07.05.2021 - 14:16 Uhr
Kemnath am BuchbergOberpfalz

Mit Johann Rackl verdienter Bürger von Kemnath am Buchberg verstorben

Johann Rackl aus Kemnath am Buchberg ist im Alter von 95 Jahren verstorben.
von Adele SchützProfil

Im Alter von 95 Jahren ist Johann Rackl aus Kemnath nach einem langen und erfüllten Leben, das geprägt war vom Einsatz für das Allgemeinwohl, verstorben. Wegen der Corona-Pandemie war es nur einem kleinen Kreis möglich, der Beisetzung beizuwohnen. Die von ihm gegründeten Nabburger Jagdhornbläser spielten das letzte Halali, für die Gruppe sprach Graf Beissel von Gymnich ehrende Worte. Das Requiem gestalteten drei Sängerinnen vom Kemnather Kirchenchor, für den dessen Leiterin Steffi Reichhart den Nachruf hielt.

Pfarrer Josef Irlbacher ließ im Requiem das erfüllte Leben von Johann Rackl Revue passieren. 1925 in Hainsberg bei Dietfurt geboren, besuchte er das Gymnasium in Österreich und dann in Eichstätt. Im Zweiten Weltkrieg wart beim Arbeitsdienst im Ruhrgebiet und dann als Pionier in Russland und Polen eingesetzt, ehe er in Gefangenschaft geriet. 1945 begann er eine Ausbildung zum Lehrer. 1952 lernte er seine Maria kennen, die er 1952 heiratete. Kurze Zeit später wies ihn der Staat eine Stelle als Lehrer in Pursruck zu, wohin die Familie mit den zunächst drei Kindern zog. 1959 wurde Rackl nach Kemnath am Buchberg versetzt, das für die Familie mit den inzwischen fünf Kindern zur neuen Heimat wurde. Nach alter Tradition übte Lehrer Rackl in der Kirche Organist und Chorleiter, war viele Jahre im Pfarrgemeinderat. 1992 verstarb seine Frau, 1989 ging er als Konrektor in Pension. An der Chronik von Pfarrei und Ortschaft arbeitete er mit. Die letzte Zeit verbrachte er im Pflegeheim.

Dem Kemnather Kirchenchor gehörte Johann Rackl über vier Jahrzehnte an und war auch dessen Organist. 2008 wurde er zum Ehren-Chorleiter ernannt. Hans Kumeth sagte im Namen der Stadt und etlicher Vereine in seiner Laudatio: „Johann Rackl hat sich viele außerordentliche Verdienste bei allen Vereinen, in der Pfarrei, in der Schule und in der Kommune erworben." Viele Vereine hätten ihn zum Ehrenmitglied ernannt und mit Verdienstorden ausgezeichnet. Laut Kumeth lag ihm das neue, von ihm mit geplante Schulhaus und das Gelände mit allen Einrichtungen sehr am Herzen. Besonders setzte er sich dafür ein, dass gleich neben der Schule an der Stelle, wo jetzt der Kindergarten steht, ein Freibad errichtet wurde. Dort übernahm er ehrenamtlich die Aufgabe eines Bademeisters. Rackl wirkte im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverein aktiv mit, war von 1968 bis 1972 dessen Vorsitzender im Altlandkreis Nabburg. Bis ins hohe Alter war er leidenschaftlicher Jäger, aber auch Ausbilder für Hunde. 1964 gründete er die Jagdhornbläser Nabburg, die er auch leitete. Im Namen des Bürgermeisters Marcus Eichenmüller würdigte Hans Kumeth die Verdienste von Johann Rackl um die Stadt Schnaittenbach. Anlässlich der Feier zur 50-jährigen Stadterhebung 2004 sei er mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet worden.

Hans Kumeth fasste die rege Vereinstätigkeit des Verstorbenen zusammen: 78 Jahre Mitglied der Feuerwehr; 63 Jahre CSU-Mitglied; 1962 Mitbegründer der Kriegerkameradschaft Kemnath, wofür ihm 2007 das große Verdienstkreuz in Gold am Bande des Bayerischen Soldatenbundes verliehen wurde; fast 60 Jahre Mitglied des SV Kemnath, der ihn zum Ehrenmitglied ernannt hat; seit 1980 Mitglied beim Siedlerbund; seit 1985 Mitglied der Buchbergschützen; für seine Tätigkeit als Ausschussmitglied ehrte ihn der Oberpfälzer Schützenbund 1993 mit der goldenen Verdienstnadel.

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