29.11.2019 - 12:06 Uhr
KemnathOberpfalz

Im Kurbelumdrehen Wunsch erfüllt

"Kemnather Museumsmeile": Das klingt selbstbewusst, und dieses Selbstbewusstsein können sich Museumsleiter Anton Heindl und sein Team leisten. Vor allem die Musikautomatenausstellung "Musikeum" ist längst zum Anziehungspunkt geworden.

Die musikalische Begleitung des Kemnather "Musikeums"-Nachmittags übernahm Konrad Merkl aus Immenreuth (Bild) gemeinsam mit dem Waldsassener Drehorgel-Duo Drelitschek.
von Bernhard PiegsaProfil
Mittelalterliche Schaubaustelle:

Geschichtsfreunde laden ein

Am Nikolaus- und Candlelight-Shopping-Tag (Freitag, 6. Dezember) zeigt das Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in der Fronveste, Trautenbergstraße 36, erstmals seine Weihnachtsausstellung über die Wachszieher und Lebküchner der Anzensteinstadt. Doch das ist nicht alles: Der KEM-Verband wird den Weg vom Stadtplatz zum "Musikeum" festlich illuminieren. Zudem weisen historisch Gewandete der Stadtwache auf die Handwerksvorführungen der mittelalterlichen Schaubaustelle des Geschichtsparks Bärnau-Tachau hin. Auf dem Platz beim Alten Rathaus (Stadtbücherei) präsentieren die Mitarbeiter des größten mittelalterlichen Freilichtmuseums Deutschlands in zeitgenössischer Gewandung historisches Handwerk im 14. Jahrhundert.

Wer am 6. Dezember das Museum und die neue Ausstellung nicht besuchen kann, hat hierzu bis 2. Februar 2020 jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag des Monats zusätzlich von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit. Der Eintritt ist frei. Das "Musikeum" im Meisterhaus, Trautenbergstraße 30, öffnet im neuen Jahr am 26. Januar, 1. März, 18. Oktober und 22. November jeweils von 14 bis 16 Uhr. Wie immer gibt es dann gegen eine Spende Kaffee und Kuchen.

Liebhaber mechanischer Musikautomaten aus der ganzen Region zwischen Bayreuth und Waldsassen erfreuten sich auch beim vierten "Musikeum"-Nachmittag 2019 in großer Zahl an der "Musik aus einer anderen Welt". Über die von ihm selbst mit viel Findigkeit aufgespürten Ur-Ur-Ahnen der heutigen MP3- und MP4-Player wusste Heindl auch diesmal manches "Histörchen" zu erzählen. Doch auch die Besucher warteten mit Überraschungen auf: So brachte ein Gast, der selbst kein Abspielgerät besitzt, etliche, gut 100 Jahre alte Tonträger-Pappplatten für eine "Ariston"-Organette mit, um die Melodien wenigstens einmal zu hören.

Glücklicherweise gehört ein solcher Apparat zu den derzeit 76 Ausstellungsobjekten, so dass Heindl diesen Wunsch im Kurbelumdrehen erfüllen konnte.

Auch die "Livemusik" kam nicht zu kurz: Dafür sorgten Konrad Merkl aus Immenreuth am Klavier sowie das Duo Drelitschek, das eine kleine Drehorgel mit einer Holzwalze und "vogelzwitschernd" hellem Klang mitgebracht hatte. Mit "Opas Ohrwürmern" wie der "Berliner Luft", dem Sportpalastwalzer, "Mariechen stand weinend", "Glühwürmchenidyll" und "Solang noch unter'n Linden" unterhielten die beiden Leierkastenmänner aus Waldsassen ihr Publikum. Eine Antiquitätenexpertin aus Bayreuth bewertete mitgebrachte "Schätze", darunter als besonderen Leckerbissen einen gerahmten Stammbaum der Landgrafen von Leuchtenberg aus dem 17. Jahrhundert.

Die nächste Gelegenheit, einen Blick in die Musiklandschaft im Meisterhaus an der Trautenbergstraße zu werfen, bietet sich am "Candlelight-Freitag", 6. Dezember, ab 17.45 Uhr, wenn der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis (HAK) die Weihnachtsausstellung des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums über Kemnather Wachszieher und Lebküchner eröffnet. Bei dieser Gelegenheit stellt Heindl das Museumsprogramm für 2020 vor. Von 18 bis 20 Uhr führt Kerzengestalterin Christine Heinl von der "Ebnather Kerzengarage" vor, wie man einst edle Wachslichter fachgerecht und kunstvoll verzierte.

Die Ausstellung selbst, bei deren Gestaltung das HAK-Museumsteam von der Bayerischen Wachszieherinnung und vom Stiftlandmuseum in Waldsassen unterstützt wird, ist im Ausstellungsraum der Fronveste zu besichtigen.

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