02.04.2019 - 12:05 Uhr
KemnathOberpfalz

Junge Generation entdeckt Geschichte

Zehn Neueintritte im Jahr 2018: Zu seinem 40. "Geburtstag" sieht sich der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung (HAK) nach einer Zeit der Stagnation wieder im Aufwind.

Seinen letzten Rechenschaftsbericht als Vorsitzender hielt Hans Rösch bei der Hauptversammlung des HAK. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Besonders erfreulich sei, dass sich immer mehr junge Menschen für Geschichte und kulturelle Tradition des Kemnather Landes interessierten, hielt der scheidende Vorsitzende Hans Rösch bei der Hauptversammlung im Foyer der Mehrzweckhalle fest. Dies spiegele sich nicht nur in einer allmählichen Verjüngung des Leitungskreises wieder, dem sich in den vergangenen zwei Jahren mit Kassier Philipp Wenzel, Vereinschronistin Katrin Zapf und Websiteredakteur Martin Pasieka drei neue Aktive hinzugesellt hätten. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Kemnather Schulen stimme zufrieden. So habe der HAK in den vergangenen Monaten drei geschichtsbezogene Projektarbeiten von Schülern der neunten Realschul-Jahrgangsstufe begleitet und unterstützt.

"Frisches Blut und neue Ideen" verdanke der HAK auch dem jungen Militärhistoriker und Waffenfachmann Sebastian Thiem und der Museumsfachkraft des Kreises Tirschenreuth Barbara Habel. Ab 6. April zeige das Heimatmuseum die zweite mit dem Ebnather Geschichtsstudenten Tobias Damberger gestaltete Ausstellung. Bunt wie stets fielen die Berichte aus den 13 Arbeitsgruppen aus: So erinnerte Hans Bäte (Vor- und Frühgeschichte) an seine Ausstellungen über steinzeitliche Werkzeuge, Ägypten im Altertum, antike Münzen und die früheren deutschen Kolonien.

Von dem auch nach 21 Jahren unvermindert großen Zustrom zum monatlichen Wirtshaussingen berichtete Monika Fink, von neu auflebendem Interesse an Stadtführungen Hans Rösch und vom vielbesuchten Feldlager der "Stadtwache" Volkmar Legath. Robert Schön verwies auf das Jahrbuch "Kemnather Heimatbote 2018", Rainer Sollfrank (Kunstgruppe) auf den druckfrischen Bildband "40 Jahre HAK", der über Geschichte und Arbeit des Vereins "mehr sagt als 1000 Worte" und für 19,79 Euro (der Preis spielt auf das HAK-Gründungsjahr an) unter anderem im Museum erhältlich ist.

Für seine Arbeitsgruppe "Altstraßen" wünschte sich Peter Wittmann "computeraffine" jüngere Mitstreiter zur Arbeit mit dem Geoinformationssystem (GIS). Umfangreich geriet Museumsleiter Anton Heindls Rückblick auf fünf Sonderausstellungen, einen Kinderferienprogramm-Nachmittag mit 40 Besuchern, das Drehorgelfestival und den Vortrag von Adrian Rossner über mittelalterliche Pestepidemien im Fichtelgebirge. An fünf Nachmittagen habe in der Musikautomatenausstellung "Musikeum" volles Haus geherrscht.

Um 62 Stücke gewachsen sei das Inventar von Heimatmuseum und Musikeum: "Darunter sind eine komplette Schusterwerkstatt aus Haidenaab, zwei Bilder der Künstlerin Christa von Schulenburg, eine böhmische Papierkrippe mit mehreren Hundert Figuren und ein Hupfeld-Pianola von 1908 - ein acht Zentner schwerer 'Mercedes unter den Selbstspielklavieren'." In der Geschichtszeitschrift "Die Oberpfalz" sei der erste Teil von Heindls Studie über das "Wirtschaftsleben der Ökonomie des Rittergutes Wolframshof" erschienen.

Info:

„Böses Spielzeug“

Kemnath. (bjp) Am Samstag, 6. April, um 19 Uhr eröffnet der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis im „Musikeum“, Trautenbergstraße 30, die Ausstellung des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums „Böses Spielzeug – Kriegsspielzeug von der Reichsgründung 1871 bis zum Zweiten Weltkrieg“. Thema ist die Verführung der Jugend im Deutschen Kaiserreich und in der NS-Diktatur mit Hilfe von Kriegsspielzeug. Die Ausstellungsobjekte veranschaulichen die perfide Indoktrination, die darauf abzielte, den Krieg, das Töten und den Aufbau von Schreckens- und Feindbildern zu verharmlosen und als Normalität ins Kinderzimmer zu projizieren. Ab 7. April kann die Ausstellung sonntags von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag des Monats zusätzlich von 10 bis 12 Uhr in der Fronveste, Trautenbergstraße 36, besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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