19.10.2020 - 10:36 Uhr
KemnathOberpfalz

3700 neue Bäume für Kemnather Stadtwald

Die "Flötz" hätte es wegen des Borkenkäfers schlimmer treffen können. Doch der Schädling ist nicht das einzige Problem, das Stadtförster Klaus Ferber beim Kemnather Ausschuss für Bau, Umwelt, Energie, Liegenschaften und Forst ansprach.

Über die Trockenschäden durch den Borkenkäfer sowie waldbauliche Maßnahmen informierte umfassend Stadtförster Klaus Ferber (Vierter von rechts) die Ausschussmitglieder des Kemnather Stadtrates unter dem Vorsitz von Bürgermeister Roman Schäffler (Dritter von rechts). Forstdirektor Dirk Lüder (Dritter von links) begleitete das Gremium.
von Hubert BrendelProfil

Auf nachbarschaftlichem Terrain tagte der Ausschuss für Bau, Umwelt, Energie, Liegenschaften und Forst unter seinem Vorsitzenden Bürgermeister Roman Schäffler. In Form einer "rollenden Sitzung" informierte sich das Gremium über waldbauliche Maßnahmen in dem rund 400 Hektar großen Stadtwald im Waldgebiet "Flötz" in der Nähe des zur Gemeinde Immenreuth gehörenden Ortsteils Ahornberg.

Ausgangspunkt der "mobilen" Ausschusssitzung war der Parkplatz am Gasthaus Flötztal in Ahornberg. Von dort aus lotste Stadtförster Klaus Ferber den Konvoi in den Stadtwald. Vorbei am Eingangstor zur "Flötz" ging es in die verschiedenen Waldabschnitte. Beim ersten Halt informierte er über die Situation in den städtischen Waldgebieten, darunter auch im Gebiet Köglitz und Waldeck.

200 Festmeter Käferholz

Dort waren im Januar enorme Schäden durch Windbruch zu verzeichnen. Schwerpunkt der Erläuterungen des Stadtförsters waren die Trockenschäden durch den Borkenkäfer. "In der Flötz sind wir noch glimpflich davongekommen." Für ihn seien die rund 200 Festmeter an Käferholz im Stadtwald vertretbar. Dies auch deshalb, da er frühzeitig und schnell reagiert und mit einem Harvester die vom Borkenkäfer befallenen Bäume fällen und abtransportieren habe lassen. Im Landkreis Tirschenreuth sei die Holzabfuhr sehr zügig erfolgt.

Nicht die hohen Trockenschäden durch den Borkenkäfer allein seien ein Problem, meinte Ferber. Auch der niedrige Holzpreis mit etwa 15 Euro beim Käferholz pro Ster. Hinzu komme der nicht unerhebliche Holzimport durch die holzverarbeitende Industrie aus dem Nachbarland Tschechien.

Nicht übersehbar waren bei der Besichtigungstour nicht nur die Spuren, die der Harvester hinterlassen hat, sondern auch die aufgeschichteten Haufen an Käferspitzen, die noch gehäckselt werden. Das Häckselgut wird anschließend im Wald verteilt. Bei einem weiteren Zwischenstopp nahmen die Ausschussmitglieder eine etwa fünf Hektar große Kahlfläche als Ergebnis der wegen des Käferbefalls notwendigen Waldrodung in Augenschein. Dabei informierte der Stadtförster über den Umfang der bereits erfolgten Wiederaufforstungsmaßnahmen. So wurden in einem Waldabschnitt rund 3000 Bäume gepflanzt, davon allein 2800 Rotbuchen.

Buchen und Tannen

Für Forstdirektor Dirk Lüder, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forst (AELF) Tirschenreuth, dienstlich in der Außenstelle Kemnath tätig, ist der Stadtwald in der "Flötz" ein Bergmischwald mit Buchen und Tannen. Mit Blick auf die Käferkahlfläche sei demnächst, insbesondere durch die feuchte Herbstzeit, eine großangelegte Pflanzaktion geplant, erläuterte der Stadtförster. Vorgesehen sei dabei die Pflanzung von 700 Douglasien. Diese Art gilt als schnell wachsend.

Die Umgestaltung des Stadtwaldes ist schon länger ein Thema

Kemnath

Bei der Abschlussbesprechung an der Flötzhütte zollte Bürgermeister Roman Schäffler dem Stadtförster großes Lob und Anerkennung für die bestens organisierte Besichtigungstour sowie die ausführlichen und umfangreichen Informationen. Der Rathauschef sah hierin einen vorbildlichen Einsatz und ein enormes forstwirtschaftliches Engagement Klaus Ferbers.

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