17.05.2020 - 10:39 Uhr
KemnathOberpfalz

Für Kemnather Schutzmasken aus Kenia

Mund- und Nasenschutz aus Kenia für Kemnath? Fast unglaublich, aber wahr. Angelika Steuer und Miriam Buchner konnten über 200 kostenlose Schutzmasken aus Bungoma in das Familienzentrum Mittendrin bringen.

Dank und Anerkennung sprach Bürgermeister Roman Schäffler (links) Angelika Steuer (vorne rechts), Jessika Wöhrl-Neuber (hinten rechts) und Miriam Buchner (Dritte von rechts) für die Aktionen „Brautkleider für Kenia“ und „Masken aus Kenia für Kemnath“ aus. Magdalena Dumler (hinten links) kümmerte sich um die Verteilung der Masken.
von Josef ZaglmannProfil

Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte. Das ist die Aktion "Brautkleider für Kenia", die das Team des Familienzentrums Mittendrin tatkräftig unterstützt hat. Ausgedienten Brautkleidern zu neuem Leben verhelfen und dabei Gutes tun, lautete die Devise. Über 200 Brautkleider aus den drei Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab und Bayreuth sind bisher im Familienzentrum abgegeben worden.

Gemeinnützige Kindernothilfe

Diese werden in Kenia umgearbeitet und dann an die Bräute verliehen. Für viele afrikanische Bräute ist es nämlich ein Traum, in Weiß zu heiraten. "Leider sind Brautkleider viel zu teuer und daher für sie unerschwinglich", bedauerte Angelika Steuer. Deshalb sammelt sie Brautkleider in Deutschland und bringt sie nach Kenia. Sie hat mit ihrem Ehemann Theophil die Kriegskindernothilfe gegründet, die als gemeinnützig anerkannt ist. Unter anderem hat diese Organisation eine Schneiderschule in Kenia aufgebaut, in der überwiegend traditionelle, afrikanische Kleidung gefertigt wird. "Hier werden auch die Brautkleider gereinigt, umgearbeitet, den Bräuten angepasst und dann verliehen", erzählte Angelika Steuer. Von dem Erlös können selbstgewebte Kleiderstoffe in Uganda gekauft werden. Nach der Hochzeit werden die Brautkleider wieder zurückgegeben und können von anderen Bräuten ausgeliehen werden.

Für Brautkleider revanchiert

Die Stadt Bungoma hat 45 000 Einwohner, liegt an der Grenze zu Uganda und direkt am Äquator. Dort lernen junge Frauen in einer Schule den Beruf der Schneiderin. So haben sie die Chance, mit ihrer Ausbildung ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Geld zu verdienen.

Als die Schneiderinnen erfuhren, dass derzeit Masken in der Region Kemnath Mangelware sind, entschlossen sie sich spontan, Abhilfe zu schaffen. So konnten sie sich für die schönen Brautkleider revanchieren und den Kemnathern mit Masken helfen, die Corona-Pandemie gesund zu überstehen. Sie lernten schnell, aus verschiedenen Stoffen Schutzmasken zu nähen. Die brachte Angelika Steuer zusammen mit Miriam Buchner nach Kemnath, damit sie ebenfalls am vergangenen Samstag bei der Feuerwehr mit ausgegeben werden konnten. Buchner ist Projektleiterin in der Schneiderschule und hat die Aktion "Masken für Kemnath" tatkräftig unterstützt.

Bürgermeister Roman Schäffler und seine Mitarbeiterin Magdalena Dumler staunten nicht schlecht, als sie in das Familienzentrum kamen und die rund 200 schönen Masken sahen. Schäffler bedankte sich herzlich bei Angelika Steuer und Familienzentrum-Leiterin Jessika Wöhrl-Neuber. Die betonte, dass die Brautkleider-Aktion noch nicht abgeschlossen ist. "Wer ein Kleid hergeben möchte, kann es bei den Öffnungszeiten im Mittendrin abgeben", gab sie bekannt.

Die Spender können Name und Adresse auf ein Blatt schreiben, dieses in eine Klarsichtfolie stecken und mit einer Sicherheitsnadel an das Brautkleid oder den Anzug heften. "Dann erhalten sie ein Foto, wie die kenianische Braut das Kleid trägt", sicherte Angelika Steuer zu.

Weitere Informationen über die Aktion Kriegskindernothilfe gibt es im Internet unter www.kknh.world. Das Familienzentrum Mittendrin ist unter Telefon 09642/70 33 800 und auch per E-Mail (team[at]mittendrin-kemnath[dot]de) erreichbar.

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