07.12.2020 - 17:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather feiern Kolpinggedenktag: Identität zur Heimat

Mit einem Gottesdienst gedachte die Kemnather Kolpingsfamilie dem Gesellenvater, der auch heute noch dazu aufruft, "der Welt ein menschliches Gesicht" zu schenken.

Stadtpfarrer Thomas Kraus
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Adolph Kolping verstarb am 4. Dezember 1865 in Köln. Deshalb gedenken in diesen Tagen, Kolpingsfamilien auf der ganzen Welt ihrem Gründer – so auch in Kemnath. Mit einem Vorabendgottesdienst beginnt traditionell der Kolpinggedenktag für die Kemnather Kolpingsfamilie. Nicht stattfinden, konnte in diesem Jahr das gemütliche Beisammensein, mit Ehrungen, Rück- und Ausblick im Gesellenhaus. Dennoch, gratulierte Stadtpfarrer Thomas Kraus den Jubilaren und dankte ihnen für ihr langjähriges Engagement und Mitgliedschaft im Verein.

Viel Kraft und Leidenschaft

"Kolping schafft eine Identität mit unserer Heimat und bringt uns das ganze Jahr über zusammen", sagte Kraus in seiner Predigt. "Wie schön und wie wichtig die regelmäßigen Veranstaltungen für uns sind, merke man erst, wenn sie nicht mehr stattfinden", so Kraus. "Ohne Herzblut, wäre alles spröde, das zieht keinen an." Viel Kraft und Leidenschaft, stecke die Kolpingsfamilie Kemnath in ihre Aktivitäten, dass habe er auch in den Vorstandschaftssitzungen gemerkt. "Ihr habt trotz Pandemie versucht, im Rahmen der Möglichkeiten etwas anzubieten", so Kraus. Auch für 2020 standen viele Aktionen auf dem Programm, "auf die wir alle verzichten mussten".

Kolping als Wegbereiter

In seiner Predigt, ging Kraus auf das Gemälde des Gesellenvaters ein, welches vor dem Altar aufgestellt war. Das Bild zeigt Adolph Kolping mit einem langen, ausgestreckten Zeigefinger. "Vermutlich spielt der Künstler auf ein Gemälde von Johannes den Täufer an, welches sich auf dem Altar in Isenheim im Oberelsass befindet", so Kraus. Dort deutet Johannes mit seinem Zeigefinger auf den gekreuzigten Jesus. "Johannes Aufgabe war es, Jesus den Weg zubereiten", sagt er. "Adolph Kolping war und ist ein Wegbereiter für uns." Gemeinsam hatten die beiden, laut Kraus auch, dass sie wohl in ihrer Zeit nicht so beliebt waren, weil sie den Finger in die Wunden ihrer Zeit legten. Kolping wuchs in dreckigen Verhältnissen auf, hat Armut und Not gekannt. Dennoch zeigt er von seinen eigenen Bedürfnissen weg, hin zu Gott und den Menschen in Not. Kolping rief dazu auf "der Welt ein menschliches Gesicht zu schenken", das sei heute genau so wichtig, wie damals. "Mit Gott im Herzen, können wir die richtigen Entscheidungen treffen", so Kraus.

Adventsfenster am Gesellenhaus

Am Ende des Gottesdienstes, lud der Stadtpfarrer zum nächsten Adventsfenster, am Sonntag 13. Dezember, um 17 Uhr ein. Das Adventsfenster wird von der Kolpingsfamilie vorbereitet und findet im Freien, vor dem Gesellenhaus satt. Bei schlechter Witterung wird in die Stadtpfarrkirche ausgewichen.

Hintergrund:

Zur Person

  • Adolph Kolping wird am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Mit 13 Jahren beginnt er eine Lehre zum Schuhmacher. Er geht auf Wanderschaft und lernt das Elend der wandernden Gesellen kennen.
  • Mit 23 Jahren will er Priester werden und erhält finanzielle Unterstützung. Er holt das Abitur nach und bekommt ein Stipendium für ein Theologiestudium, das er 1844 abschließt.
  • 1845 wird er zum Priester geweiht, arbeitet als Kaplan und Religionslehrer in Elberfeld. Im „Katholischen Jünglingsverein zu Eberfeld“ engagiert er sich und nimmt er sich vor, weitere Gesellenvereine für junge Handwerker zu gründen.
  • Kolping lässt sich im April 1849 als Domvikar nach Köln versetzen, gründet kurze Zeit später den Kölner Gesellenverein.
  • Kolping stirbt am 4. Dezember 1865 und wird am 27. Oktober 1991 selig gesprochen

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Ebnath
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