13.06.2021 - 11:30 Uhr
KulmainOberpfalz

Bürgerhaus in Kulmain: Gemeinde plant Außenanlagen selbst

Die Planungen zu den Außenanlagen für das Bürgerhaus in Kulmain laufen. Nachdem die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro gekündigt wurde, übernahm der Zweite Bürgermeister die Initiative und präsentierte die Ergebnisse dem Gemeinderat.

Vorplatz Bürgerhaus: Ein Baum in der Mitte des Platzes und viel Grün dazu. In diesem Bereich soll die Straße eine weiße Asphaltdecke bekommen und so den Vorplatz räumlich sichtbar machen.
von Bernhard KreuzerProfil

Die Gemeinde nimmt nun die Planung für die Außenanlagen rund um das Bürgerhaus selbst in die Hand. Grund ist die von ihr gekündigte Zusammenarbeit mit dem Regensburger Architekturbüro. "Wenn man schöne Dinge macht, muss auch das, was darunter ist, in Ordnung sein", sagte Zweiter Bürgermeister Albert Sollfrank (CSU) und entdeckte in der Kanalisation mehr als nur eine böse Überraschung.

Nach der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem bisherigen Architekturbüro versuchte die Gemeinde erfolglos einen neuen Planer zu finden, der ohne Verzögerung die Arbeiten hätte fortführen können. Angefragt wurde auch bei den Zwick-Ingenieuren in Weiden bei denen Zweiter Bürgermeister Dipl.-Ingenieur (FH) Albert Sollfrank beschäftigt ist. Aus Personalmangel lehnten sie ab. Der stellvertretende Rathauschef ergriff deshalb selbst die Initiative. Ein Wochenende und eine Nacht setzte er sich mit Kreisfachberater Harald Schlöger zusammen. Das Ergebnis stellte er den Planentwürfen des Regensburger Architekturbüros gegenüber und unterbreitete es am Dienstag dem Gemeinderat.

Barrierefreier Vorplatz

Ziel sei es die Entwurfsplanung so schnell wie möglich abzuschließen, sowie mit der Ausführungsplanung und den Ausschreibungen zu beginnen. Wenn es gut laufe, könnten die Aufträge im August vergeben und mit den Arbeiten im September begonnen werden. In Sollfranks Präsentation wurde klar, dass es den nüchtern gestalteten Eingangsbereich des Bürgerhauses mit einer großen Pflasterfläche und einem Baum in der Mitte, dazu ein von einer Betonplatte überdachten Eingangsbereich, wohl nicht geben wird. Was bleibt, sei der Baum. Den barrierefreien Vorplatz sollen Pflanzbeete und ein wilder Verbund von Graupflaster auflockern. Die einzelnen Bereiche sollen optisch abgetrennt werden. Dem diene auch eine weiße Asphaltdecke des Kirchsteigs im Bereich des Vorplatzes. Inwieweit der Vorplatz selbst noch als allgemeiner Parkplatz genutzt werden kann, sei noch offen. Bislang soll er nur für Rettungsfahrzeuge zugänglich sein. Mobile Poller könnten das ermöglichen.

"Alles unter dem Vorbehalt, dass wir uns das leisten können", sagte Bürgermeister Günter Kopp. Er bezog sich dabei auch auf die Überdachung des Eingangs zum Bürgerhaus. Albert Sollfrank regte hier in seiner Ideenskizze an, den Eingang mit Glas auf einem biege-steifen Rahmen zu überdachen. Was allerdings noch geklärt werden müsse, sei die Statik, so Sollfrank. Stefan Vetter (Freie Wähler) sah in einem Glasdach den Vorteil, dass gegenüber der Betonplatte der Innenraum des Eingangs erhellt würde.

Ausschreibungen bis Ende Juni

Die Frage nach einer besseren Beleuchtung des Vorplatzes warf Bianca Greger (Freie Wähler) auf. Eine endgültige Lösung sei auch hier noch offen. "Mit dem Bayernwerk wurde schon einmal Kontakt für eine zusätzliche Laterne aufgenommen", berichtete Sollfrank. Auf die Gestaltung des Eingangsbereichs zum Bürgerhaus konzentrieren sich die Arbeiten der kommenden Tage. Wunsch sei es, bis Ende Juni mit den Ausschreibungen beginnen zu können. Denn mit der Fertigstellung sei es möglich, alle Räume des Gebäudes nutzen zu können.

Nicht von den aufgetretenen Kanalproblemen berührt sei die Terrasse auf der Ostseite des Bürgerhauses mit dem Zugang über dem Multifunktionsraum. Sie soll gepflastert und mit einer Hecke eingefasst werden. "Je mehr man sich vertieft, wird die Fertigstellung der Außenanlage auf den Sommer 2022 verschoben", befürchtete Sollfrank. Hier seien massive Mängel im Kanalsystem zu beseitigen.

Der Entwurf des Regensburger Architekturbüros enthielt keine großen gestalterischen Elemente für den Innenhof und den Bereich der Terrasse. In Absprache mit dem Schulamt werde die Laufbahn der Schulsportanlage um 40 Meter verkürzt. Dies ermögliche eine bequeme Zufahrt für Rettungsdienste und Lieferanten zum Bürgerhaus und zum Lift der Turnhalle. Gleichzeitig entstehe ein Wendeplatz für größere Fahrzeuge. Die Zufahrt soll laut Sollfrank offen bleiben. Es soll so wenig Fläche wie möglich versiegelt werden. Eingehend erläuterte der Fachmann auch das Konzept Oberflächenwasser bei extremen Niederschlägen sicher abzuführen. Allen drei Entwürfen stimmte der Gemeinderat uneingeschränkt zu.

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Kulmain
Innenhof und Vorplatz Ost: Die Ostseite des Bürgerhauses erhält eine Terrasse und der Innenhof eine bequeme Zufahrt für Rettungsdienste und Feuerwehr. Die 100-Meter-Laufbahn der Schule wird dafür um 40 Meter verkürzt.
Zugang Bürgerhaus: Anstelle einer kalten Pflasterfläche wird mehr Grün den Vorplatz attraktiv machen. Die einzelnen Bereiche werden optisch abgetrennt und der Eingang erhält eine gläserne Überdachung.
100 m Bahn: Um 40 Meter auf 60 Meter wird die 100-Meter-Bahn verkürzt. Damit wird Platz für eine Zufahrt zur Rückseite des Bürgerhauses für Lieferanten und Rettungsdienste.

„Je mehr man sich vertieft, wird die Fertigstellung der Außenanlage auf den Sommer 2022 verschoben.“

Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Kulmain, Albert Sollfrank

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