Soldaten aus dem Landkreis Tirschenreuth marschieren für den Frieden

Konnersreuth
17.05.2022 - 12:56 Uhr

Das Thema ist aktueller denn je: An der traditionellen Friedenswallfahrt nahmen Soldatenverbände aus dem ganzen Landkreis Tirschenreuth teil. Beim Gedenken war das Geschehen in der Ukraine gegenwärtig.

Strahlender Sonnenschein begleitete am Sonntag die Friedenswallfahrt, die nach dreijähriger Pause erstmals wieder stattfinden konnte. Soldatenverbände aus dem Landkreis waren dazu nach Konnersreuth gekommen. Gleichzeitig feierte die örtliche Soldaten- und Reservistenkameradschaft ihren 150. Geburtstag und ist damit der älteste Verein in der Marktgemeinde. Dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche folgte ein eindrucksvolles Gedenken am Kriegerdenkmal.

Den Gottesdienst zelebrierte Pater Benedikt Leitmayr. Musikalisch umrahmte die Feier die Blaskapelle Konnersreuth mit der Schubertmesse. Unter den Besuchern waren auch stellvertretender Landrat Alfred Scheidler sowie die Spitzen der beiden Soldaten-Kreisverbände BSB und BKV.

Werner Hoschopf, der Vorsitzende der örtlichen Soldatenkameradschaft, blickte in seinem Grußwort auf die Anfänge des Vereins zurück: "Oberstes Ziel damals und heute war das Gedenken an die im Krieg gefallenen Kameraden." Zur Zeit der Gründung am 21. November 1872 seien die Soldaten aus dem Krieg mit Frankreich heimgekommen. Hoschopf zitierte aus der damals erlassenen Satzung, wonach jedes Mitglied die Pflicht hat, durch solides und charaktervolles Benehmen den Beweis zu liefern, dass er würdig ist, im Verein zu sein. Die Glückwünsche des Landkreises zum Vereinsjubiläum überbrachte stellvertretender Landrat Scheidler. Er bedauerte zutiefst, dass "direkt vor unserer Haustür wieder Krieg herrscht".

Nach dem Gottesdienst folgte ein Kirchenzug zum Kriegerdenkmal am Konnersreuther Friedhof, wo Pater Benedikt Leitmayr Gebete sprach. Nahezu alle Kameradschaften aus dem Landkreis gaben den Konnersreuthern mit Fahnenabordnungen die Ehre. „Unser Verein darf mit Stolz auf seine 150-jährige Geschichte zurückblicken“, sagte Zweiter Bürgermeister Stefan Siller. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Kameradschaft 1953 wiederbelebt worden, ein Jahr später erhielt die Vereinsfahne den kirchlichen Segen.

„Nur ein friedvolles Miteinander ermöglicht eine gute Zukunft. Möglich ist dies durch gegenseitige Achtung und Kameradschaft. Unsere Soldatenverbände setzen sich für Frieden ein, für die Versöhnung der Völker. Der Schrecken eines Krieges darf sich nicht wiederholen“, betonte Siller. Er hoffte, "dass dieser unsinnige Krieg in der Ukraine bald beendet ist. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein friedliches Leben. Frieden und Freiheit gehören neben der Gesundheit zum Kostbarsten, was ein Mensch haben kann.“

Der Vertreter der Marktgemeinde dankte abschließend den Soldatenkameradschaften des Landkreises für ihren Einsatz zum Erhalt des Friedens und der Traditionen: „Sie sind Mahner für mehr Toleranz." Zum Abschluss des Festaktes wurde ein Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt, ehe mit der Bayernhymne die Feier endete. Der gesellige Teil fand im Schiml-Saal statt.

Hintergrund:

Geschichte der Friedenswallfahrt

  • Ursprung: 1959 erste Heimkehrer-Wallfahrt – 2000 Teilnehmer pilgern von Wiesau nach Fuchsmühl zur Kirche "Maria Hilf", um für die gute Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft zu danken
  • Teilnehmer: Ursprünglich die Ortsverbände der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermisstenangehörigen Deutschlands, Kriegsopfer- und Soldatenverbände
  • Mahnmal in Fuchsmühl: 1975 von der Arbeitsgemeinschaft der Heimkehrer, Kriegsopfer und Soldatenkameradschaften im Landkreis am Ortseingang errichtet
  • Umzug nach Konnersreuth: Immer weniger Teilnehmer im Lauf der Jahrzehnte, 2019 erste Wallfahrt in Konnersreuth
 
 

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