16.07.2021 - 14:32 Uhr
KulmainOberpfalz

Möglicherweise Bodendenkmäler unter künftigem Kulmainer Gewerbegebiet

Der Weg zum Kulmainer Gewerbegebiet "Am Schirnitzbach" ist nicht leicht. Erforderten zunächst Feldlerche und Feldsperling die Aufmerksamkeit der Gemeinde, so ist es jetzt das Landesamt für Denkmalpflege.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vermutet archäologisches unter der Erde des künftigen Gewerbegebietes. Ohne Zustimmung der Unteren Behörde für Denkmalpflege darf nicht gebaggert werden.
von Bernhard KreuzerProfil

Im April lenkten zwei Reviere von Feldlerchen und ein Revier des Feldsperlings auf den künftigen Gewerbegebiet "Am Schirnitzbach" in der Gemeinderatssitzung die Aufmerksamkeit auf sich. Dies werden überbaut, machen aber CEF-Maßnahmen (Maßnahmen für die dauerhafte ökologische Funktion) erforderlich. Am vergangenen Mittwoch ließ nun das Landesamt für Denkmalpflege die Räte aufhorchen.

Diplom-Ingenieur (TU) Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt & Land aus Neustadt/Aisch hatte die Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie betroffener Bürger gesichtet und bewertet. Er betonte, dass das Gewerbegebiet für mittlere und größere Unternehmen geeignet sei. Hinsichtlich des Eingriffes in den Lebensraum von Pflanzen und Tieren sowie das Landschaftsbild seien umfangreiche Ausgleichs- und Gestaltungsmaßnahmen innerhalb oder unmittelbar an den Geltungsbereich angrenzend bearbeitet worden, betonte Rühl. Er vertrat dabei den Standpunkt: "Bauen soll einfacher und nicht komplizierter beziehungsweise nicht teurer werden." Flächen sparen gehöre dazu.

Vorgeschichtliche Nutzung

Allerdings könnte die Forderung des Landesamts für Denkmalpflege Probleme aufwerfen. In seiner Stellungnahme vom Mai verwies das Landesamt auf zwei benachbarte Bodendenkmäler. Rund 100 und 350 Meter in südöstlicher Richtung sind sie entfernt. "Aus den umliegenden Flächen sind zudem Lesefunde vorgeschichtlicher Epochen bekannt. Auch die weitere Umgebung enthält vorgeschichtliche und mittelalterliche Nutzungen", heißt es seitens der Behörde. Vermutet werden deshalb im Geltungsbereich weitere Bodendenkmäler vorgeschichtlicher Zeitstellung. "In solchen Bereichen bedürfen alle Bodeneingriffe einer denkmalrechtlichen Erlaubnis."

Daraus folgerte Matthias Rühl in der Sitzung: "Ein Gewerbegebiet ist nicht vermarktbar, wenn im Untergrund archäologische Funde vermutet werden müssen." Er riet deshalb der Gemeinde, über eine Magnetometerprospektion die künftige Eingriffsfläche mit Zustimmung der Grundstückseigentümer untersuchen zu lassen, damit nicht jeder Bauwerber auf eigene Kosten diese Untersuchung veranlassen müsse. Die Kosten für die Untersuchung des Gewerbegebietes schätzte er auf rund 5000 Euro. Die Räte stimmten zu, Angebote einzuholen.

Ortsschild versetzen

Zu der Forderung des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, das Sichtdreieck bei der Einmündung der Straße beim Friedhof in die Staatsstraße 2665 (Kemnather Straße) freizuhalten, stellte Albert Sollfrank (CSU) den Antrag, das nur einige Meter vor der Einmündung stehende Ortsschild zum Ende der Friedhofsmauer hinaus zu verlegen. Sollfrank begründete dies mit der Gefährdung der Friedhofsbesucher durch noch schnell fahrende Fahrzeuge und einer höheren Sicherheit bei Beerdigungen.

Der namensgebende Bach war selbst auch schon Thema einer Gemeinderatssitzung

Kulmain

Vom Gemeinderat wurde der neue Entwurf des Bebauungsplanes gebilligt. Als weitere Schritte wurden die Anpassung des Flächennutzungsplans und dessen Auslegung beschlossen. Parallel mit dessen Änderung wird das Planungsverfahren für den Bebauungsplan "Am Schirnitzbach" fortgeführt.

"Ein Gewerbegebiet ist nicht vermarktbar, wenn im Untergrund archäologische Funde vermutet werden müssen."

Matthias Rühl

Bis zum Beginn der Friedhofsmauer möchte aus Sicherheitsgründen Gemeinderat Albert Sollfrank das Ortsschild rücken lassen.
Diplom-Ingenieur (TU) Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt & Land aus Neustadt/Aisch legte den neuen Entwurf des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Am Schirnitzbach vor. Bürgermeister Kopp ganz rechts im Bild.
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