11.01.2021 - 13:47 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Erzieherinnen des Kinderhauses Pusteblume: "Vieles hat sich verändert"

Beschäftigte der (fast) ersten Stunde blicken auf Geschichte des Kastler Kinderhauses Pusteblume. Und erinnern sich an so manche Anekdote.

Bürgermeister Hans Walter mit (von links) Kinderhausleiterin Ulrike Hederer, Edeltraud Haberkorn und stellvertretende Leiterin Cindy Lautner tauschen Erinnerungen aus.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Corona hat die Jubiläumsfeier verhindert: Die Tage rund um Weihnachten nutzte das Team des Kinderhauses Kastl, um mit Bürgermeister Hans Walter zurückzublicken und ein kurzes Resümee zu ziehen, wie sich die Einrichtung im Laufe der Zeit verändert hat.

Fast seit den Anfangsjahren tätig sind Leiterin Ulrike Hederer und Kinderpflegerin Edeltraud Haberkorn im Kinderhaus. Beide erinnern sich an vergangene Zeiten, als es in der Einrichtung jeweils nur eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe gab. „So wie sich die Gruppeneinteilung seitdem deutlich verändert hat, so hat sich auch vieles andere verändert“, betonen beide.

Heute betreuen 14 Beschäftigte eine Krippen-, drei Kindergarten- und zwei Schulkindgruppen mit insgesamt rund 120 Kindern. Zudem sind zwei Busfahrerinnen und vier Reinigungskräfte für die Einrichtung tätig. So kann Edeltraud Haberkorn, die seit 1976 im Kinderhaus tätig ist, auf rund 50 Kolleginnen verweisen, mit denen sie schon zusammengearbeitet hat.

Bemerkenswerter ist die Anzahl der Buben und Mädchen, die Haberkorn in dieser Zeit im Kinderhaus betreut hat. „Ich habe mir kürzlich die Arbeit gemacht und anhand der ganzen Jahrgangsbilder die Kinder gezählt und bin auf weit über 2100 Kinder gekommen, die ich in den ganzen Jahren hier um mich hatte“, erzählt die Kinderpflegerin.

Inzwischen betreuen sie und Ulrike Hederer schon wieder den Nachwuchs der Kinder, die sie in früheren Jahren schon in der Gruppe unter ihren Fittichen hatten. „Da merkt man halt langsam, dass man auch alt wird“, sagt Edeltraud Haberkorn und stellt zugleich fest, dass es manchmal schon verblüffend sei, wie ähnlich die Kinder ihren Eltern sehen und auch vom Verhalten annähernd gleich sind.

"Ich habe mir kürzlich die Arbeit gemacht und anhand der ganzen Jahrgangsbilder die Kinder gezählt und bin auf weit über 2100 Kinder gekommen, die ich in den ganzen Jahren hier um mich hatte."

Edeltraud Haberkorn

Mit dem Grundsatz „Helfe dem Kind, es selbst zu tun“ konnten sie und Ulrike Hederer sowie ihre Kolleginnen in dieser Zeit vielen Kindern den Start ins Leben vereinfachen. So blicken beide Frauen mit Stolz auf die Entwicklung vieler ihrer einstigen Schützlinge, die heute unter anderem als Ärzte, Geistliche, Ingenieure, Krankenschwestern, Lehrerinnen und Lehrer, Bauunternehmer, Erzieherinnen, Beamte und vieles mehr tätig sind.

Immer wieder gebe es Momente, wenn Eltern zum ersten Mal ihre Kinder in die Einrichtung bringen und von ihren Erlebnissen im Kindergarten erzählen. Viele wissen noch ganz genau, wo sie ihren Platz an der Garderobe hatten und welches Bildchen bei ihnen dort angebracht war. „Ebenso können sie sich noch an so manchen Auftritt beim Sommerfest oder an so manche Strafe erinnern“, verraten die beiden Mitarbeiterinnen.

Bestens in Erinnerung geblieben sind ihnen die ersten Jahre, als sie noch mit Adolf Pinzer sen. mit dem Kindergartenbus die Kinder der umliegenden Dörfer holten und zurückbrachten. „Mit einem alten Ford waren wir damals unterwegs, wo man im Innenraum auch schon mal die Luft schneiden konnte, wenn Adolf Pinzer während der Fahrt seine Zigarrenstumpen geraucht hat“, erinnert sich Haberkorn, die damals als junge Frau immer mit an Bord war. In einem besonders verschneiten Winter ging es auch schon einmal in den Graben. „Dann musste ich aussteigen und anschieben in der Hoffnung, dass wir den Bus wieder auf die Straße bekamen“, erzählt sie.

Vor 45 Jahren wurde das Kinderhaus Pusteblume gestartet

Kastl bei Kemnath

Mit einem Augenzwinkern stellen beide ebenfalls fest, dass auch ihr neuer Chef, Bürgermeister Hans Walter, einst bei ihnen in den Gruppen untergebracht war. „Die ersten Tage war das für uns schon neu, da wir ihn ja schon von klein auf kennen, wo er ruhig, brav und willig gewesen ist.“

Seit Walters Amtsantritt habe es auch in der Einrichtungen bereits Veränderungen gegeben: So wurde weiteres, dringend benötigtes Personal eingestellt, eine zweite Schulkindbetreuungsgruppe ins Leben gerufen, fast die gesamte EDV-Ausstattung erneuert und seit kurzen eine Kita-App angeschafft, um schneller und einfacher mit den Eltern kommunizieren zu können. „Zudem mussten die Auswirkungen der Pandemie stets zeitnah geregelt und umgesetzt werden“, sagt der Bürgermeister. Er erinnert sich gerne an seine Zeit im Kindergarten und dankte der Einrichtungsleitung und den zahlreichen Kolleginnen für ihre Tätigkeiten in all den Jahren. Dadurch könne man in Kastl eine sehr hochwertige Betreuung der Kinder gewährleisten. Kommune und Einrichtung würden in der Region einen sehr guten Ruf genießen. Zugleich freue er sich über die angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Kolleginnen sowie dem Elternbeirat und die gute Atmosphäre in der Einrichtung.

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