06.08.2020 - 12:50 Uhr
KemnathOberpfalz

Mutig über die Seilbrücke

„Nur Mut“, rief Betreuer Michael Wagner seinen Schützlingen beim Überqueren der Seilbrücke über den Teich zu.
von Josef ZaglmannProfil

Wer Lust auf Ferienerlebnisse in luftiger Höhe hatte, der war beim Ferienprogramm "Der Berg ruft" von Learning Campus in der zweiten Ferienwoche genau richtig. Fünf Jungen und sieben Mädchen in der Altersgruppe von 9 bis 15 Jahren hatten sich zu dieser Kletterwoche für Gipfelstürmer angemeldet.

"Ran an den Klettergurt", lautete das Kommando von Betreuer Michael Wagner. "Viele Wege führen nach oben", wusste er. Ob mit der selbstgebauten Strickleiter, beim Kistenklettern, beim Monkeyaufstieg oder der Kooperationsübung "Liane" - der qualifizierte Kletterguide bot den mutigen Jugendlichen fünf Tage lang ein grenzenloses Erlebnis mit viel Bewegung und einer Menge neuem Know-how rund ums Klettern.

Mohawk Walk im Team

Hochziehen im Baum, Felsenklettern, Leiterüberstieg, Knotenkunde, Bauen und Erklettern einer Strickleiter oder Kistenklettern waren Aktionen, die Michael Wagner im Laufe der erlebnisreichen Woche mit den Jugendlichen erfolgreich absolvierte. Die angehende Erzieherin Linda Stumpf unterstütze ihn dabei tatkräftig.

Mit dem sogenannten Mohawk Walk wurden viele Kompetenzen der einzelnen Kinder wie Vertrauen, Kooperation, gegenseitige Unterstützung, Problemlösungskompetenzen, Kreativität und Durchhaltevermögen geschult. Dabei bildeten gespannte Seile einen Parcours, den alle bewältigen sollten, ohne den Boden zu berühren. Das gelang aber nur, da sich alle gegenseitig unterstützten.

Einer der Höhepunkte war die Seilbrücke über den Teich auf dem Schulgelände. Zuvor spannte Michael Wagner mit einigen Buben einen zehn Meter langen Zurrgurt in einer Höhe von einem Meter über dem Wasser. Der Handlauf war 2,50 Meter hoch, das Sicherungsseil, das den Gurt absicherte, drei Meter über der Wasseroberfläche. Mit viel Mut und Konzentration schafften alle diese schwierige Übung bravourös.

Es gab auch noch andere Aktivitäten in dieser Ferienwoche. Gemeinsam sammelten die Teilnehmer trockenes Holz für ein Lagerfeuer, das mit Zunder und ohne Zündhölzer und Feuerzeug entzündet werden musste. Das Stockbrot am Lagerfeuer schmeckte allen besonders gut. Auch Learning-Campus-Chef Stephan Müller schaute kurz vorbei. Er war von den Leistungen des Teams sehr angetan.

Zusätzliche Hilfskräfte

"520 Kinder nehmen heuer an unseren Programmen teil", berichtete er, "die doppelte Anzahl hätten wir buchen können." Aber dazu fehlten an den Standorten Altenstadt, Waidhaus, Marktredwitz, Eschenbach die Kapazitäten. "Um unser ausgeklügelte Sicherheits- und Schutzkonzept in die Tat umzusetzen, mussten zu den 100 festangestellten Betreuern heuer zusätzliche Hilfskräfte gefunden und eingesetzt werden", erzählte Müller.

Für die nächsten Programme gilt für die Urlaubsrückkehrer eine besondere Vorsichtsmaßnahme. Wer mit seinen Eltern den Urlaub in einem Risikogebiet verbrachte, muss einen Corona-Test vorweisen. "Sonst darf er bei uns nicht mitmachen", versicherte Müller. Er hofft, dass alle Ferienprogramme wie geplant ablaufen - ohne Coronafälle an den Standorten. "Wir wollten heuer unsere Ferienprogramme nicht absagen", betonte er. "Nach 16 erfolgreichen Jahren Learning Campus waren wir das den Eltern und Kindern schuldig."

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