Familie, Freunde und vier Vereine trauern um Mesner Ludwig Kastner

Familie, Freunde, vier Vereine und eine große Trauergemeinde nahmen in Kaltenbrunn Abschied von Ludwig Kastner, der sich auf vielfache Weise in den Dienst des Gemeinwohls gestellt hat.

Ein tragischer Verkehrsunfall riss Ludwig Kastner aus dem Leben.
von Siegfried BockProfil

Am vergangenen Montagfrüh war der 76-jährige Bundesbahnobersekretär a.D. Ludwig Kastner durch einen tragischen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen worden.

„In tiefer Betroffenheit und Trauer haben wir uns versammelt. Alles, was uns in diesem Moment bewegt, darf Platz haben in diesem Gottesdienst, denn Christus kennt Schmerz und Leid“, sagte Pfarrer Varghese Puthenchira, der mit Geistlichem Rat Heribert Englhard konzelebrierte.

Puthenchira zeichnete den Lebensweg eines Mannes nach, der schon früh Verluste erleiden musste. Sein Bruder Alfons wurde im Alter von fünf Jahren vom Milchauto erdrückt, und sein Bruder Herbert starb mit 13 an Leukämie.

Nach dreijähriger Ausbildung zum Betriebsschlosser bei Carini in Grafenwöhr und zwei Jahren Zeitsoldat wechselte Kastner zur Deutschen Bahn ins Ausbesserungswerk Weiden. Nach der Aufstiegsprüfung waren seine Dienstorte die Bahnhöfe Parksteinhütten, Grafenwöhr und Vilseck. Aus der 1967 geschlossenen Ehe mit Erika Pfannenstiel gingen Herbert und Daniela hervor. Kastner erfreute sich an den Enkelkindern Julia und Moritz.

Von 1994 bis 2015 hat er auch das Amt des Mesners stets gewissenhaft und zuverlässig ausgeübt. „Die Pfarrkirche war für ihn ein Stück Heimat. Täglich war er dort anzutreffen.“ Für diesen 21 Jahre langen Dienst sagte Puthenchira im Namen der Kirchenverwaltung und der Pfarrei „Vergelt's Gott!“ Kastner brachte seine Freunde am Stammtisch oft zum Lachen. Wegen seiner zunehmenden gesundheitlichen Probleme machte er kein Aufhebens.

Die Feuerwehr trug ihr, wie Vorsitzender Thomas Gmeiner sagte, seit über 50 Jahren treuen, ehemaligen Aktiven zu Grabe. „Er war ein Siedler mit Leib und Seele“, betonte deren Chef Erwin Schönl. Kastner übte in seiner 50-jährigen Zugehörigkeit zehn Jahre das Amt Kassiers aus und stellte sich dann 18 Jahre als Vorsitzender zur Verfügung. Dabei hat er die Blumenschmuck-Wettbewerbe, die Arbeiten am Spielplatz für Anpflanzungen und die weitere Ausstattung mit Spielgeräten angestoßen.

Für seine großen Verdienste um die SG wurde er 2008 zum Ehrenmitglied ernannt. Kastners Engagement als Jugendleiter, dritter und erster Schützenmeister sowie seine sportlichen Erfolge für die Hubertus-Schützen würdigte Klaus Ludwig. Auf den „Lugg“ konnte man sich immer verlassen während seiner 40-jährigen Mitarbeit im Führungsgremium des CSU-Ortsverbands, davon 27 Jahre als Schriftführer, unterstrich Thomas Schönberger.

FC-Chef Andreas Malzer hob den Humor und die offene Art des ehemaligen Spielers und Jugendbetreuers hervor. Sechs Jahre fungierte der Träger der Bürgermedaille auch als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft und Initiator der Marktfeste. Die Stadtkapelle Grafenwöhr begleitete die Zeremonie.

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