21.01.2021 - 15:00 Uhr
KemnathOberpfalz

"Mega-Projekt" mit Fernwirkung

Es wird ein Feuerwehrgerätehaus, das sicherlich nicht jede Kommune hat: Das gilt für die Architektur mit einem markanten „F“-Turm und für die geschätzten Gesamtkosten von knapp 10 Millionen Euro. In Kemnath soll es realisiert werden.

von Holger Stiegler (STG)Profil

An der „Heimat“ der Feuerwehr Kemnath besteht seit geraumer Zeit Handlungs- und Sanierungsbedarf. Die Kommune hat sich dazu entschieden, keine „halben Sachen“ und Flickwerk zu machen, sondern „in die Vollen“ zu gehen und einen kompletten Neubau in Angriff zu nehmen. Den aktuellen Stand der Planungen präsentierten Architekt Wolfgang Schultes und Bauingenieur Matthias Stelzl in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

Grob skizziert wird das neue Heim der Feuerwehr aus zwei Bereichen bestehen – der Fahrzeughalle mit 13 Stellplätzen sowie einem Schulungs- und Sozialtrakt. In der Halle werden nicht nur die Autos und Einsatzfahrzeuge der Wehr untergebracht, sondern beispielsweise auch eine Werkstatt, eine Waschhalle und verschiedene Lagerbereiche. Vorgesehen ist auch ein Schleusensystem für den Reinigungsbereich von Atemschutz, Schlauch und Geräten. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass diese Bereiche auch von anderen Wehren genutzt werden können. „Jeder Quadratmeter des neuen Gebäudes ist sinnvoll genutzt“, versprachen Schultes und Stelzl, die sich in vielen Sitzungen mit den Verantwortlichen der Feuerwehr ausgetauscht hatten. Eine Besonderheit des neuen Gebäudes ist die Einrichtung einer „Übungswohnung“ über zwei Etagen sowie der „rote F“-Turm, der auch eine gewisse Fernwirkung ausstrahlt.

Baubeginn 2022

In dem Schulungs- und Sozialtrakt sind unter anderem Umkleiden und Sanitärräume für Männer und Frauen untergebracht - aber auch für die Jugendfeuerwehr. Verschiedene Besprechungs- und Schulungsräume sind genauso eingeplant wie eine Ausstellungshalle für „historische“ Geräte und Fahrzeuge. Im Obergeschoss dieses Bereiches wird es außerdem weitere Lagerflächen sowie eine Hausmeisterwohnung mit einer Größe von etwa 120 Quadratmetern geben. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei etwa 9,85 Millionen Euro, davon sind etwa 1,17 Millionen Euro als Fördermittel zu erwarten. Baubeginn soll 2022 sein. Wenn der Neubau fertiggestellt ist, sollen die Bestandsgebäude abgebrochen werden.

„Das muss uns die Stützpunktfeuerwehr auch wert sein.“

Bürgermeister Roman Schäffler

Bürgermeister Roman Schäffler lobte die „durch und durch gelungene Planung“, die sich nun aus zahlreichen Vorgesprächen ergeben habe. Er räumte ein, dass es sich angesichts der Größe und der finanziellen Dimension um ein „Mega-Projekt“ handele. „Das muss uns die Stützpunktfeuerwehr auch wert sein“, sagte der Bürgermeister und verwies zudem auf die Synergieeffekte für andere Wehren, die mit der Ausstattung des Gebäudes erreicht werde. Sein besonderer Dank galt den beiden Kommandanten Peter Denz und Fred Vogel, die sich mit hohem Einsatz in die Planungen eingebracht hatten.

Vorteile durch zeitliche Verzögerung

Die Fraktionssprecher Stefan Prechtl (CSU/CLU), Christian Baumann (FW/FWG), Katharina Hage (Grüne) und Jutta Deiml (SPD) begrüßten die vorgestellten Planungen. Baumann ergänzte, dass man die Kosten natürlich auch verdauen müsse, wenn man anschaue, dass man mit Sanierungsüberlegungen begonnen habe, die vielleicht 1 bis 2 Millionen ausgemacht hätten. „Aber wir bauen für die Zukunft“, rechtfertigte Baumann die geschätzten Kosten. Altbürgermeister Werner Nickl (CSU) hob hervor, dass man jetzt über den geplanten Neubau in einer Form diskutieren könne, wie es vor einigen Jahren nicht vorstellbar gewesen sei. „Die zeitliche Verzögerung, mit der das Projekt jetzt angegangen wird, hat also Vorteile gebracht“, sagte Nickl.

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