19.11.2020 - 16:47 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Marktgemeinde Konnersreuth reagiert auf Radon-Belastung

Ein Jahr lang hat die Marktgemeinde Konnersreuth Radon-Messungen vornehmen lassen. Bürgermeister Max Bindl verkündete jetzt die Ergebnisse und informierte über veranlasste erste Maßnahmen. Weitere könnten im Jahr 2022 folgten.

Bürgermeister Max Bindl informierte im Marktrat über die Radon-Belastung in gemeindlichen Liegenschaften.
von Josef RosnerProfil

Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das bekanntlich in erhöhter Konzentration in der Region vorkommt. Im September 2019 hatte die SPD-Fraktion das Thema auf den Tisch gebracht und Messungen in den gemeindlichen Liegenschaften gefordert. In der jüngsten Marktratssitzung rückten nun die Ergebnisse in den Blickpunkt, die am 5. November nach einer einjährigen Messreihe eingegangen waren

Referenzwert, aber kein Grenzwert

Gemessen wurde im Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis zum 1. Oktober 2020 durch den Diplom-Chemiker Dr. Gerhard Binker. Wie Bürgermeister Max Bindl informierte, liege der Referenzwert gemäß dem Strahlenschutzgesetz bei 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Dieser Wert gelte für Wohnräume und Arbeitsplätze. Es handele sich nicht um einen Grenzwert, sondern lediglich um einen Orientierungswert, so Bindl. Folgende Werte wurden ermittelt: Rathaus 280 Becquerel pro Kubikmeter, Musikhaus/Erdgeschoss 240, Musikhaus/Lager 530, Grundschul-Werkraum/Erdgeschoss 120, Grundschule-Werkraum/Untergeschoss 350, Nachmittagsbetreuung/Erdgeschoss 350, Sporthalle 200, Jugendkeller 290, Kinderhaus/Mondgruppe 110, Kinderhaus/Vorraum Heizung 67.

"Wird der Referenzwert in höherem Maße überschritten, ist Lüften nicht ausreichend."

Bürgermeister Max Bindl zur Radon-Belastung gemeindlicher Liegenschaften

Der Bürgermeister machte deutlich, dass bei Räumen mit Werten unter 300 Becquerel keine Maßnahmen ergriffen werden müssten. Im Lager des Musikhauses werde der Referenzwert aber um 76,66 Prozent überschritten, im Werkraum im Untergeschoss der Grundschule und im Raum der Nachmittagsbetreuung gebe es eine moderate Überschreitung der Werte, so Bindl. Für den Raum der Nachmittagsbetreuung werde er zum 1. Januar 2021 eine Dienstanweisung "Lüften" erlassen. Dies bedeutet, dass täglich vor der Raumnutzung und einmal während der Raumnutzung alle Fenster geöffnet werden müssen und "quer durchgelüftet" werden muss. Während der Ferien werde jeweils der Bauhof angewiesen, die Räume regelmäßig zu lüften.

"Wird der Referenzwert in höherem Maße überschritten, ist Lüften nicht ausreichend", betonte Bindl weiter und verwies auf das Lager im Musikhaus. Dieses werde nicht als Arbeitsplatz und auch nicht als Wohnraum genutzt, aber der Musikverein werde schriftlich über die gemessenen Werte informiert und es werde empfohlen, keine Musikproben dort abzuhalten.

Erneute Messungen

Das Institut Dr. Binker wurde beauftragt, vom 4. Januar 2021 bis zum 4. Januar 2022 erneut Messungen durchzuführen. Sollten diese ergeben, dass die Werte immer noch über den Referenzwert liegen, müsse über weitere Maßnahmen nachgedacht werden. Der Marktrat zeigte sich mit dem Vorgehen einverstanden.

Ein weiteres Thema in der Sitzung waren die Stabilisierungshilfen. Bedacht wurden heuer 17 Gemeinden und der Landkreis selbst mit einer Rekordsumme – keiner der Antragsteller ging leer aus. Keine Finanzhilfen beantragt hatte aber die Marktgemeinde Konnersreuth. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Marktgemeinde von 2014 bis 2019 sechsmal Stabilisierungshilfen in Höhe von insgesamt 1,95 Millionen Euro erhalten habe, zuletzt im vergangenen Jahr 500 000 Euro. Im Finanzausschuss habe man sich auch heuer mit dem Thema befasst. Allerdings habe die Marktgemeinde diesmal die Voraussetzungen für den Erhalt von Stabilisierungshilfen nicht erfüllt – weder hinsichtlich der Säule Schuldentilgung noch hinsichtlich der Säule Investitionshilfen. Im Vorbericht des Haushalts 2020 sei darauf explizit hingewiesen worden, so Bindl.

Bereits im Bescheid zur Gewährung der Stabilisierungshilfe 2019 habe es bezüglich des Folgejahrs entsprechende Hinweise gegeben. „Weil wir schon fünf Mal Stabilisierungshilfen erhalten haben, hätte eine besondere Bedarfslage vorliegen müssen. Und diese lag heuer nicht vor“, sagte Bindl. Abschließend kündigte er an, dass man 2021 wieder einen Antrag stellen werde, wenn es auch nur ansatzweise eine Erfolgsaussicht geben werde. Wortmeldungen aus dem Gremium gab es zu dem Thema nicht.

Im September 2019 hatte die SPD Konnersreuth das Thema auf den Tisch gebracht

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