13.05.2019 - 11:34 Uhr
KemnathOberpfalz

Aktien statt Sparbuch

Deutsche Sparer werden in diesem Jahr 28 Milliarden Euro wegen Inflation und Niedrigzins verlieren. Einen Weg, diesen gegenzusteuern, sieht Portfoliomanager Norbert Faller eine Geldanlage in Aktienfonds.

Die Raiffeisenvorstände Robert Haubner, Thomas Keck (Erster und Zweiter von links), Joachim Geyer und Herbert Meier (von rechts) bedankten sich bei Fondsmanager Norbert Faller (Bildmitte) für seinen kompetenten Vortrag über einen globalen Aktienfonds.
von Josef ZaglmannProfil

"War es vor ein paar Jahren noch so, dass Anlagenzinssätze ein schon fast tägliches Diskussionsthema mit unseren Sparern war, hat sich mittlerweile eine gewisse Ernüchterung eingestellt" sagte Joachim Geyer vor zahlreichen Gästen in Foyer der Mehrzweckhalle. Der besondere Gruß des Vorstandssprechers der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest galt dem Referenten Nrobert Faller.

"Geld anlegen in Zeiten von Inflation und Niedrigzins", war sein Thema. Dabei zeigte der Fondsmanager des größten internationalen Aktienfonds von Union Investment seinen Zuhörern intelligente Lösungen in Zeiten schwankender Märkte auf. Faller ist seit 2002 im Portfoliomanagement Aktien tätig. Sein Verantwortungsbereich umfasst das Management eines Publikumsfonds und die Analyse des Basisindustriesektors. Dieser weltweit investierende Aktienfonds UniGlobal hat ein Volumen in Höhe von 7,6, Milliarden Euro.

Inflation höher als Zins

Gewürzt mit Anekdoten aus seiner täglichen Arbeit erläuterte Faller anschaulich, wie sich die Aktienmärkte entwickeln werden und was für einen klugen Vermögensaufbau zu beachten ist. "Die meisten Deutschen sparen, als gäbe es keine Inflation und keinen Niedrigzins", bedauerte der Redner. 2018 seien die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Gleichzeitig seien aber die Zinsen extrem niedrig geblieben. Weil die Inflation höher sei, als der Zins auf Erspartes, verliere das Sparvermögen an realer Kaufkraft. "Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und die Inflation kosten deutsche Sparer Unsummen."

Das Argument vieler Anleger, dass auf einem Sparbuch und Tagesgeldkonto das Geld sicher liege und man lieber abwartet, bis die Zinsen wieder steigen, sei sehr unrealistisch, meinte er. Je jünger die Deutschen, desto weniger passten sie ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsen an. Sie tendierten eher zum Sparbuch und zum Girokonto, weniger zur Aktie. Das Sparverhalten hänge aber auch weiter vom Geschlecht, vom Einkommen und von der Bildung ab. Männer favorisierten eher Aktien und -fonds für die langfristige Geldanlage, Frauen gäben eher Sparbuch und Girokonto den Vorzug. Beides komme auch eher in Betracht, je niedriger das Einkommen sei.

Nicht wie Großeltern sparen

"Junge Menschen sollten heutzutage nicht mehr so sparen wie ihre Großeltern", meinte Faller. Statt Sparbuch oder Festgeld mit minimalen Zinsen sollten Aktien erworben werden. "Monatlich einen bestimmten Betrag in eine Aktie investieren und diesen Aktienfonds laufen lassen", war sein Rat. Ansparpläne gebe es bereits ab 25 Euro monatlich. "Deshalb ist der Erwerb von Aktien für jedermann möglich." Nach dem Vortrag konnten sich die Besucher vom Fondsmanager oder Beratern der Raiffeisenbank Anlagetipps geben lassen.

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