20.04.2021 - 10:18 Uhr
KulmainOberpfalz

Kampf gegen Sturzfluten im Gemeindebereich Kulmain

Knapp drei Jahre sind seit dem Starkregenereignis vom Juli 2018 vergangen. Die Folgen mit überschwemmten Kellern, Garagen und vernichteten Gärten in Altensteinreuth und Zinst beschäftigten einmal mehr den Kulmainer Gemeinderat.

In böser Erinnerung ist noch der verheerende Wolkenbruch vom Juli 2018. Vom Westhang des Armesbergs flutete das Regenwasser aus dem Wald über die Wiesen ins Wohngebiet. Keller und Garagen standen unter Wasser. Lockeres Erdreich wurde mitgerissen.
von Bernhard KreuzerProfil

Zur Eindämmung der Gefahr durch Überflutungen hat die Gemeinde Kulmain folgende Pressemitteilung veröffentlicht: "Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft, und er wirkt sich auch im ländlichen Raum und so auch im Gemeindebereich von Kulmain negativ aus." Sturzfluten nach kurzem, aber intensivem und lokal oft eng begrenztem Starkregen seien eine Bedrohung für Mensch und Flur, besonders in den Ortsteilen mit stärkerer Hanglage.

Wasser besser speichern

Die Gemeinde Kulmain habe die Initiative ergriffen, um Lösungen für die Entschärfung lokaler Problemstellen in den Ortsteilen zu finden. Angelehnt an eine Initiative der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung werde unter dem Motto "boden:ständig: Das Machbare jetzt tun!" nun mit Projektbetreuer Stefan Haupt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Tirschenreuth in einer Projektgruppe mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und dem Wasserwirtschaftsamt versucht, Lösungen zu finden, damit die Land- und Forstwirte ihre Flächen so bewirtschaften, "dass sie Wasser besser speichern können und der wertvolle Boden auch dort bleibt, wo er hingehört".

Ziel sei es, dass sich Land- und Forstwirte gemeinsam mit der Gemeinde und der Bürgerschaft dafür engagieren, den Wasserabfluss in der Flur zu bremsen, dezentrale Rückhaltemöglichkeiten zu aktivieren und nach Möglichkeit auch Notablaufkorridore zu schaffen. Weiter heißt es: " Für die Gemeinde Kulmain ist es besonders wichtig, dass die ortsansässigen Bürger und die Land- und Forstwirte von Anfang an in die Überlegungen und Gedankenmodelle eingebunden werden."

Hoffen auf Fördermittel

Kulmain

Im Dezember des vergangenen Jahres habe in Altensteinreuth ein erstes Gespräch der Projektbeteiligten stattgefunden. Es sei eigentlich beabsichtigt gewesen, alle Betroffenen im Frühjahr 2021 zu einer Startveranstaltung mit Informationen und ersten Diskussionen einzuladen. Das sei aber wegen der Infektionsschutzvorgaben derzeit nicht möglich.

Maßnahmen nur einvernehmlich

Um die Zeit zu nutzen, hat das ALE mit mehreren Fachleuten am Montag in und um Altensteinreuth bereits die Bestandssituation dokumentiert und Daten aufgenommen, die für die weitere Arbeit wichtig sind. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt wird dann eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung stattfinden. Die Gemeinde Kulmain wird versuchen, Zug um Zug derartige Projekte auch in anderen Ortsteilen wie Erdenweis, Ölbrunn, Frankenreuth und Witzlasreuth anzustoßen. Grundsatz bei allem Engagement ist laut Kommune aber, dass nur Maßnahmen umgesetzt werden, die einvernehmlich mit den betroffenen Grundstückseigentümern und Fachstellen abgestimmt sind.

In böser Erinnerung ist noch der verheerende Wolkenbruch vom Juli 2018. Vom Westhang des Armesbergs flutete das Regenwasser aus dem Wald über die Wiesen ins Wohngebiet. Keller und Garagen standen unter Wasser. Lockeres Erdreich wurde mitgerissen.
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