05.12.2021 - 14:33 Uhr
Kreuth bei RiedenOberpfalz

Feuerwehr-Fahrer üben in Kreuth extreme Manöver

Nerven wie Drahtseile, wenn eine Person auf der Straße liegt, im Slalom um Pylonen fahren und Kontrolle behalten auf nassem Asphalt: Beim Fahrsicherheitstraining für Feuerwehrleute in Kreuth erleben Einsatzkräfte extreme Situationen.

von Florian Schlegel (egl)Profil

Samstagmorgen, 8 Uhr: Fahrsicherheitstraining für Aktive der Feuerwehren Schmidmühlen, Winbuch, Michelfeld, Freudenberg-Wutschdorf und Kemnath am Buchberg in Kreuth (Rieden/Landkreis Amberg-Sulzbach). "Das Führen eines Feuerwehrfahrzeugs unter Einsatzbedingungen stellt an die Fahrer sehr hohe Anforderungen", betont Fahrlehrer Gerd Weinzierl von der gleichnamigen Nittenauer Fahrschule. Der Landesfeuerwehrverband organisiert deshalb mit der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) ein Fahrsicherheitstraining für Freiwillige Feuerwehren. Im Schulungsraum des Gerätehauses vermittelt Weinzierl zunächst theoretische Kenntnisse über die Fahrphysik und stellt klar: "Verkehrssicherheit heißt, das Fahrzeug zu beherrschen."

Keine Spazierfahrt

Wichtig ist es, die richtige Sitzposition und beim Lenken eine saubere Übergreiftechnik zu haben. Und wenn eine Notbremsung nötig ist, braucht's "so eine richtige Büffelschlagbremsung – richtig draufdreschen", betont Wienzierl. Fliehkraft ("Sie wird heute größer sein als bei einer normalen Fahrt"), Grenzgeschwindigkeit, Reifenhaftung, Haftungsgrenze, Zielbremsung und Bremsen in der Kurve ("Auch bei nasser Fahrbahn") sind weitere Schlagworte bei der Vorbereitung auf den praktischen Teil der Schulung.

Beruhigend ist die Versicherung des Fahrlehrers: "Wenn ihr nirgends antippt, kann das Fahrzeug nicht kippen." Aber, auch das sagt er gleich dazu, "es wird heute wesentlich mehr als eine Spazier- oder Bewegungsfahrt". Dann starten mehrere Einsatzfahrzeuge am Campingplatz hinter dem Waldhotel in Kreuth, wo mehrere Vilshofener Aktive schon Vorbereitungen getroffen haben. Nach einer Kolonnenfahrt um die Pylonen geht es – immer über Funk geleitet – vier- bis fünfmal im Slalom "mit langsamem Herantasten an die Grenzgeschwindigkeit" um die Pylonen herum.

Immer die Nerven behalten

Die Fahrzeuge kommen auf nasser Teerdecke und durch "eine Person auf der Fahrbahn" (im Training wird dazu nur ein Reifen geworfen) an die Grenzen der Reifenhaftung. Da heißt es, Nerven behalten, vor allem bei der sogenannten Büffel- und Zielbremsung. Aber alles geht glatt, Weinzierl hat seine Schüler im Griff. Und die Fahrer haben viele Eindrücke gewonnen, neue Erfahrungen gesammelt. Sie sehen es als großen Gewinn an, gelernt zu haben, wie ihre Fahrzeuge in extremen Situationen reagieren.

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Amberg

 

 

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