22.06.2021 - 11:11 Uhr
Kümmersbuch bei HahnbachOberpfalz

Rücksichtslose Besucher der Tierauffangstation in Kümmersbuch parken vogelwild

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Die Tierauffangstation „Das Nest“ ist in Gefahr. Weil die Besucher massenweise nach Kümmersbuch strömen und teilweise vogelwild parken, gibt es ziemlichen Ärger für Hans Weiß, den Besitzer und Betreiber.

Maria und Helmut Steinmetz bringen eine verletzte Taube. Helfer Ronny (Zweiter von links) und Hans Weiß (rechts), der Besitzer der Tierauffangstation, kümmern sich um sie.
von Autor MMAProfil

Hans Weiß, der Besitzer der Tierauffangstation „Das Nest“ in Kümmersbuch ist verzweifelt. Denn aufgrund des massiven Aufkommens an Besuchern in der jüngsten Zeit ist das Parken und die Rücksichtslosigkeit der Besucher ein zunehmendes Problem geworden. Schon hat er nämlich Ärger mit Nachbarn und einigen Anwohnern bekommen, erzählt er gegenüber Oberpfalz-Medien. "Ich kann nicht verstehen, wie man teilweise so katastrophal parken kann", versichert er. Nämlich auf privaten Wiesen, Randstreifen und in Einfahrten. Auch stehen dann Autos teilweise auf beiden Seiten der Zufahrtswege und -straßen, so dass es zu erheblichen Behinderungen gerade auch des landwirtschaftlichen Verkehrs kommt.

Seine Bitte: man solle doch Fahrgemeinschaften zur Vermeidung von mehreren Fahrzeugen bilden, oder Besucher sollen noch besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Wünschenswert wäre auch, dass man den Besuch mit einer kleinen Wanderung verbindet und zum Beispiel den großen Parkplatz unterhalb des Frohnbergs benutzt. Auch im und ums Dorf gäbe es zudem genügend Möglichkeiten, das Auto abzustellen und zur Tierauffangstation zu spazieren.

"Hirn und Rücksicht"

Hans Weiß und sein ehrenamtliches Helferteam bitten um „Hirn und Rücksicht“, wie er sagt. „Es darf auf keinem Fall zu Behinderungen Anderer kommen!“, betont er. "Es ist nicht hinzunehmen, dass es im Fall des Falles weder für einen Krankenwagen, noch für die Feuerwehr kein Durchkommen rund um die Auffangstation gibt. Auch Landwirte haben an manchen Tagen durch das Wildparken keine Chance zu ihren Feldern zu gelangen."

Schon überlegt man sich ernsthafte Gegenmaßnahmen, "zumal es unter den Anreisenden leider auch unverschämte und absolut uneinsichtige Personen gibt", erzählt Weiß. So habe man einmal jemanden angesprochen, warum er denn auf den Rasen eines privaten Grundstücks gefahren sei und lediglich zur Antwort bekommen: „Da ist ein Baum und ich will Schatten für mein Auto!"

"Geschäft" hinterm Holzstoß

Ein weiteres unappetitliches Problem habe sich auch noch aufgetan, rümpft Hans Weiß entsetzt die Nase. Denn hinter einem Holzstoß, der seinem Eingang gegenüber liegt, verrichten zunehmend die Leute ihr Geschäft. Dieses Fehlverhalten der Besucher in den Griff zu bekommen, sei ihm ein wirklich große Anliegen, betont er. Der Eintritt für die Auffangstation sei kostenlos und er wolle auch mit seinen Nachbarn und Dorfbewohnern gut auskommen. Sollte aber das Parkchaos und das Fäkalienproblem weiter bestehen, sehe er sich gezwungen, das „Nest“ für Besucher strikt zu schließen. Dabei sei die Auffangstation sein großes Hobby und oberpfalzweit sehr gefragt. "An manchem Tag bekomme ich über 30 Anrufe wegen verletzt aufgefundener Tiere", erzählt er. Gerade von Mai bis Juli seien das größte Problem Hunde, die frei in der Natur laufen. Mehrere schwerstverletzte Rehe habe man ihm in letzter Zeit gebracht, die nur noch „erlöst“ werden konnten. Auch seien alle Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, dem jeweiligen Jagdpächter zu melden; ansonsten sei dies Diebstahl und damit eine Straftat, warnt Hans Weiß. Auch sollte man aus dem Nest gefallene Vögel nicht sofort aufnehmen, sondern ruhig erstmal etwas „hupfen lassen“ weiß er.

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In letzter Zeit hat das "Nest" manche interessante Neuzugänge wie mehrere gefundene Wasserschildkröten, einen durch Hundebisse lädierten Dachs sowie verletzte Steinmarder, abgestürzte Eichhörnchen, einen Graureiher, einen gesundenden Raufußkauz und seit vier Wochen auch vier junge Störche bekommen. Über 62 verschiedene Arten tummeln sich, soweit behütet wie nötig, auf dem großen Areal in Kümmersbuch. und Alt und Jung kommen wegen der unglaublichen Vielfalt meist nicht aus dem Staunen heraus.

Kamerunschaf Dörte folgt

Eigentlich ist Hans Weiß, den Dörte, ein von ihm mit der Flasche aufgezogenes Kamerunschaf überall hin folgt, ganz und gar glücklich inmitten seiner Tierwelt. "Wenn, ja wenn die Leute bloß ein wenig vernünftiger wären und sich rücksichtsvoller verhalten und parken würden", meint er nachdenklich und doch hoffnungsvoll. Und schon kommt wieder ein Paar mit einer verletzten Taube, die sich seit geraumer Zeit nicht mehr von ihrer Terrasse entfernt hat, wie sie sagen. Hans Weiß und sein ehrenamtlicher Helfer Ronny zögern nicht, sondern nehmen sich sofort des Tieres an.

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