04.08.2020 - 18:58 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Spezial-Auftrag für Kümmersbrucker Soldaten

Das Verladen und Transportieren von Kampfpanzern gehört zum Alltag der 5. Kompanie des Logistikbataillons 472 Kümmersbruck. Doch der Auftrag, den sie nun aus Erfurt bekam, war keine Routine.

von Hans BernreutherProfil

Es war ein ganz besonderer Auftrag, den die 5. Kompanie des Logistikbataillons 472 vom übergeordneten Logistikkommando aus Erfurt bekam: Sie sollte in Ingolstadt vom Hof des Alten Schlosses ein Schiffsgeschütz abholen und zum Muna-Museum im mittelfränkischen Marktbergel bringen. Mit einem Schwerlasttransporter „Elefant“, drei Wechselladerfahrzeugen vom Typ Multi und weiteren Spezialfahrzeugen machten sich die Kümmersbrucker Logistiker auf den Weg nach Ingolstadt zum Bayerischen Armeemuseum.

Ein Geschütz des Zerstörers "Bayern"

Dort stand im Hof des Alten Schlosses, das zum weitläufigen Areal des militärhistorischen Museums gehört, seit mehr als 20 Jahren ein Schiffsgeschütz des Zerstörers „Bayern“. Dieses 134 Meter lange Schiff zählte mit zu den Größten seiner Art in der deutschen Marine. Das Geschütz fristete in Ingolstadt aber eher ein Schattendasein. Es kam wegen des Namens des Zerstörers, der nach dem Freistaat getauft wurde, in die Ausstellung und hatte als Exponat eher symbolische Bedeutung, wie ein Museumssprecher erläuterte.

Auf der „Bayern“, von 1965 bis Ende 1993 mit 280 Mann an Bord auf den Weltmeeren unterwegs, gab es insgesamt vier dieser 100 mm Geschütze. Das Muna-Museum im mittelfränkischen Marktbergel hatte das Ingolstädter Exponat für seine Militärsammlung erworben. Nun musste es an seinen neuen Standort gebracht werden: Für die Soldaten aus der Kümmersbrucker Schweppermannkaserne war dies eine ideale Übungs- und Ausbildungs-Gelegenheit.

Das Logistibataillon 472 im Onetz

Improvisationstalent gefragt

Während es an Bundeswehrfahrzeugen genau festgelegte Verzurrpunkte mit dem erforderlichen Material gibt, waren in diesem Fall Improvisationstalent und Einfallsreichtum gefragt: Eine Situation, wie sie sich gerade in Auslandseinsätzen den Logistikern häufig stellt. Da der Straßentransport des kompletten Geschützes wegen seiner Überbreite nicht möglich war, mussten die Seitenteile demontiert und gesondert auf die Multis verfrachtet werden. Auch der schwere Bodendrehkranz erforderte ein eigenes Transportfahrzeug. Geschütz und Anbauteile wurden in professioneller Zusammenarbeit mit den Soldaten der 4. Kompanie desselben Bataillons erledigt, die ihre eigenen Kranfahrzeuge dabei hatten.

Das zentimetergenaue Abstellen des Schiffgeschützes (immerhin 20 Tonnen schwer) auf dem Tieflader erforderte viel Fingerspitzengefühl vom Kranführer und einen geübten Blick des Einweisers. Das Manövrieren unter und zwischen dicht belaubten Bäumen machte das Ganze nicht leichter. Besonderen Wert legten die Soldaten auf das Fixieren des Turmes, mussten doch am nächsten Tag an die 150 Straßenkilometer zum neuen Aufstellort zurückgelegt werden. Massive Ketten aus Eisen, reichlich Spanngurte und starke Holzbohlen als Unterlage gewährleisteten eine sichere Fahrt dieser außergewöhnlichen Ladung auf Bayerns Straßen. Nach dem erfolgreichen Abladen des Geschützes auf dem Freigelände im Muna-Museum konnten die 18 eingesetzten Soldaten an ihre Einsatzzentrale melden: Auftrag ausgeführt.

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