29.08.2018 - 15:23 Uhr
KohlbergOberpfalz

Königlich bayrisches Dorf

In Weißenbrunn kommt altes Ortsschild wieder zu Ehren.

Sie freuen sich über das gelungene Werk: (sitzend, von links) Bürgermeister Rudolf Götz, Gerlinde und Helmut Prechtl sowie Hans Dolles, der den Wetterschutz um die Ortstafel fertigte. Stehend, von links: zwei Prechtl-Enkelkinder, Michael Heindl, Benjamin Hagler, Max Sternkopf und Michael Wisgickl von den Weißenbrunner Kirwaleuten. Daneben Karin Zielbauer, Vorsitzender Markus Müller und Johann Müller vom OWV Kohlberg.
von Autor JMLProfil

(jml) Nicht nur München hat seinen Königsplatz, sondern neuerdings auch der Kohlberger Ortsteil Weißenbrunn. Im Beisein von Bürgermeister Rudolf Götz wurden auf der Grünfläche in der Dorfmitte eine Säule mit einer uralten Ortstafel und eine neue Ruhebank platziert. Das Ganze ist eine gemeinsame Aktion des Ehepaares Prechtl, vom OWV Kohlberg und Umgebung sowie den Weißenbrunner Kirwaleuten. Das Besondere daran: Das Ortsschild stammt aus der Zeit vor 1918, als in Bayern noch Könige und Prinzregenten regierten. Was die Inschriften „Kgl. Amtsgericht“ und „Kgl. Bezirksamt“ belegen.

Die Blechtafel mit den altertümlichen Schriftzeichen hing, Erzählungen zufolge, ganz früher an der alten Dorflinde nahe dem jetzigen Standort. Irgendwann wurde der morsche Baum gefällt und der damalige „Hanslwirt“ von nebenan nahm die Tafel in Verwahrung. Längere Zeit hing sie noch im Hausgang der Dorfschenke, dann wanderte sie auf den Dachboden und geriet in Vergessenheit. Helmut und Gerlinde Prechtl, die Besitzer des Anwesens fanden sie vor einigen Monaten und wollten das antike Schmuckstück wieder zu Ehren bringen. So entstand der Plan, die Ortstafel gemeinsam wieder aufzustellen.

Von OWV-Vorsitzenden Markus Müller stammen Eisenrohr, Verankerungen und Abschlusskugel der Aufstellsäule. Er schweißte auch die Halterungen an und bemalte alles mit königlich weiß-blauen Streifen. Hans Dolles fertigte die Wetterschutz-Verkleidung der Tafel und von Johann Müller kam das kleine Schild mit Historieninfos. Der Waldverein spendete die Unterbauten der Bänke und die Sitzhölzer. Der Vorstand der Kirwaleute und mehrere Helfer planierten den Platz, betonierten und stellten die Ruhebank auf. Nach ihrer Kirchweih am ersten Septemberwochenende, wollen die jungen Weißenbrunner noch eine zweite Bank und einen Tisch auf den Platz stellen. Der Bürgermeister spendierte als Anerkennung bei der offiziellen Übergabe den Mitwirkenden eine zünftige Brotzeit.

Damit haben nun alle drei Gründörfer ihren örtlichen Treffpunkt: die Hannersgrüner stemmen regelmäßig ihr Feierabendseidel am und im Feuerwehrhaus, die Artesgrüner haben seit dem Frühjahr ihre „Begegnungsstätte“ am idyllischen Dorfweiher und die Weißenbrunner nun ihren „Königsplatz“. Wer also gerne mal „sei keniglich-bayrische Rouh“ haben möchte: auf der Bank am alten Ortsschild, kann er sie genießen.

Sie freuen sich über das gelungene Werk. Sitzend, von links: Bürgermeister Rudolf Götz, Gerlinde und Helmut Prechtl sowie Hans Dolles, der den Wetterschutz um die Ortstafel fertigte. Stehend, von links: zwei Prechtl-Enkelkinder, Michael Heindl, Benjamin Hagler, Max Sternkopf und Michael Wisgickl von den Weißenbrunner Kirwaleuten. Daneben Karin Zielbauer, Vorsitzender Markus Müller und Johann Müller vom OWV Kohlberg.
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