02.12.2020 - 13:46 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Beichtvater und enger Begleiter der Resl von Konnersreuth

Für Therese Neumann war der Seelsorger über viele Jahre engster Begleiter und Beichtvater: Pfarrer Joseph Naber wurde vor 150 Jahren geboren und vor 125 Jahren zum Priester geweiht. Zum Doppeljubiläum wird hoher Besuch erwartet.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr betrachtet ein vom Künstler Hans Landgraf aus Steinau geschaffenes Gemälde, das Pfarrer Joseph Naber zeigt.
von Josef RosnerProfil

Die Pfarrei St. Laurentius widmet diesen Freitag, 4. Dezember, dem wohl bekanntesten Bürger in Konnersreuth ein besonderes Gedenken: Gewürdigt werden der 150. Geburtstag des früheren Pfarrers Joseph Naber und der 125. Jahrestag seiner Priesterweihe. Berühmtheit erlangte der Geistliche vor allem dadurch, dass er Therese Neumann ein Leben lang als Pfarrer und Seelsorger begleitete.

Am 23. Februar 1967 starb der Geistliche, der in einer Gruft am Konnersreuther Friedhof nahe des Resl-Grabes beigesetzt ist. Zum Gedenkgottesdienst am Freitag ab 19 Uhr in der Konnersreuther Pfarrkirche wird der Regensburger Weihbischof Dr. Josef Graf erwartet.

Seit 1926 war Naber über Jahrzehnte Seelenführer und Beichtvater der Konnersreuther Resl. Für die drei Regensburger Bischöfe Antonius von Henle, Michael Buchberger und Rudolf Graber registrierte er die Ereignisse rund um Therese Neumann.

Unterlagen ein Raub der Flammen

Ein Großteil von Pfarrer Nabers Akten zur Lebensgeschichte der Resl ist am 20. April 1945 in Flammen aufgegangen – beim Beschuss des Marktes in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Die Unterlagen befanden sich im Pfarrkeller unter der Pfarrscheune. Dorthin zogen sich die Resl mit ihren Nichten und Neffen sowie Pfarrer Naber zurück. Nach einem Volltreffer in der darüber liegenden Pfarrscheune konnten sie noch rechtzeitig flüchten. Alle dort untergebrachten Akten und wertvolle kirchliche Kultgeräte waren nicht zu retten.

Pfarrer Naber, so berichtet die Chronik, wurde im Dritten Reich massiv von den Nazis verfolgt. Wiederholt durchsuchte die Gestapo das Pfarrhaus. Wegen Verweigerung des Hitlergrußes in der Schule wurde er für den Schulunterricht dort gesperrt. In seiner aufsehenerregenden Kriegsfastenpredigt am 2. März 1941 forderte der Geistliche die Konnersreuther auf, treu ihren Glauben zu verteidigen und darin sich von der Resl inspirieren zu lassen.

Mit Nervenkraft und Geduld

Einer seiner Nachfolger ist jetzt Pater Benedikt Leitmayr, der Pfarrer Joseph Naber als ebenso weltbekannt bezeichnet, wie die Resl selber. „Das Für und Wider dieser Geschehnisse von Konnersreuth, das er erleben durfte und bestehen musste, kostete ihn nicht nur viel Zeit, sondern auch Nervenkraft und eine heroische Geduld. Er blieb unbeirrt und ging seinen Weg im Glauben, in einer kindlichen, tiefgründigen Heilandsliebe und mit unerschütterlichem Vertrauen.“

Pater Benedikt bezeichnete sein priesterliches Wirken als einzigartig und außerordentlich. „Er hat seine Pfarrei geprägt und geformt, einzigartig waren deshalb auch seine seelsorgerlichen Erfolge. In Konnersreuth steht die Eucharistie in hohem Ansehen. Die vielen Priester, die aus der Pfarrei hervorgingen, sind mit sein Verdienst.“

"Ich schätze Pfarrer Joseph Naber sehr, obwohl ich ihn nie persönlich kennengelernt habe."

Pater Benedikt Leitmayr

58 Jahre diente Pfarrer Joseph Naber in Konnersreuth, darunter 51 Jahre als verantwortlicher Geistlicher. „Er hat zwei Generationen mit seinem priesterlichen Wort und Beispiel eucharistisch geformt“, erinnert sein Nachfolger. Insgesamt konnte er auf 71 Priesterjahre zurückblicken. Kardinal Kaspar (Prag) fand einmal lobende Worte über Pfarrer Joseph Naber: „Welch eine edle Erscheinung, wahrhaftig. Ein Muster von Frömmigkeit, Geduld, Zuvorkommenheit und Aufopferung.“

Wohnung im Resl-Haus

Das Gedenken an Pfarrer Joseph Naber wird in der Pfarrei hochgehalten. Seine letzte Ruhestätte fand er am Konnersreuther Friedhof in einer Gruft, unweit des Friedhofskreuzes und des Resl-Grab. Noch erhalten ist seine Wohnung im Resl-Haus, in der er bis 1967 lebte, die Einblicke in sein Leben gibt.

„Ich schätze Pfarrer Joseph Naber sehr, obwohl ich ihn nie persönlich kennengelernt habe“, sagte Pater Benedikt Leitmayr heute. „Er hatte eine große Herzensfrömmigkeit, die auf seine Pfarrei ausstrahlte. Jeden Abend segnete Pfarrer Naber von seinem Fenster aus seine Pfarrgemeinde."

Das Resl-Haus wird von 2021 bis 2022 saniert

Konnersreuth
Begraben ist Pfarrer Joseph Naber am Konnersreuther Friedhof. Einer seiner Nachfolger, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr besucht hier sein Grab.
Noch original erhalten ist das ehemalige Wohnzimmer von Pfarrer Joseph Naber im Resl-Haus.
In seiner Wohnung im Resl-Haus hatte Pfarrer Joseph Naber eine eigene Hauskapelle eingerichtet. Auch sie ist noch original erhalten.
Hintergrund:

Viele Jahrzehnte Pfarrer in Konnersreuth

  • Pfarrer Joseph Naber wurde am 4. Dezember 1870 in Neukirchen-Balbini geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er Theologie in Regensburg und wurde am 16. Juni 1895 zum Priester geweiht. Danach war er Kooperator in Schönthal und Expositus in Warzenried im Bayerischen Wald. Pfarrer in Konnersreuth wurde er am 15. September 1909 und blieb es bis zum 31. August 1960, ehe ihm als Pfarrer Josef Schuhmann nachfolgte.
  • Die Errichtung der Spätberufenenschule in Fockenfeld und den Bau des Anbetungsklosters Theresianum nennt Pater Benedikt eine außerordentliche Gnade des eucharistischen Pfarrers. „Die Gründung beider Werke war die Krönung seiner Lebens- und Priesterfreude.“

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.