07.01.2021 - 10:09 Uhr
KohlbergOberpfalz

Waldverein Kohlberg trauert um Franz Flammersberger

Franz Flammersberger, wie ihn viele Kohlberger kennen. Der uralte Saumpfad des Bernsteinwegs verlief in mehreren Linien von der Ostsee bis zur Adria. Flammersberger hat große Teile davon in unserem Gebiet erforscht und wieder ins Gedächtnis gerufen. Auch an Kohlberg vorbei führte die Handelsroute, wie der Gedenkstein belegt.
von Autor JMLProfil

Kurz vor seinem 85. Geburtstag ist Franz Flammersberger aus Schnaittenbach gestorben. Um ihn trauern neben der Familie auch die Mitglieder des Kohlberger Oberpfälzer Waldvereins Kohlberg (OWV). Der Verstorbene war für Vorsitzenden Markus Müller und Vorgänger Hans Bock weit mehr als ein gerne gesehener Exkursionsleiter. Er war über viele Jahre hinweg väterlicher Freund und Ideengeber. Auch wenn es die letzte Zeit still um ihn geworden war, verdanken ihm die Kohlberger OWVler eine Menge schöner Stunden.

Bei manchen Wanderungen über oft längst verwachsene Pfade führte "der Franz" die Teilnehmer auf Routen wie der Goldenen Straße, den Hainbach entlang und vor allem auf mehreren Trassen des vorchristlichen Bernsteinweges im Umkreis. Die Spuren dieses uralten Handelswegs hat er zwischen dem Nürnberger Land und Regensburg akribisch erforscht, alles selbst begangen und in umfangreiche Lagepläne eingezeichnet.

Der Heimatfreund verstand es, spannend zu erzählen, sein großes Geschichtswissen weiterzugeben und mit netten Episoden zu amüsieren. Da erfuhr man, dass Namen, wie Schwarz- oder Rotberg immer auf Gebietsgrenzen hindeuten und der Kohlberger Flurname "Gloslouh" (Glaslohe) nichts mit Fenstern zu tun hat, sondern die Bezeichnung für ein Randgebiet ist. Flammersberger kannte viele Pflanzen, an die 250 Pilze und saß manchmal lange mit dem Fernglas unter einem Baum, auf dem ein Vogel zwitscherte, bis er ihn sehen und bestimmen konnte. Klar, dass seine Exkursionen oft doppelt so lang als geplant dauerten, aber immer kurzweilig und informativ waren.

"So wie die Altstraßen tiefe Gräben in der Landschaft hinterlassen haben, so bleiben von der Arbeit des Schnaittenbacher Heimat- und Naturfreunds sichtbare Spuren zurück", fheißt es aus den Reihen des OWV.

 

 

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