06.06.2021 - 17:13 Uhr
KemnathOberpfalz

Regenmassen beschäftigen Feuerwehren im Kemnather Land

Heftige Regenschauer sorgten am Samstag für vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und überlastete Kanalisationen. Betroffen waren die Orte Weha, Kastl und Kemnath. Die Feuerwehren hatten einige Einsätze abzuarbeiten.

von Michael DenzProfil

Binnen kürzester Zeit gingen am Samstagnachmittag eine Niederschlagsmenge von 50 Liter pro Quadratmeter und teils auch mehr nieder. Größere Überflutungen blieben zwar aus, stark getroffen hat es aber den Kastler Ortsteil Weha. „Wassergräben verwandelten sich zu Bächen, welche schließlich übertraten und für Überschwemmung sorgten“, berichtet der Kastler Feuerwehrkommandant Ludwig Kugler. Auch der Pegel der Haidenaab stieg zu diesem Zeitpunkt enorm an.

Kanaldeckel angehoben

Gegen 15.20 Uhr riefen Wehaer die Feuerwehr zur Hilfe. „Der Weg zum Feuerwehrhaus nach der Alarmierung war gefährlich“, erinnert sich Kugler. „In der Donatusstraße waren die großen Kanaldeckel durch die überlastete Kanalisation angehoben worden.“ In mehreren Häusern sei Wasser samt Schlamm und Geröll in den Kellern gestanden, die Straßen in Weha hätten teils in voller Breite die Wassermassen durch den Ort getragen. In einem Gebäude sei der Keller rund einen Meter unter Wasser gestanden, und auch eine Scheune sei vollgelaufen. Dass sich das Ausmaß auf einzelne Häuser beschränkte, ist laut Kugler neben den Wehren aus Kastl, Kemnath, Unterbruck, Pressath und Atzmannsberg auch den Ortsbewohnern zu verdanken. Diese halfen „mit Traktoren und anderen Maschinen, als auch mit Handwerkzeugen, Brettern, Sandsäcken und Schalplatten mit“. Damit wurden Gräben geschaffen, um die Wassermassen durch den Ort zu leiten.

Auch in Kastl selbst waren Einsatzkräfte erforderlich. „In der Donatusstraße und in der Hauptstraße musste je ein Keller ausgepumpt werden“, erklärt Ludwig Kugler. Innerhalb von rund 40 Minuten regnete es 50 Liter pro Quadratmeter. Der Pegel der Haidenaab stieg in kurzer Zeit kräftig an. Um 14 Uhr betrug er noch Zentimeter, um 17 Uhr lag er schon bei 175 Zentimeter. Dass auch viel Erdreich ausgespült wurde, zeigte sich an der rotbraunen Farbe des Wassers der Haidenaab.

Drei Einsatzstellen fuhr die Kemnather Feuerwehr im Stadtgebiet am Samstagnachmittag und -abend an. Der heftige Niederschlag sorgte zwar für ausgespülte Wege und überschwemmte landwirtschaftliche Flächen, größere Schäden blieben aber aus. So stand die Unterführung der Bundesstraße 22 in der Röntgenstraße unter Wasser, der Bauhof musste sie sperren. Die Floriansjünger pumpten wegen der dort verstopften Kanalisation das Wasser ab und spülten die Abwasserleitung.

Tiefgarage ausgepumpt

Zu einem Wassereintritt kam es in einem Wintergarten in der Hohen Straße. Mit einem Sauger konnte das Wasser rasch beseitigt werden. In der Bürgermeister-Högl-Straße stand gegen 18 Uhr eine Tiefgarage mehrere Zentimeter unter Wasser. Auch hier sorgten mehrere Pumpen und Wassersauger für Abhilfe. Weitere Kemnather Einsatzkräfte standen auf Bereitschaft beim städtischen Bauhof, um Sandsäcke zu befüllen.

Wasser im Keller rief gegen 22 Uhr wieder die Krummennaaber Feuerwehr auf den Plan, nachdem sie zuvor gegen 16.45 Uhr ebenfalls wegen einer überschwemmten Fahrbahn alarmiert worden war. Die Kollegen in Friedenfels rückten gegen 19 Uhr wegen eines Baumes, der auf der Straße lag, aus.

Ruhe war den Floriansjüngern auch am Sonntag nicht vergönnt. In Thumsenreuth wurde ihnen gegen 14.30 Uhr ein gefluteter Keller gemeldet. Zeitgleich staute sich auf einer Straße in Kemnath wieder Wasser.

Auch andere Regionen in der Oberpfalz blieben vom Unwetter nicht verschont

Oberpfalz

Die Vorteile des „Versorgungslastkraftwagens mit modularem Gerätesatz Hochwasser“ des Freistaates Bayern, der bei der Feuerwehr Kemnath steht, zeigten sich bei den Unwettereinsätzen erneut. Durch die Gerätschaften, vor allem den leistungsstarken Schmutzwasserpumpen, war es möglich, an mehreren Einsatzstellen gleichzeitig zu arbeiten und große Mengen an Schmutzwasser samt Schlamm und Geröll abzupumpen. Zudem wurden mit dem Fahrzeug gefüllte Sandsäcke transportiert.

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