Staatspreis für Hüthäusl-Umbau in Kleinschönbrunn

Die Eheleute Claudia Kummer-Götz und Andreas Götz bekamen in München eine besondere Würdigung für ihr bauliches Engagement. Für den denkmalgerechten Umbau des Hüthäusls am Ortsrand von Kleinschönbrunn gab es den Bayerischen Staatspreis.

Bei der Verleihung der Staatspreise für Dorferneuerung und Baukultur wurde das denkmalsgeschützte Hüthäusl in Kleinschönbrunn von Staatsministerin Michaela Kaniber (rechts) ausgezeichnet. In München dabei (von links): Baudirektor Kurt Hillinger, Bürgermeister Uwe König, Bauherr Andreas Götz und Bürgermeister a.D. Norbert Bücherl.
von Autor NBUProfil

Für die eindrucksvolle Sanierung und Wiederbelebung denkmalgeschützter und ortsbildprägender Gebäude sowie herausragender zeitgenössischer Architektur hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sechzehn private und kommunale Bauherren aus ganz Bayern mit dem Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur ausgezeichnet. Dabei ging bei einem Festakt in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz ein mit 3000 Euro dotierter Staatpreis auch an die Eheleute Claudia Kummer-Götz und Andreas Götz, heißt es in einer Pressemeldung. Sie bekamen ihn für den denkmalgerechten Umbau und die Umnutzung des letzten in der Oberpfalz im Original verbliebenen Hüthäusls am Ortsrand von Kleinschönbrunn im Markt Freihung in unmittelbarer Nähe zur Vilsquelle.

16 Preisträger ausgewählt

Die 16 ausgewählten Preisträger wurden von einer Fachjury aus Architekten, Heimatpflegern und Fachleuten der Verwaltung für Ländliche Entwicklung aus rund 1700 angemeldeten Projekten ausgewählt, erläuterte Ministerin Kaniber in ihrer Festansprache. „Mit außerordentlichen Engagement, viel Herzblut und Mut und oft auch finanziellem Risiko haben die Bauherren dafür gesorgt, dass für das Ortsbild charakteristische Gebäude erhalten und einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt wurden. Es ist beeindruckend, wie sich die ländliche Baukultur durch moderne Architektur weiterentwickelt", sagte die Ministerin in ihrer Laudatio.

Die Bauvorhaben im ländlichen Raum wurden in den vergangenen Jahren mit mehr als 50 Millionen Euro bezuschusst. Die Fördergelder sind nach Aussage Kanibers bestens angelegt: „Die Dorferneuerung verbessert die Lebensqualität im ländlichen Raum, fördert Attraktivität und Innenentwicklung der Dörfer, reduziert den Flächenverbrauch, stärkt die regionale Wertschöpfung und trägt somit auch zum Klimaschutz bei.“

Einst Unterkunft des Dorfhirten

Die Präsentation der sechzehn Preisträger nahm die Vorsitzende der Jury, Architektin Beatrix Drago, Sachgebietsleiterin in der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, vor. In der Laudatio würdigte die Juryvorsitzende Drago, dass das Hüthäusl ein lebendiges Zeugnis vergangener Lebens- und Arbeitsgewohnheiten sei und nunmehr in Kleinschönbrunn in kürzester Zeit zu einem beliebten Ausflugsziel geworden sei. Am Dorfrand und an der Vilsquelle gelegen, diente das um 1907 erbaute Hüthäusl früher dem Dorfhirten als Unterkunft, der bis in die 1930er Jahre die Kühe und sonstige Getier der örtlichen Bauern hütete. Danach verfiel das sporadisch bewohnte Häuschen zusehends und stand schließlich Jahrzehnte lang leer. Drago: "Im desolaten Zustand erwarb schließlich das heutige Gastwirtspaar das Gebäude und hat mit viel Fleiß, Eigenleitung und unzähligen Arbeitsstunden ein wahrliches Kleinod geschaffen, das im Übrigen erneut zum Leben und Arbeiten genutzt wird." Architekt Johann Ernst aus Vilseck erklärte, dass bei dieser denkmalschützenden Baumaßnahme zwei glückliche Umstände zusammengekommen seien. Zum einen mit der Bauherrin Claudia Kummer-Götz, die eine leidenschaftliche Wirtin ist und ein Faible für alte Gebäude hat, und auf der anderen Seite der Bauherr Andreas Götz, der als gelernter Zimmerer das nötige Fachwissen und auch als pensionierte Soldat die nötige Zeit mitgebracht hat, um sehr vieles selbst und vor allem sachgerecht in Eigenleistung erledigen konnte.

Außergewöhnliches Projekt

Bürgermeister a.D. Norbert Bücherl, der bereits 2019 während seiner aktiven Dienstzeit beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz auf das außergewöhnliche Dorferneuerungsprojekt als besonders auszeichnungswürdig hingewiesen hat, zeigte sich erfreut über die gelungene Baumaßnahme zum Wohle der Marktgemeinde und gratulierte dem ausgezeichneten Bauherren bei der Preisverleihung. Bürgermeister Uwe König und der neue Amtsleiter beim Amt für Ländliche Entwicklung, leitender Baudirektor Kurt Hillinger, schlossen sich den zahlreichen Glückwünschen an.

Eröffnung der Bierwirtschaft im Hüthäusl

Kleinschönbrunn bei Freihung
Das einsturzgefährdete Hüthäusl vor den denkmalgerechten Umbaumaßnahmen.
Das sanierte Hüthäusl als wahrliches Kleinod und Ausflugsmagnet heute als Bierwirtschaft und Wohnstätte für das Wirtsehepaar Claudia Kummer-Götz und Andreas Götz in Kleinschönbrunn nahe der Vilsquelle.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.