16.06.2021 - 09:21 Uhr
KohlbergOberpfalz

Kohlberger Turmfalken gewinnen Kampf um Nistplatz

Vor etlichen Wochen tobten erbitterte Kämpfe mit den Dohlen um den Nistplatz im katholischen Kirchturm. Jetzt blicken fünf neugierige Küken über den Ort Kohlberg. Es sind Turmfalken.

„Bitte alle mal hersehen und lächeln, ihr kommt in die Zeitung!“ Das fünfte Turmfalkenküken im katholischen Kirchturm von Kohlberg fühlte sich dafür aber nicht fotogen genug.
von Autor JMLProfil

Die Vogelschützer im OWV-Zweigverein freuen sich über den Bruterfolg hoch oben in einer der Schallöffnungen des katholischen Kirchturms. Es sind fünf junge Turmfalken geschlüpft. Die schon einige Tage alten Jungtiere schauen ganz munter – und immer hungrig – in die Gegend, wo denn der „Alte“ mit dem Futter bleibt. Das Männchen bringt meist Mäuse, aber auch Kleinvögel und Frösche zum Brutplatz, das Weibchen zerteilt und verfüttert die Beute bis die Jungvögel nach etwa vier Wochen flügge sind. Fünf Schnäbel satt zu kriegen ist für die Tiere schon eine Leistung.

Obwohl das Kohlberger Falkenprojekt schon 2007 mit einem ersten Brutkasten im Turm gestartet wurde, lernen die Vogelwarte immer noch dazu. Nach guten Anfangserfolgen mit etlichen abfliegenden Jungtieren, wollte man 2009 mit einem weiteren Nistkasten im gegenüber liegenden Schallloch ein zweites Brutpaar anlocken. Doch inzwischen haben etliche Dohlen diese Nistmöglichkeit für sich erobert. Und da zu deren Nahrungsspektrum auch Jungvögel anderer Arten gehören, war in etlichen Jahren das Nest der noch nicht flugfähigen Falken plötzlich leer.

Als Bruträuber sind aber auch Elstern und Krähen verdächtig. Um die Küken dieses Jahres zu schützen, haben die Vogelwarte den zweiten, im Herbst auch mit verschlossenen Brutkasten, vor einigen Monaten einfach nicht wieder geöffnet. Der Erfolg war, dass drei, vier Dohlen tagelang erbittert um Kasten Nummer eins mit den Turmfalken kämpften. „Die klammerten sich sogar an die Zeiger der Turmuhren, um besser angreifen zu können, während die Turmfalken ihr Einflugloch verteidigten“, informiert ein OWVler.

Turmfalken zählen zu den Kulturfolgern, sie bauen selbst keine Nester, sondern „mieten“ sich in Krähenbauten, Häusernischen und am liebsten in hohe Kirchturmlöcher ein. Vor etlichen Jahren brütete ein Pärchen in Weißenbrunn sogar im Rohr eines Heugebläses. Den Nistkasten im Kirchturm haben die Vogelwarte heuer mit frischen Hobelspänen ausgepolstert. Die Rückseite der Kiste besitzt eine Glasscheibe, damit die scheuen Vögel durch die Kontrollbesuche nicht zu sehr gestört werden und das Geschehen im Nest sichtbar bleibt.

Auch Störche suchen sich besondere Nistplätze

Irchenrieth

Die klammerten sich sogar an die Zeiger der Turmuhren, um besser angreifen zu können, während die Turmfalken ihr Einflugloch verteidigten.

Ein OWV-Mitglied über den Angriff der Dohlen auf den Nistplatz

 

 

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