28.09.2020 - 17:09 Uhr
KemnathOberpfalz

Ökumene in Kemnath und Wirbenz lebt

Christen beider Konfessionen erfahren, was Dankbarkeit heißt

Die beiden Pfarrer Dirk Grafe und Thomas Kraus (von links) zelebrierten den ökumenischen Gottesdienst auf dem Dorfplatz in Oberndorf.
von Josef ZaglmannProfil

Zu einer ökumenischen Sternwanderung hatten die beiden Pfarrer Thomas Kraus und Dirk Grafe die Mitglieder ihrer Pfarrgemeinden eingeladen. Am Sonntagnachmittag machten sich einige Christen der evangelischen Pfarrei Wirbenz von der dortigen Kirche aus auf den Weg nach Oberndorf. Die Christen der katholischen Pfarrei Kemnath wanderten von der Stadtpfarrkirche Kemnath aus dorthin.

Weil sie sich heuer wegen der Sicherheitsvorschriften in der Corona-Pandemie nicht in der Filialkirche St. Georg versammeln konnten, feierten sie gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Dorfplatz. "Gott eint uns in der Verschiedenheit unserer Konfessionen und lädt uns immer wieder neu zur Begegnung mit ihm und untereinander ein", betonte Pfarrer Grafe beim Eingangsgebet.

Benötigtes im Überfluss

Nach dem apostolischen Glaubensbekenntnis und dem Lied "Laudate omnes gentes" ("Lobsingt ihr Völker alle") trugen die beiden Seelsorger ihre Gedanken zum Thema "Dankbarkeit" im Wechsel vor. "Wir wollen in diesen herausfordernden Zeiten trotz allem Schweren nicht vergessen, was uns tagtäglich geschenkt wird", gab Pfarrer Kraus zu bedenken. "Alles, was wir zum Leben brauchen, haben wir hier im Überfluss", versicherte Grafe. Er sei dankbar, dass die ökumenischen Begegnungen, die mit Pfarrer Konrad Amschl begannen, auch von seinem Nachfolger Thomas Kraus fortgesetzt werden.

Wir sollten dankbar sein, in einem freien Land leben und sich offen zum Glauben bekennen zu dürfen. "Begegnungen machen unser Menschsein aus", wusste Pfarrer Kraus. Davon lebe auch der Glaube. Abstand zu halten zeige, wie wichtig Nähe und Begegnung fürs Zusammenleben seien.

Vielfalt bereichert

Wir sollten dankbar für die vielen Menschen sein, die auch in diesen Tagen täglich ihren Mann und ihre Frau in Beruf und Familie stehen und darüber hinaus im Ehrenamt Verantwortung übernehmen zum Wohl ihrer Mitmenschen. Dankbarkeit sei auch geboten für die Vielfalt der Ideen, die es ermöglichen, unser Zusammenleben zu gestalten und unseren Glauben zu leben. "Wenn ein Gottesdienst in der Kirche nicht geht, dann eben hier auf dem Dorfplatz", betonte Pfarrer Kraus. Ausfallen lassen, sich ängstlich zurückziehen sei bei aller gebotenen Vorsicht keine Option. Krisenzeiten seien immer wieder Momente, die die menschliche Kreativität anspornten und etwas Neues entstehen ließen.

"Wir dürfen dankbar sein, dass sich unsere beiden Gemeinden heute in versöhnter Verschiedenheit und bereichernder Vielfalt begegnen", sagte Pfarrer Kraus. Das Gemeinsame sei stärker als das Trennende. In den Gemeinden Kemnath und Wirbenz gelinge ein gutes ökumenisches Miteinander durch Offenheit, Vertrauen und eine unkomplizierte Zusammenarbeit.

Mit dem Lied "Geh unter der Gnade", gespielt vom Posaunenchor Kemnath/Wirbenz/Immenreuth unter der Leitung von Susi Kropf, endete der besinnliche ökumenische Gottesdienst im Freien. Beim gemütlichen Beisammensein auf dem Dorfplatz tauschten sich die Christen beider Konfessionen zwanglos miteinander aus.

Die beiden Pfarrer Dirk Grafe und Thomas Kraus (von links) zelebrierten den ökumenischen Gottesdienst auf dem Dorfplatz in Oberndorf.
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