08.07.2020 - 13:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Prüschenk-Wohnblock wird abgerissen

Ein Abrissbagger macht dem Prüschenk-Wohnblock in Kirchenthumbach den Garaus.
von Fritz FürkProfil

Und wieder geht ein Stück Nachkriegsgeschichte verschwindet für immer aus dem Kirchenthumbacher Ortsbild: Der Prüschenk-Wohnblock in der Görglaser Straße wird derzeit platt gemacht. Scharfe und kräftige Zähne eines Abrissbaggers machen dem maroden Gebäude des Garaus. Die Immobilie mit zwölf Wohneinheiten war vor dem Verfall nicht zu retten. Die Bausubstanz wurde von Jahr zu Jahr immer schlechter.

Wie der jetzige Eigentümer Stefan Plannerer auf Anfrage von Oberpfalz Medien mitteilte, soll die dann frei werdende Fläche eingeebnet werden. Noch gibt es keine konkreten Pläne für eine künftige Nutzung des rund 2000 Quadratmeter großen Areal. "Das muss man reifen lassen", sagte Plannerer. Denkbar wäre eine Einebnung und die Schaffung von Bauplätzen.

Der Wohnblock mit vier Hausnummern wurde in den Jahren 1949 und 1950 von der Firma Gebrüder Prüschenk gebaut. Die Firmeninhaber Josef und Ferdinand Prüschenk ließen das Haus für ihre Mitarbeiter errichten, zumal in Kirchenthumbach große Wohnungsnot herrschte. Das Grundstück gehörte den Schwiegereltern von Josef Prüschenk, der Familie Sporer, auch unter dem Hausnamen Stacherl bekannt. Josef Prüschenk, der zu dieser Zeit Landrat war, engagierte sich schon damals für den sozialen Wohnungsbau. Davon profitierten auch die Flüchtlinge aus dem Sudetenland und aus Schlesien. Viele von ihnen fanden bei der Firma Prüschenk Arbeit. Sie alle waren dankbar, eine beheizbare Wohnung zu haben.

Das Haus mit vier separaten Eingängen verfügte über zwölf Wohnungen, Stephan Plannerer kaufte das Gebäude vor einigen Jahren von einem Konkursverwalter. Im Jahre 2013 wohnten darin bulgarische Mitarbeiter des Abbruchunternehmens. Die Bewohner der Görglaser Straße sehnen den Abbruch herbei, verschwindet doch dann ein Schandfleck mehr, der auch für spielende Kinder nicht ungefährlich war.

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