02.04.2019 - 12:06 Uhr
KemnathOberpfalz

Verein soll „sich neu erfinden“

Kemnather Realschüler zeigen Projektarbeiten: Ausstellung, Videos, Bildercollage.

Durch die Zeitmaschine schickten die Realschüler der Klasse 9e die Besucher der HAK-Hauptversammlung mit ihrer Ausstellung über die bayerische und Kemnather Historie zwischen 1918 und 2018. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Nicht nur Rückblicke und Neuwahlen standen auf der Hauptversammlungs-Tagesordnung des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK). Stolz zeigten die Klassen 9a und 9e der Realschule ihre mit Unterstützung des Vereins erstellten schulischen Projektarbeiten: eine Ausstellung "100 Jahre Freistaat Bayern - 100 Jahre Kemnath im Freistaat" mit Bildern und Texten zur bayerischen und Kemnather Geschichte der Jahre 1918 bis 2018 und zwei Videos über das Heimatmuseum und die Felsenkeller an der Kulmainer Straße

Mit der umfangreichen vereinsgeschichtlichen Präsentation "40 Jahre HAK im Dienste des Kemnather Landes" war das "Jahrhundertpanorama" der Klasse 9e im Hallenfoyer zu besichtigen. Bei der Gestaltung ihrer Text- und Bilder-"Collage" hatten die Schüler einen weiten thematischen Bogen geschlagen, der Details wie Adolf Hitlers Kemnath-Besuch 1935, das erste Wiesenfest 1950, die Einführung des Autokennzeichens KEM 1956 oder die "Bratwurstolympiade" von 1958 nicht aussparte. Hierfür wie für ihre gelungenen Filme ernteten sie viel Beifall. Der war auch Monika Fink, Sieglinde Wick, Rudolf Fink und Roland Küffner sowie dem Drehorgelspieler Karl Götz für die festliche musikalische Mitgestaltung des Abends sicher.

Einige programmatische Gedanken zur 40-Jahr-Feier des HAK gab Museumsleiter Anton Heindl dem von ihm mitgegründeten Verein auf den Weg. Die Bilanz dieser Jahrzehnte könne sich fraglos sehen lassen, doch müsse man sich angesichts einer verbreiteten "Vereinsmüdigkeit" und eines "Überbordwerfens vertrauter und bewährter Regeln" in unserer Gesellschaft auch der Frage stellen: "Wo steht unser HAK in zehn Jahren?" Um seinen Weg fortzusetzen und vor allem die junge Generation für sich zu gewinnen, die "die Zukunft ist", dürfe der Verein nicht davor zurückscheuen, sich "neu zu erfinden", appellierte Heindl.

Das bedeute insbesondere, attraktive jugendgerechte Angebote zu schaffen, den jungen Mitgliedern vertrauensvoll Verantwortung zu übertragen und sie darin zu bestärken, "eigene Wege einzuschlagen", ohne "die Vorgänger kopieren" zu müssen und sich an deren "Fußstapfen" messen zu lassen: "Heißen wir sie willkommen, begeistern wir sie für unseren Verein, lassen wir sie ihre Fehler machen, die auch wir gemacht haben, und freuen wir uns auf neue Wege und frische Ideen, um den HAK und unser Museum in ein sicheres Fahrwasser für die nächsten Jahrzehnte zu bringen."

Er selbst erlebe im Gedankenaustausch mit seinen Enkeln, welch großes Potenzial hier zu erschließen sei. Freilich schätze diese Generation Formen der Mitarbeit, die nicht als "Muss" empfunden würden: "Sie bringt sich gern ein, aber nicht unter dem Mantel einer Mitgliedschaft oder eines Mitgliedsbeitrages. Diese Art Verpflichtungen wollen viele von ihnen nicht, weil dies nicht der Freiheit entspricht, die sie in ihrer Freizeit mit oft kurzzeitig sich ändernden Gestaltungsmöglichkeiten anstreben." "Neue Ideen, die uns den Zugang zur Jugend öffnen", erhoffe er sich von den museumspädagogischen Anregungen der Kreismuseumsbeauftragten Barbara Habel. "Gemeinsam und mit Gottvertrauen" werde man die Zukunft von HAK und Museum sichern, schloss Heindl, wobei er nicht ausschließen wollte, "in absehbarer Zeit" nach zehn aktiven Jahren im Museumskreis kürzer zu treten.

40 Jahre Vereinsgeschichte ließ der HAK in seiner Jubiläumsausstellung Revue passieren. Dokumentiert wurden auch das Wirtshaussingen und die frühere Volkstanzgruppe. Bild: bjp
Info:

Silber, Wachs und Lebkuchen

Kemnath. (bjp) Ein abwechslungsreiches Programm will die Museumsgruppe des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK) allen Geschichtsfreunden auch in den nächsten Monaten bieten. Für 5. Mai stehe das Museumsfest mit Flohmarkt im Terminkalender, und am 4. August werde die Ausstellung „Alles Silber?“ eröffnet, kündigte Museumsleiter Anton Heindl an: „Hierfür sind Leihgaben aus Silber oder Silberimitaten willkommen. Allerdings soll kein Schmuck gezeigt werden, wohl aber Gebrauchsgegenstände und religiöse wie profane Kunst.“

Die Weihnachtsausstellung werde an „Kemnather Lebküchner und Wachszieher“ erinnern, für 2020 feile Heindl zusammen mit Regina Ponnath am Konzept für eine Präsentation über die Brauerei „Lenzbräu“. Er hoffe, dass die Stadt im früheren Brauereianwesen, dessen Umbau zum Bürgerhaus anstehe, Raum für eine Dauerausstellungsvitrine zur Gebäude- und Firmengeschichte schaffen werden. Ferner bietet der HAK heuer vier Exkursionen mit Georangern auf dem „Geoerlebnisweg Kemnather Land“ und eine Sagenlesung mit Adrian Rossner zur Museumsnacht am 25. Oktober an. Für Juni 2020 plant die „Stadtwache“ wieder ein Feldlager.

40 Jahre Vereinsgeschichte ließ der HAK in seiner Jubiläumsausstellung Revue passieren. Plakate und Bilder illustrierten auch die Entwicklung des 1984 eröffneten Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums. Bild: bjp
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