01.04.2021 - 10:36 Uhr
KirchendemenreuthOberpfalz

Lastwagen auf A 93 als "tickende Zeitbombe"

Das hätte ins Auge gehen können: Die Verkehrspolizei Weiden spricht bei einem litauischen Lastwagen, den sie auf der A 93 bei Kirchendemenreuth kontrollierte, von einer "tickenden Zeitbombe".

Ohne Ventilschutz und völlig ungesichert entdeckten die Polizeibeamten eine Gasflasche im Führerhaus des Lastwagens mit litauischem Kennzeichen.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

20 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus, eine Gasflasche ohne Ventilschutz und Reifen mit zu geringer Profiltiefe: Ein hochexplosives Gemisch. Der Lastwagen, den Beamte der Verkehrspolizei Weiden am Mittwoch gegen 10.10 Uhr auf der A 93 in Fahrtrichtung Hochfranken auf dem aufgelassenen Parkplatz bei Kirchendemenreuth kontrollierten, befand sich in verkehrsgefährdendem Zustand.

Was den Beamten als erstes auffiel: Vier der sechs Reifen am Sattelauflieger waren ohne Profil. Allein schon die Fahrt mit Reifen ohne ein nötige Mindestprofil von 1,6 Millimeter führe wegen der geringen Haftung zu einem erhöhten Unfallrisiko, heißt es im Polizeibericht. Damit nicht genug standen die Laufflächen bei allen vier Reifen kurz vor der Ablösung. Das wiederum hätte zum Platzen der Reifen führen können.

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Die Ladung des Sattelgespanns mit litauischem Kennzeichens: 20 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus. Die sollten von Österreich nach Wilhelmshaven transportiert werden. Angesichts der Ladung galten für den Transporter gefahrgutrechtliche Vorschriften. Bei der weiteren Kontrolle stellten die Beamten der Schwerverkehrskontrollgruppe fest, dass der Fahrer (50) aus Weißrussland eine Gasflasche ohne Ventilschutz im Führerhaus hatte, die völlig ungesichert war. Viele Lastwagenfahrer führen laut Polizei zwar Gasflaschen mit sich, um sich in den Pausen Essen zu kochen. Doch in diesem Fall hätte beim Umstürzen der Flasche Gas ausströmen können, mit ungeahnten Folgen.

Schließlich stellte sich auch noch heraus, dass das Fahrzeug nicht mit den gültigen Unfallmerkblättern ausgerüstet war. Dazu ist der zuständige Unternehmer verpflichtet.

Der Fahrer musste vor der Weiterfahrt laut Polizei alle vier mangelhaften Reifen wechseln und die Gasflasche ordnungsgemäß sichern. Danach setzte er seine Tour fort. Er hat mit einem Bußgeld in Höhe von 510 Euro zu rechnen, der Unternehmer mit 300 Euro.

 

 

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