sportler des Jahrzehnts"

Gerd Schönfelder hat die Chance, einen weiteren Titel zu holen. Der Grund ist ausgerechnet das Coronavirus.

Gerd Schönfelder gewann 2010 bei den Paralympics vier Mal Gold und ein Mal Silber.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Der Deutsche Behindertensportverband sucht die Para-Sportler des Jahrzehnts. Unter den Nominierten ist Skifahrer Gerd Schönfelder aus Kulmain, der aufgrund seiner vielen Titel und Rekorde als aussichtsreicher Kandidat für diesen Titel gilt.

Seit 16 Jahren ehrt der Deutsche Behindertensportverband jährlich den Behindertensportler des Jahres. Alle Athleten haben eines gemeinsam: Sie begeisterten und glänzten mit hervorragenden Leistungen im Para-Sport. Bisher wurden Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften für ihre Erfolge während des zurückliegenden Jahres ausgezeichnet. Durch die coronabedingten Absagen der Weltmeisterschaften, der Paralympics in Tokio und anderer bedeutender Sportveranstaltungen sucht der Verband diesmal nun den "Sportler des Jahrzehnts". Unter den Nominierten ist Skifahrer Gerd Schönfelder aus Kulmain, der 16 Mal Gold bei den Paralympics geholt hat. "Der Nominierung zum Sportler des Jahrzehnts geht die Auszeichnung zum Sportler des Jahres voraus", erzählt Schönfelder. Alle vorgeschlagenen Sportler waren bereits "Para-Sportler des Jahres".

Schönfelder erhielt die Auszeichnung zweimal: 2010 und 2011. Er hatte zuerst bei den Winter-Paralympics in Vancouver viermal Gold und einmal Silber gewonnen und dann im Jahr darauf mit guten Platzierungen bei der Weltmeisterschaft in Italien geglänzt. Bis zu seinem Rücktritt nahm er an sechs Paralympischen Spielen teil und gewann insgesamt 22 Medaillen, davon 16 Mal Gold. Damit ist er weltweit der erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Winter-Paralympics, was ihm auch den Spitznamen "Stier von Kulmain" eingebracht hat.

Über die Nominierung zum Sportler des Jahrzehnts freut sich Gerd Schönfelder. "Es ist eine coole Sache, die Konkurrenz ist aber ganz schön stark", erzählt er. Unter den acht Kandidaten sind unter anderem die Wintersportler Martin Fleig und Georg Kreiter sowie die Leichtathleten Niko Kappel und Markus Rehm. "Ich bin der Nominierte, der am längsten nicht mehr aktiv ist", erzählt Schönfelder, der 2011 seine Karriere beendete.

Über den Sportler des Jahrzehnts kann die Öffentlichkeit noch bis Sonntag, 1. November, abstimmen. "Das geht ganz einfach über die Homepage des Deutschen Behindertensportverbands", erklärt Schönfelder. Da es sich um eine Publikumswahl handelt, ist er "auf viele Unterstützer angewiesen". Neben den acht Sportlern können sechs Sportlerinnen und sechs Mannschaften gewählt werden. Ab dem 23. November werden die Gewinner in einer "Ehrungswoche" digital auf der Internetseite des Verbands und auf der Videoplattform Youtube präsentiert.

Gerd Schönfelder gewann vor zehn Jahren den Riesenslalom (stehend) bei den Paralympics in Vancouver.

Paralympics-Sportler Gerd Schönfelder feierte seinen 50. Geburtstag

Kulmain
Hintergrund:

Zur Person

Gerd Schönfelder ist nicht nur Sportler, sondern auch kommunalpolitisch engagiert.

  • Gerd Schönfelder wurde am 2. September 1870 in Kulmain geboren.
  • 1989 verlor er im Alter von 19 Jahren bei einem Zug-Unfall den rechten Arm und alle Langfinger der linken Hand.
  • Trotz dieses Schicksalsschlags bildete er sich zum Elektrotechniker fort und startete 1990 seine Karriere im Deutschen Paralympics-Skiteam alpin.
  • Schönfelder gewann bei sechs Winter-Paralympics-Teilnahmen insgesamt 22 Medaillen. 16 Mal Gold, 4 Mal Silber und 2 Mal Bronze. Er ist der international erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Winter-Paralympics. Zudem wurde er 14 Mal Weltmeister und 8 Mal Weltcupgesamtsieger.
  • Seit 2006 ist er Ehrenbürger der Gemeinde Kulmain. 2010 bekam er als erster Deutscher den "IOC Disabled Athlete Award".
  • Beruflich ist Gerd Schönfelder als Trainer im Paralympics-Skiteam engagiert und arbeitet in verschiedenen Bereichen im Marketing. Er ist Gemeinderat in Kulmain und Kreisrat im Landkreis Tirschenreuth. Zudem hält er Vorträge, um andere Menschen zu motivieren.
Hintergrund:

Die nominierten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften

  • Para-Sportlerinnen:
    Irmgard Bensusan (Para-Leichtathletik; Sportlerin 2019), Verena Bentele (Para-Ski nordisch; Para-Sportlerin 2010), Andrea Eskau (Para-Radsport, Para-Ski nordisch; Para-Sportlerin 2018), Birgit Kober (Para-Leichtathletik; Para-Sportlerin 2012), Vanessa Low (Para-Leichtathletik; Para-Sportlerin 2016), Anna Schaffelhuber (Para-Ski alpin; Para-Sportlerin 2011, 2013, 2014, 2015, 2017)
  • Para-Sportler:
    Martin Fleig (Para-Ski nordisch; Para-Sportler 2018), Johannes Floors (Para-Leichtathletik; Para-Sportler 2019), Niko Kappel (Para-Leichtathletik; Para-Sportler 2016, 2017), Georg Kreiter (Para-Ski alpin; Para-Sportler 2015), Markus Rehm (Para-Leichtathletik; Para-Sportler 2014), Thomas Schmidberger (Para-Tischtennis; Para-Sportler 2013), Gerd Schönfelder (Para-Ski alpin; Para-Sportler 2010, 2011), Jochen Wollmert (Para-Tischtennis; Para-Sportler 2012)
  • Para-Mannschaften:
    4x100-Meter-Staffel Para-Leichtathletik (Para-Mannschaft 2016, 2017), Goalball Herren (Para-Mannschaft 2019), Para-Radsport-Staffel (Para-Mannschaft 2010), Para Ski nordisch-Staffel (Para-Mannschaft 2018), Rollstuhlbasketball Damen (Para-Mannschaft 2011, 2012, 2014, 2015), Rollstuhlbasketball U22-Herren (Para-Mannschaft 2013)
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