13.10.2020 - 15:50 Uhr
KemnathOberpfalz

Weitere 14 Bauplätze in Kemnath

An der Berndorfer Straße entsteht neues Baugebiet - Grüne haben massive Bedenken

Heute noch Wiese, bald sollen dort an der Berndorfer Straße aber 14 Bauparzellen entstehen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Für Bauwillige in Kemnath gibt es einen kleinen Lichtblick: An der Berndorfer Straße soll ein Wohngebiet mit vorerst 14 Parzellen entstehen. Die absolute Offenheit der Bauformen fand aber nicht die komplette Zustimmung des Stadtrates.

Die Wohnungsnot in Kemnath ist groß: Viele wollen in der Kommune ihr Eigenheim errichten, die Nachfrage nach Bauplätzen ist deutlich größer als das Angebot, und neu ausgewiesene Baugebiete sind dementsprechend in kürzester Zeit "voll" - das Baugebiet "Lohäcker" bestätigt dies. In Angriff genommen wird nun ein weiteres Baugebiet an der Berndorfer Straße mit dem Namen "Kreuzwiese", situiert im Anschluss an die evangelische Kirche und gegenüber der künftigen neuen Realschule. "Es sind aber noch keine Reservierungen möglich", betonte Bürgermeister Roman Schäffler. Alle Bauinteressierten würden angeschrieben.

Im Schnitt 792 Quadratmeter

Diplom-Ingenieur Karlheinz Koch stellte dem Gremium am Montag die aktuellen Überlegungen vor. Das Areal verfügt über gut 13 000 Quadratmeter, abzüglich der Verkehrsflächen von gut 2000 Quadratmeter. Etwa 11 000 Quadratmeter bleiben als Baufläche. Vorgesehen sind 14 Bauparzellen mit Größen zwischen 586 und 1112 Quadratmetern. "Die durchschnittliche Grundstücksgröße beträgt 792 Quadratmeter", so Koch. Die Wohnhäuser dürfen maximal zwei Vollgeschosse aufweisen, die Nebengebäude maximal eines. Pro Haus sind maximal zwei Wohneinheiten möglich. Darüber hinaus ist praktisch alles frei - unter anderem Dachart, Ausrichtung und Positionierung innerhalb der Baugrenzen.

Die Ausführungen Kochs stießen bei der großen Mehrheit auf Wohlwollen. Die Mitglieder der Grünen-Fraktion machten allerdings auf Aspekte aufmerksam, die ihrer Ansicht nach mit Mängeln behaftet seien: Katharina Hage monierte, dass in den Planungen das öffentliche Grün fehle beziehungsweise man auch einen Kinderspielplatz einplanen sollte. Koch erläuterte, dass man sich hier nicht festlegen sollte im Bebauungsplan, da solche Flächen nicht gefordert seien. Vielmehr könnten die potenziell dafür gedachten Flächen "aufgehoben" werden, wenn sogenannte "Ausgleichsflächen" bei anderen Projekten der Stadt nötig werden.

"Architektonischer Wildwuchs"

Heidrun Schelzke-Deubzer plädierte, die Dachausrichtung vorzugeben, damit alle Häuser für mögliche PV- oder Solar-Anlagen gerüstet seien. Hier war vorherrschende Meinung im Gremium, dass die Gedankengänge von Bauherrn heutzutage eh in diese Richtung gehen und eine entsprechende Festschreibung deshalb nicht nötig sei. Stefan Zaus wollte sich nicht damit anfreunden, alle Dachformen zuzulassen. "Sonst bekommen wir einen architektonischen Wildwuchs", warnte Zaus und verwies auf Beispiele in der Eisersdorfer Au. Er war dafür, dem Baugebiet einen "Charakter" zu geben, was anhand der Freiheiten in alle Richtungen nicht möglich sei. "Und ich befürchte auch, dass es in dem Baugebiet keinen Baum geben wird, den man auch Baum nennen kann!"

Vor einem knappen Jahr legte der Stadtrat die Grundlage für neue Bauplätze

Kemnath

Altbürgermeister Werner Nickl (CSU) widersprach den Ausführungen Zaus': Man könne keinesfalls davon sprechen, dass es sich um einen Plan ohne Strukturvorgaben handele. "Außerdem sind wir mit den Freiheiten in unseren Baugebieten immer gut gefahren." Gegen die drei Stimmen der Grünen-Fraktion wurden die vorgestellten Planungen schließlich positiv beschieden.

Planer Karlheinz Koch stellte im Stadtrat seine Überlegungen vor.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.