09.03.2021 - 15:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Markant weniger Verkehrsunfälle im Kemnather Land

Ein Minus von 16 Prozent: Was sich in Jahresbilanzen von Börsenunternehmen oder in den Mitgliederlisten von Vereinen eher unangenehm liest, erfreut dagegen die Kemnather Polizei. Sie stellt jetzt ihre Verkehrsunfallstatistik für 2020 vor.

Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner (rechts) und Polizeioberkommissar Carsten Landgraf stellten die Verkehrsunfallstatistik der Kemnather Inspektion für das Jahr 2020 vor.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner und Polizeioberkommissar Carsten Landgraf sind recht guter Dinge, als sie die statistischen Zahlen für das Jahr 2020 präsentieren. "Mit 602 Verkehrsunfällen fiel die Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr um 114 Unfälle, das entspricht einem Minus von 16 Prozent", berichtet Gleißner. Die deutliche Senkung in diesem Jahr, so er und Landgraf unisono, sei hauptsächlich der Corona-Pandemie mit ihren gesetzlichen Beschränkungen zuzuschreiben - sprich: Es war einfach auch weniger los auf den Straßen. Der Zuständigkeitsbereich der PI Kemnath umfasst insgesamt eine Fläche von 328 Quadratkilometern, auf der 24 600 Einwohner leben.

Während im Jahr 2019 im Dienstbereich 114 schwerwiegende Verkehrsunfälle verzeichnet wurden, sanken diese im Jahr 2020 auf 91 (minus 20 Prozent). "Den Großteil aller Unfälle nahmen - wie auch die Jahre zuvor - erneut die Wildunfälle mit 308 Unfällen ein, welche im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgingen", berichtet Landgraf. Die Unfälle mit Personenschaden sowie die Zahl der verletzten Personen würden erneut den positiven bayerischen Trend widerspiegeln: 2020 wurden 56 Unfälle mit Personenschaden mit 73 Verletzten registriert, im Jahr 2019 waren es noch 73 Unfälle mit 94 Verletzten. Leider, bedauern die Polizisten, habe es im Dienstbereich im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen vier Tote gegeben.

Tempo selten die Ursache

Ein besonderes Ziel der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit sei die Bekämpfung der Unfälle, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. "Mit zwölf Unfällen ist diese Unfallursache 2020 auf einem sehr niedrigen Niveau", meint Landgraf. Jedoch müsse man den Einfluss von Witterungsbedingungen, vor allem im Winter Schnee- und Eisglätte, sehen. Interessante Zahlen gibt es bei den Verkehrsunfällen auch beim Alter: Die Unfälle mit Beteiligung von Senioren (ab 65 Jahren) fielen deutlich, die Beteiligung von jungen Erwachsenen (bis 24 Jahre) blieb im Vergleich zum Vorjahr gleich. 2019 waren 46 Senioren an einem Unfall beteiligt, im Vorjahr nur 28 (minus 39 Prozent). Bei den jungen Erwachsenen waren es jeweils 36 Unfälle. Gestiegen ist die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss - von acht Feststellungen im Jahr 2019 auf 9 Fälle im Jahr 2020.

Beleuchtet wird von den Beamten auch das Thema Unfallflucht. "Bei 63 Unfällen, 19 weniger als noch 2019, flüchtete einer der Unfallbeteiligten, wobei die überwiegende Mehrzahl der Fälle sogenannte ,Parkrempler' waren", berichtet Landgraf.

„Für diesen Erfolg spielt insbesondere die gute Beziehung der PI Kemnath zu den Menschen im Dienstbereich eine große Rolle, da Hinweise aus der Bevölkerung ein entscheidender Baustein für erfolgreiche Ermittlungen sind."

Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner zur hohen Aufklärungsquote bei Unfallfluchten

Besonders erfreulich sei die hohe Aufklärungsquote, denn gut jede dritte Verkehrsunfallflucht (35 Prozent) werde geklärt. Hier setze sich ein langjähriger Trend fort. "Für diesen Erfolg spielt insbesondere die gute Beziehung der PI Kemnath zu den Menschen im Dienstbereich eine große Rolle, da Hinweise aus der Bevölkerung ein entscheidender Baustein für erfolgreiche Ermittlungen sind", freut sich Gleißner.

51 Alkoholfahrten

Einen hohen Stellenwert in der Arbeit der PI haben die präventiven Maßnahmen - hier vor allem die Kontrollmaßnahmen der Kraftfahrer hinsichtlich deren Verkehrstüchtigkeit, Geschwindigkeitsmessungen sowie Gurt- und Handykontrollen. "Es wurden insgesamt 51 alkoholisierte Kraftfahrer festgestellt, wobei in neun Fällen ein Verkehrsunfall verursacht wurde", sagt Landgraf. Bei weiteren 11 Kraftfahrzeugführern sei der Einfluss von Drogen festgestellt worden. Bei Geschwindigkeitskontrollen mit der Laserpistole wurden 137 Kraftfahrer wegen einer erheblichen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durch Beamte der PI Kemnath und der Operativen Ergänzungsdienste aus Weiden beanstandet. "Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert, damals waren es 159 Kraftfahrer", weiß Landgraf.

Auch in diesem Fall müssen die Beamten den Fahrer ermitteln

Kemnath

Zudem haben Mitarbeiter der VPI Weiden im Zuständigkeitsbereich der Dienststelle Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen. Unter anderem wurden durch den Einsatz von Radar-Messgeräten weitere 331 Kraftfahrzeugführer wegen einer erheblichen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit inner- und außerorts zur Kasse gebeten. Weitere 1059 Verkehrsteilnehmer mussten ein Verwarnungsgeld bis 35 Euro bezahlen.

114 Personen mit Handy

Einen weiteren Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit bildeten Kontrollen unter dem Aspekt der Ablenkung im Straßenverkehr: 114 Kraftfahrzeugführer wurden zur Anzeige gebracht, da sie während der Fahrt telefonierten oder ihr Mobiltelefon aufnahmen. "Dies ist eine deutliche Steigerung von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", berichtet Landgraf.

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