15.03.2020 - 21:44 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Bürgermeisterwahl: Kopf-an-Kopf-Rennen in Kirchenthumbach

Knapp fällt das Ergebnis in Kirchenthumbach aus: Mit 51,8 Prozent wählen die Bürger erneut Jürgen Kürzinger auf den Chefsessel im Rathaus. Dass den Sieg letztendlich nur 76 Stimmen Unterschied ausmachen, hat Kürzinger jedoch nicht erwartet.

"Ellbogencheck" statt Händedruck: Die beiden Bürgermeisterkandidaten Ewald Plößner (rechts) und Jürgen Kürzinger begrüßen sich am Wahlabend, wie es von den Behörden derzeit empfohlen wird.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Langsam weichen Anspannung und Aufregung, Erleichterung macht sich bei Bürgermeister Jürgen Kürzinger (SPD) breit, als Wahlleiter Albrecht Heimberg am Sonntagabend vor dem Rathaus verkündet, wen die Bürger für die nächsten sechs Jahre als Bürgermeister von Kirchenthumbach sehen. Von 2622 Stimmberechtigten haben 2166 gewählt, heißt es bei der Bekanntgabe. Davon gingen 1112 Kreuzchen an den SPD-Kandidaten Jürgen Kürzinger (51,8 Prozent). Ewald Plößner (CWG) erhielt 1036 Stimmen (48,2 Prozent). Mit 76 Stimmen Unterschied ein knappes Ergebnis also. Dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden würde, damit hatten beide Kandidaten gerechnet. Dass das Ergebnis dann doch so knapp ausfallen würde, hatte Bürgermeister Jürgen Kürzinger allerdings nicht erwartet: "Ich habe gedacht, dass man als amtierender Bürgermeister ein bisschen mehr Bonus hat." Enttäuscht über den knappen Sieg sei er aber nicht. "Ich habe einen guten Job gemacht. So ist es mir auch oft gesagt worden." Dass das Ergebnis für ihn auch anders hätte ausfallen können, war sich Kürzinger die gesamte Wahlkampfzeit über bewusst. "Ich habe auch damit gerechnet, dass ich mir ab Mai einen neuen Job suchen muss", sagt er. Umso wichtiger sei diese Entscheidung nun für ihn. Alles, was er in den vergangenen sechs Jahren gelernt habe, wolle er nun weiter einbringen. Kurz nach der Bekanntgabe des Ergebnisses reihen sich auch schon die ersten Gratulanten vor Kürzinger auf. Während sich anfangs die meisten der rund Hundert Besucher noch scherzend mit dem Ellbogen begrüßen, gibt es schließlich doch keine Hemmungen mehr und der Sieger des Abends wird trotz der kursierenden Coronavirus-Pandemie herzlich gedrückt.

Ewald Plößner nimmt das Wahlergebnis derweil scheinbar gelassen auf. "Es war sehr knapp. Ich habe natürlich gehofft, dass es in die andere Richtung geht, aber die Enttäuschung hält sich noch in Grenzen", sagt er. Woran es letztendlich gelegen habe, wisse er nicht. "Man kann nicht jeden erreichen", meint er. Grundsätzlich sei er mit der Arbeit der CWG zufrieden und es sei beachtlich, dass er als Quereinsteiger so weit gekommen sei. "Probiert ham ma's", ruft er einer Frau zu, die ihm trotzdem zum Ergebnis gratuliert. "Gut gemacht. Respekt. Von 0 auf 100", sagt eine andere Bürgerin. "Naja auf 50", erwidert Plößner.

Dass die vergangenen Wochen in Kirchenthumbach ein heißer Wahlkampf mit viel Kritik tobte, davon ist am Entscheidungstag nichts mehr zu spüren. Schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses unterhalten sich die Kandidaten miteinander, reden über die Coronavirus-Krise und auch nach der Entscheidung ist von der scharfen Kritik nichts mehr zu hören. Während Jürgen Kürzinger und sein SPD-Team noch im "Biemichl" einkehrten, hatte die CWG ihre Wahlkampfparty wegen des Coronavirus abgesagt. Plößner trat deshalb mit seiner Frau, die am Sonntag auch noch Geburtstag feierte, direkt den Heimweg an.

Info:

Uli Grötsch freut sich über Kürzingers Sieg

Beim Wahlabend in Schwarzenbach freut sich Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch über das Ergebnis in Kirchenthumbach: "Es war ein heftiger Wahlkampf in Kirchenthumbach. Die CWG hat einen Wahlkampf mit teils persönlichen Angriffen betrieben, deswegen freue ich mich, dass Jürgen Kürzinger gewonnen hat." (msh)

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