06.08.2020 - 15:15 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Marktgemeinderat Kirchenthumbach stimmt für Carsharing-Standort

Es muss nicht immer das eigene Auto sein, um auf dem Lande mobil zu sein. Individuelle Mobilität bietet künftig eine Carsharing-Firma. Nicht alle im Marktgemeinderat sind restlos überzeugt.

Ein Auto nutzen, statt es zu besitzen - für diese neue Mobilität im ländlichen Bereich warb in der Sitzung des Marktgemeinderates Tina Krieger als Vertreterin des Carsharing-Unternehmens mikar
von Robert DotzauerProfil

Das Motto von des Unternehmens "mikar-Carsharing" lautet „ein Auto nutzen statt es zu besitzen“ und überzeugte auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger und die Mehrheit des Marktgemeinderates. Ein Auto für alle Fälle, wann auch immer, rund um die Uhr und preisgünstig, dieses Angebot klang gut. Für das Unternehmen präsentierte in der Sitzung des Marktgemeinderates Tina Krieger die Vorteile der neuen Beweglichkeit und Sparsamkeit. Das Konzept nannte die Repräsentantin der Firma maßgeschneidert für den ländlichen Raum, weil es vor allem auf dem flachen Land an der Mobilität der Bürger mangele. Mit einer sogenannten „Drittmittelfinanzierung“, die das Sponsoring regionaler Unternehmen beinhaltet, ist das Carsharing-Projekt für die Kommune kostenfrei.

Das Konzept mit Werbemöglichkeiten für die örtlichen Firmen am Standort Kirchenthumbach sieht den Einsatz eines geräumigen Neunsitzer-Kleinbusses vor. Die guten Transporteigenschaften des Fahrzeuges mit demontierbarer Mittel- und Rückreihe ermöglichen auch den Einsatz zum Beispiel bei Umzügen. Verfügbar sind auch eine moderne Bluetooth-Technik und USB-Anschlüsse. Die Fahrzeugnutzung setzt neben der selbstverständlichen Fahrberechtigung eine Registrierung als "mikar-Fahrer" voraus.

Nach dieser Buchung per App heißt es freie Fahrt. Als „Mehrwert“ nannte Krieger die günstigen Nutzungsgebühren von 4,90 Euro pro Stunde und von 44,90 Euro für 24 Stunden, eine vierjährige Standortgarantie, ein Rundum-Sorglos-Paket mit Vollkaskoversicherung bei geringer Selbstbeteiligung und das Online-Buchungssystem. Das Volltanken nach der Fahrt gehört zum Selbstverständnis des Systems. „Wir kümmern uns um alles“, betonte Tina Krieger. Auch für die Marktgemeinde entstehe kein Aufwand.

Für Bürgermeister Kürzinger ein interessantes Angebot. Als besonderen Vorteil sah er außer Nach- und Abfragen keinen Aufwand für die Rathausverwaltung. „Bauchschmerzen“ gab es dann doch noch in den Reihen des Marktgemeinderates. Josef Schreglmann und Jürgen Adelhardt mahnten mit Blick auf den Kirchenthumbacher Bürgerbus vor einem Konkurrenzfahrzeug. Dagegen bewerteten Winfried Sporrer und Dominik Brütting das Carsharing-Modell als positiv. „Der Bedarf ist da“. Ferner spare sich die Kommune Unterhaltskosten. Bürgermeister Kürzinger verwies zudem auf die unterschiedlichen Nutzer und auch Daniel Götz befand: „Man sollte den professionellen Anbieter nutzen“.

Auf Nachfrage von Zweitem Bürgermeister Ewald Plößner schloss die Unternehmensvertreterin Sonderpreise, zum Beispiel für Vereine, aus. Georg Adelhardt plädierte zwar für das bewährte Konzept des Bürgerbusses, hielt jedoch eine Mischlösung mit einem kleineren Carsharing-Auto für akzeptabel. Der Bürgermeister empfahl schließlich, das attraktive Angebot als ergänzenden Bürgerservice zu nutzen. Auch ohne Belastung für die Marktgemeinde hielt er es allerdings für sinnvoll, eine Probeabstimmung herbeizuführen. Sie endete mit einem Votum von 11:3 Stimmen für einen Carsharing-Standort in Kirchenthumbach.

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