14.10.2020 - 09:57 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Käthe Gerl (84) rettet alle paar Monate die Welt

Mindestens fünf Mal im Jahr bahnt sich ein 40-Tonner den Weg durch die engen Straßen der Kümmersbrucker Siedlung. Die Nachbarn wissen längst, was dann los ist: Käthe Gerl (84) verlädt wieder Hilfsgüter.

Er mobilisiert die Helfer bei der Verladung: Wolfgang, der Sohn von Käthe Gerl.
von Autor (gri)Profil

"Muss nur noch kurz die Welt retten", heißt ein bekanntes Lied von Tim Bendzko. Wie er das allerdings anfangen will, das verrät der Sänger nicht. Käthe Gerl aus Kümmersbruck ist nicht in der Hitparade vertreten und macht auch sonst nicht groß von sich Reden, aber sie rettet die Welt jeden Monat aufs Neue. Seit nunmehr rund 40 Jahren organisiert die bald 85-Jährige Hilfstransporte in alle Welt. Fünf bis zehn Lastwagen schickt sie pro Jahr auf die Straßen.

Jetzt steuerte wieder ein 40-Tonner den Exerzierhügel an, um mit Kleidern und Gebrauchsgegenständen aller Art vollgeladen zu werden. Der Sattelschlepper fuhr diesmal nach Andorf in Österreich. Dort hat die Hilfsorganisation Ora International ihren Sitz, mit der Gerl seit einigen Jahren zusammenarbeitet. In Österreich werden die Hilfsgüter noch einmal sortiert und Projekten zugewiesen - zum Beispiel in Rumänien, Bulgarien oder Albanien.

Angefangen Sachspenden zu sammeln, hat Käthe Gerl vor etwa 40 Jahren, als ihre Schwester Rita als Ordensfrau nach Brasilien ging. Vom ersten Tag an unterstützte die Familie in Kümmersbruck die Missionsarbeit in Südamerika, schickte sogar Containerladungen über den Atlantik. 2016 ist Schwester Rita im Alter von 81 Jahren gestorben, aber die Spendenaktionen gehen weiter.

Würde Käthe Gerl heute Bilanz ziehen, kämen unglaubliche Zahlen zusammen. Wenn 40 Jahre lang im Schnitt fünf 40-Tonner pro Jahr befüllt wurden, summiert sich das Gewicht der verladenen Güter auf mittlerweile 5000 Tonnen. Im Alter von 84 Jahren denkt Käthe Gerl nicht ans Aufhören. Zahlreiche leere Kisten stehen im Keller des Einfamilienhauses bereit, und die nächsten Spender haben sich bereits angekündigt.

Kleidung und Haushaltswaren für arme Menschen

Und wieder machte ein 40-Tonner in der Kümmersbrucker Siedlung Station. Familie Gerl hat neue Hilfsgüter verladen.
Und wieder machte ein 40-Tonner in der Kümmersbrucker Siedlung Station. Familie Gerl hat neue Hilfsgüter verladen.
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