03.10.2021 - 13:23 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Sterben im Wandel: Neue Friedhofsgebührensatzung in Krummennaab und Thumsenreuth

Für die Friedhöfe in Krummennaab und Thumsenreuth ist seit Anfang August eine neue Friedhofsgebührensatzung in Kraft getreten. An einigen Stellen wird das Sterben teurer, doch nicht in jedem Fall.

Am Waldfriedhof Krummennaab sind am Denkmal "Auge Gottes" Urnengräber. Die Gebühren für die Nutzung der Stellplätze wurde in der neuen Friedhofsgebührensatzung günstiger.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

In Krummennaab und Thumsenreuth gilt eine neue Friedhofsgebührensatzung. Damit gehen einige Änderungen der Kosten einher. So wurden manche Posten teurer und andere wiederum günstiger. Bürgermeisterin Marion Höcht und Kämmerer Bernhard Frummet erklären die Zusammenhänge. So musste die alte Friedhofsgebührensatzung vom 8. August 2011 aufgrund einer Rechnungsprüfung durch das Landratsamt überarbeitet werden.

Laut der Bürgermeisterin handelt es sich hier um einen normalen Vorgang. Das bestätigt auch Kämmerer Bernhard Frummet: "Alle drei bis vier Jahre muss die Kalkulation erneuert werden." Da es sich bei dem Friedhof um eine kostendeckende Einrichtung der Gemeinde handelt, gehören zur Kalkulation drei Posten: Herstellung, Bewirtschaftung und Unterhalt. Dabei darf die Gemeinde weder Gewinn noch Verlust erwirtschaften.

Kostenschwankungen

Die Neuberechnung ist nötig, da immer wieder Kostenschwankungen auftreten und sich so neue Ausgangssituationen herausbilden. Dabei werden die beiden Friedhöfe in Krummennaab und Thumsenreuth getrennt voneinander kalkuliert. Teurer wurde unter anderem bei beiden Einrichtungen die Gebühr für die Benutzung des Leichenhauses. In der Satzung von 2011 wurde diese etwa für Krummennaab mit 75 Euro berechnet, jetzt ist eine Gebühr von 145,03 Euro fällig. Fast doppelt so hoch. Wurde zuvor hier nicht kostendeckend gearbeitet?

Laut Frummet mussten hier Kosten angepasst werden, da Arbeiten am Leichenhaus nötig waren. Die Kosten mussten entsprechend auf die Gebühren umgelegt werden. Marion Höcht nennt noch einen anderen Grund. Im Schnitt starben in den vergangenen drei Jahren etwa 15 Menschen aus dem Gemeindegebiet im Jahr. Die Zahl ist rückläufig. "Auch wenn weniger Menschen sterben, werden die Kosten teurer." Sie betont jedoch auch, dass versucht werde die Kosten in manchen Bereichen wie der Pflege des Friedhofs gering zu halten.

Urnengräber günstiger

Die Grabgebühren für die Urnengräber am Denkmal "Auge Gottes" am Waldfriedhof in Krummennaab wiederum wurden nahezu um die Hälfte günstiger. Hier wurden die Stellplätze in den vergangenen Jahren erweitert. "Deshalb konnten die Kosten verteilt werden", erklärt Frummet. Da die Urnengräber gut angenommen werden und immer mehr Menschen diese Art der Bestattung annehmen, sei eine Verteilung der Kosten einfacher möglich. Inzwischen seien es mehr als die Hälfte der Sterbefälle, die sich für eine Urnenbestattung entscheiden.

Auf Dauer könnte das auch bedeuten, dass das Friedhofskonzept neu gedacht werden muss und eine Umgestaltung erforderlich wird. "Das ist noch nicht jetzt der Fall, aber in ein paar Jahren kann es schon sein, dass wir diese Diskussion führen müssen", erklärt die Bürgermeisterin.

Doch wem das Sterben in Krummennaab zu teuer ist, könne sich auch in Thumsenreuth beerdigen lassen. Zwar sind auch hier einige Kosten gestiegen, aber nicht in der Form wie im Nachbarort. "Die Bürger können sich hier aussuchen, wo sie bestattet werden wollen", sagt Bürgermeisterin Marion Höcht. Anderweitig müsste es in der Satzung festgeschrieben sein, was in der Gemeinde jedoch nicht der Fall sei.

Die neue Friedhofsatzung hat bislang von Gemeindebürgern noch wenig Aufsehen erregt. "Einige fragen schon, was nun auf sie zukommt", sagt Bürgermeisterin Marion Höcht. Für die meisten jedoch ändere sich wenig, die Grabgebühren werden in der Regel für 15 Jahre bezahlt. In diesem Zeitraum bleibt der Betrag auch fix.

In Krummennaab wurde dieses Jahr auch der Katholische Begräbnisverein aufgelöst

Krummennaab

"Auch wenn weniger Menschen sterben, werden die Kosten teurer."

Bürgermeisterin Marion Höcht

 

 

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