08.11.2019 - 12:35 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Aussegnungshalle: Räte lehnen Studie ab

Der Sanierungsbedarf im Außen- und Innenbereich der Aussegungshalle ist für Bürgermeister und Marktgemeinderäte unbestritten. Über den Umfang der Arbeiten bestehen allerdings Meinungsverschiedenheiten.

Ohne die vom Bürgermeister vorgeschlagene Machbarkeitsstudie sollen die Aussegnungshalle und deren Umfeld saniert werden. Die weiteren Beratungen überweist der Marktgemeinderat an den Bauausschuss.
von Robert DotzauerProfil

"Wenn schon sanieren, dann klotzen", heißt es bei der Betrachtung und Bewertung der Schäden in der kommunalen Aussegnungshalle. Das zeitlose architektonische Schmuckstück kommt in die Jahre. Da wird es Zeit, bei vielen Gewerken anzupacken, betonte Bürgermeister Jürgen Kürzinger am Mittwochabend in der Sitzung des Marktgemeinderats.

Zum „Klotzen“ gehörte bereits die Einholung eines Angebots der Firma Weiher aus Freiburg für eine Machbarkeitsstudie. Die Breisgauer sind Friedhofsexperten und legten der Verwaltung einen Kostenvoranschlag in Höhe von 8500 Euro zur Ausarbeitung einer Raumplanung vor, um „optisch unterkühlte Hallen in einladende Räume umzugestalten“, wie es in der Leistungsbeschreibung heißt.

Für Kürzinger sollte der Vorschlag zunächst nur ein Signal an den Marktgemeinderat sein, sich der Sanierung des Friedhofes, insbesondere der Aussegnungshalle, anzunehmen und dafür Mittel in den Haushalt 2020 einzustellen. In der Diskussion fanden allerdings einige Marktgemeinderäte den Ansatz in der Machbarkeitsstudie viel zu aufwendig.

Zweifel an der Notwendigkeit äußerte zuallererst Jan Wiltsch. „Man braucht nicht für alle Projekte Machbarkeitsstudien“, fand er und schlug vor, die Sanierungsmaßnahme auf kleiner Flamme mit bescheidenen Mitteln anzupacken. Dazu empfahl er eine Vorberatung durch den Bauausschuss.

Auch bei Winfried Sporrer stieß der Aufwand mit einer Machbarkeitsstudie auf Widerstand. Er bezeichnete den Vorschlag als Spielerei und schlug stattdessen vor, mit den weiteren Planungen den Bauhofleiter zu beauftragen. Georg Adelhardt schloss sich dieser Meinung an. Angela Kummert-Schleicher wiederum regte an, zur Abwägung einen Architekten einzuschalten. Schließlich verwies das Gremium das Thema zur Vorberatung in den Bauausschuss.

Umstritten war ein längerfristiger Vertrag mit „Learning Campus“ für die Kinder- und Jugendfreizeiten in den Sommerferien. Zustimmung gab es dennoch für die Ferienbetreuung 2020. Der Bürgermeister verwies auf das große Interesse von Eltern und Kindern in den vergangenen drei Jahren, erinnerte an die Zuschüsse der Kommune von 1920 (2017), 2600 Euro (2018) und 1690 Euro in diesem Jahr und empfahl auf der Basis der bisherigen Förderung von 65 Euro pro Kind und Woche eine Fortsetzung der Ferienfreizeiten.

Ein grundsätzliches "Ja" kam von Winfried Sporrer. Der Marktgemeinderat verstand seine Zustimmung allerdings nur für das nächste Jahr: „Wir brauchen keine Persilscheine in Form einer längeren Vertragszeit.“ Dagegen empfahl Kürzinger den Alternativvorschlag, die Vertragslaufzeit mit "Learning Campus" automatisch um das Folgejahr zu verlängern, sofern die Gemeinde nicht jeweils bis 31. Oktober des Vorjahres widerspreche. Bei einer Gegenstimme (Winfried Sporrer) genehmigte dder Martkgemeinderat diese Vertragsgestaltung.

Auf Wunsch des Bürgermeisters stellte das Gremium die Entscheidung zur Berufung eines Gemeindewahlleiters und seines Stellvertreters für die Kommunalwahlen 2020 zurück.

Im Blickpunkt:

Drohnen schießen über Ziel hinaus

Im Informationsteil gab Bürgermeister Jürgen Kürzinger ein Protestschreiben an die US-Armee wegen der Lärmbelästigungen bei Drohnen-Einsätzen bekannt. Kürzinger zitierte aus einer ersten Bewertung der US-Streitkräfte: „Vermutlich flogen einige Drohnen über ihr Ziel hinaus.“ Zudem verwies er auf ein Gesprächs- und Informationsangebot der Amerikaner. Ergänzend dazu sei eine Einladung des Marktgemeinderats in das Lager Grafenwöhr geplant, teilte der Gemeindechef mit.

Zu neuen Ehren kommt das alte Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Kirchenthumbach. Als Übergangslösung werden die Brandschützer bis zum Eintreffen eines neuen Fahrzeuges das Gefährt weiter nutzen. In diesem Sinne lautet eine Eilentscheidung des Bürgermeisters.

Aus nichtöffentlicher Sitzung machte Kürzinger Ratsbeschlüsse öffentlich. Er informierte über den Ankauf eines neues Renault-Busses zur Verwendung für den Bauhof und als Schülerbus. Das ausgediente Fahrzeug sei ausgeschrieben und an einen Meistbietenden aus der Gemeinde Kirchenthumbach „über Wert“ verkauft worden. Als Verkaufspreis nannte der Rathauschef einen Betrag von 2500 Euro.

Die öffentliche Vorstellung der Ergebnisse des Architektenwettbewerbes für den Schulhaus-Neubau kündigte der Bürgermeister nach der Entscheidung durch das Preisrichtergremium für Freitag, 15. November, an. Dann sollen die Gewinnermodelle präsentiert und die Preise verliehen werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.