18.09.2020 - 12:26 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Verein "Hilfe für Anja": 20 Jahre aktiv für Stammzellspende

20 Jahre existiert der Verein "Hilfe für Anja" nun schon. 56 000 Menschen haben sich über ihn typisieren lassen. Die engagierten Mitglieder werben Zeiten von Covid 19 um Spender.

In Eschenbach fiel der Startschuss für die Herbstinitiative des Vereins "Hilfe für Anja", der jetzt mit Bannern dafür wirbt, sich typisieren zu lassen.
von Fritz FürkProfil

Im Jahr 2000 haben sich ein paar junge Leute um Michael Sporrer entschlossen, eine Typisierungsaktion vor dem Nürnberger Max-Morlock-Stadion zu organisieren. Das Team bemerkte, dass das Thema Stammzellspende in der Bevölkerung kaum bekannt war. Es bedurfte viel Aufklärungsarbeit, aber die Menschen interessierten für die Thematik.

Die ersten Aktionen in Nürnberg, Auerbach und Pegnitz waren sehr erfolgreich. Mitte des Jahres 2000 entschloss man sich, das Hobby 1. FC Nürnberg und die soziale Arbeit unter einen Hut zu bringen. Der Verein „Hilfe für Anja e. V.“ wurde gegründet. Was als einmalige Aktion geplant war, entwickelte sich zu einer Lebensaufgabe.

Fortan schrieb sich die engagierte Gruppe auf die Fahne, so viel Typisierungswillige wie möglich für die weltweite Datenbank zu gewinnen. Dabei erlebte sie in den 20 Jahren viele Höhen und Tiefen. Für Anja konnte man im Jahr 2011 endlich den ersehnten Knochenmarkspender finden. Leider gab es für einige Patienten, die der Verein betreut hat, am Ende keine Rettung. „Das schmerzt sehr, und es gab auch Momente, an denen wir unsere Zweifel hatten, ob das alles was bringt, was wir hier leisten. Aber am Ende muss man die vielen Menschen sehen, die es geschafft haben und jetzt ein unbeschwertes Leben führen dürfen“, sagt Michael Sporrer, der bereits seit 20 Jahren Vorsitzender ist.

Über 500 Menschen geholfen

Über 56 000 Menschen hat der Verein bisher bewegt, sich für die weltweite Datenbank registrieren zu lassen. Mehr als 500 Menschen fanden durch die Hilfe des Vereins ihren Stammzellspender. Kosten von fast zwei Millionen Euro wurden verursacht und über Spenden beglichen. Der Verein arbeitete bereits mit unterschiedlichen Datenbanken zusammen. Aktuell besteht eine Kooperation mit der Knochenmarkspenderzentrale in Düsseldorf. Für den Spender spielt das keine Rolle, denn alle Datenbanken senden ihre Meldungen an das zentrale Register in Ulm. "Bei kleineren Datenbanken geht alles noch etwas familiärer zu", ist die Erfahrung von Sporrer und seinen Mitstreitern. "Man kann sich mehr entfalten und darf auch seine Ideen mit einbringen." In Düsseldorf ist sogar die Kooperation mit dem Verein "Hilfe für Anja" auf den Erfassungsbogen mit gedruckt.

Der Stadtrat Eschenbach liebäugelt mit einem Kreisverkehr an der Schloderer-Kreuzung

Eschenbach

Begonnen hat die Typisierung vor 20 Jahren mittels Blutabnahme, mittlerweile ist das Entnahmesystem auf Wattestäbchen umgestellt. „Es ist jetzt natürlich einfacher. Bei einer Typisierungsaktion brauche ich keinen Arzt mehr, bei der Blutentnahme musste hingegen immer ein Arzt anwesend sein", so Sporrer.

Dank Wattestäbchen lassen sich auch kleinere Aktionen starten, in denen nur mal 20 oder 30 Personen aufgenommen werden, ohne dass gleich einen ganzer Stab damit beschäftigt ist. Da alle Mitglieder ehrenamtlich im Einsatz sind, fallen immer nur 35 Euro Laborkosten an, die der Verein pro Typisierung bezahlen muss. Neben großen Aktionen in Schulgebäuden oder Turnhallen führt "Hilfe für Anja" immer wieder Aktionen bei Vereinen, vor oder nach dem Training, durch und organisiert auch viele Typisierungen in Betrieben. Siemens, Schaeffler, Stabilo, Bosch, ZF – um nur einige zu nennen – haben bereits die Dienste des Vereins in Anspruch genommen.

Hygienekonzept für kleine Aktionen

Wie die gesamte Bevölkerung wurde auch „Hilfe für Anja" von der Corona-Pandemie überrumpelt. Großangelegte Aktionen machen nach Angaben der Verantwortlichen aktuell keinen Sinn. Hygienekonzepte für kleinere Aktionen haben sie bereits in den Schubladen, denn Leukämie mache leider keine Pause wegen der Pandemie. Das große Problem sei, dass aktuell tausende von möglichen neuen Spendern fehlen und dagegen wollen sie aktiv angehen.

Festivitäten anlässlich des 20-jährigen Bestehens sind bisher durch die Pandemie verhindert worden. Doch für 22. November ist wieder die voradventliche Einstimmung geplant. Daran will der Verein aktuell noch festhalten, ebenso am Weihnachtssingen, das am 26. Dezember um 17 Uhr in der Pfarrkirche in Kirchenthumbach stattfinden soll.

Verein startet Herbstinitiative in Eschenbach:

Banner werben für Typisierung

Der Verein "Hilfe für Anja" appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, sich trotz der Corona-Pandemie typisieren zu lassen. Der Vorgang sei ganz einfach, erklärt Michael Sporrer. Jeder kann sich das Typisierungs-Set bequem nach Hause schicken lassen. Einfach eine Mail an hilfe-fuer-anja[at]t-online[dot]de oder über die Homepage www.lass-dich-typisieren.de senden, schon wird das Lebensretter-Set postfertig gemacht.

Um auf den Mangel an Spendern aufmerksam zu machen, hat der Verein einige Banner anfertigen lassen, die an verschiedenen Orten aufgestellt werden. Das erste Banner wurde in Eschenbach aufgestellt, hier trafen sich auch Bürgermeister Marcus Gradl und Vorsitzender Michael Sporrer zum Startschuss der Herbstinitiative. Weitere Banner stehen inzwischen in Ranna (Gemeinde Auerbach) und in Neuhaus an der Pegnitz. Auch hier erhielt der Verein volle Unterstützung aus den Rathäusern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.