07.09.2020 - 12:45 Uhr
KulmainOberpfalz

Erdäpfelklauben wie früher

Kartoffelernte wie früher.
von Arnold KochProfil
Kartoffelernte

Herbstzeit ist Erdäpfelzeit. Viele Ältere werden sich bei diesem Bild noch an ihre Jugend erinnern. Mithilfe bei der Feldarbeit war für viele Leute auf dem Land eine Selbstverständlich- aber auch Notwendigkeit. Vor Beginn der Automatisierung in der Landwirtschaft waren bei vielen Erntevorgängen Handarbeit und Anpacken angesagt. Das Einbringen der Kartoffelernte war arbeitsintensiv. Die ganze Familie, Verwandte und manchmal auch Nachbarn gingen zum Erdäpfelgraben und -klauben mit aufs Feld. Nachdem das Kartoffelbeet mittels eines Pfluges oder Kartoffelroders zerstreut war, sammelten die fleißigen Helfer das früher lebenswichtigste Grundnahrungsmittel in Körben ein. Auf dem sogenannten Bruckwagen oder auch Ackerwagen wurde die Knollenernte abgeladen und mit dem gemütlich dahintuckernden 12er-Fendt oder 15er-Deutz zu Hause im kühlen Kartoffelkeller eingelagert. Als Lohn erhielten die Erdäpfelklauber zumeist einen Sack für die eigene Vorratskammer. Die Kinder freuten sich, nach erledigter Ernte mit dem trockenen „Erdäpfelkreiterer“ ein Kartoffelfeuer auf den Feldern zu entzünden und darin Kartoffeln zu braten. Sie wurden meist samt der schwarzen Schale und dem goldgelben dampfenden Inhalt verzehrt.

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