10.11.2020 - 16:22 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Landratsamt Tirschenreuth bremst nur Antrag aus

Das Straßenbauamt am Landratsamt Tirschenreuth lehnt weiterhin eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Staatsstraße 2177 im Abschnitt vom Ortsausgang Immenreuth bis Haid am Forst ab. Der Wunsch danach ist schon Jahrzehnte alt.

Eng auf der Staatsstraße wird es beim Begegnungsverkehr von Schwertransporten – und der wächst ständig. Fußgängern bleibt nur noch, in den Straßengraben auszuweichen.
von Bernhard KreuzerProfil

In der Bürgerversammlung im November vergangenen Jahres ist einmal mehr eine Temporeduzierung auf der Strecke von Immenreuth nach Haid am Forst beantragt worden. Wunsch war es auch, den einst auf diesem Streckenabschnitt geplanten Rad- und Gehweg zumindest als Gehweg bis zur Abzweigung nach Haidenaab und Göppmannsbühl wieder zu beleben. Eine abschlägige Antwort des Straßenbauamtes ging nun bei der Gemeinde ein.

Erinnert sei hier auch im Rückblick an den NT-Bericht vom 16. Dezember 1994. Dort ist zu lesen: "Einen erneuten Vorstoß will die Gemeinde zur beantragten Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Staatsstraße 2177 machen. Hermann Vogtherr bat in der Bürgerversammlung, den Abschnitt von Haid am Forst bis zur Ortschaft Immenreuth mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung zu versehen. Bürgermeister Emil Brunner führte dazu aus, ein derartiger Versuch sei nach dem Ausbau der Straße 1985 schon einmal beim Straßenbauamt auf taube Ohren gestoßen. Lediglich ein Überholverbot bei der Einmündung der Panoramastraße konnte erreicht werden. Brunner bezeichnete den Abschnitt als unfallträchtig und problematisch für Fußgänger." Weitere Versuche für eine Verkehrsberuhigung erzielten nicht den gewünschten Erfolg.

190 Meter fehlen

Beim damaligen Ausbau der Staatsstraße war ein Geh- und Radweg von der Erikastraße am Ortsausgang bis nach Haid am Forst vorgesehen. Für einen Teil der Trasse erwarb das Straßenbauamt die erforderlichen Grundstücke. Ein wesentliches Ziel war es unter anderem, den Patienten der außerhalb der Ortschaft in der Rosenstraße liegenden Arztpraxis Kohlschmidt einen sicheren Fußweg zu gewährleisten. Die Gemeinde hätte nur noch die fehlenden Grundstücksflächen bereitstellen müssen. Weitere Kosten hätte sie nicht tragen müssen. Ihre Bemühung waren vergeblich. Grund war, dass eine fehlende Grundstückfläche von einem damaligen Gemeinderat nicht erworben werden konnte. Eine Lücke von 190 Metern blieb.

Keine Gefahrenlage

Das Landratsamt Tirschenreuth begründet die Zurückweisung des erneuten Antrags, dass Beschränkungen und Verbote für den fließenden Verkehr erlassen werden dürfen, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht. "Der Straßenverlauf ist übersichtlich, die Sichtweiten an Einmündungen sind ausreichend vorhanden. Insbesondere ist das Unfallgeschehen im genannten Streckenabschnitt unauffällig", betont das dortige Straßenbauamt.

Ein weiteres Kriterium für die beantragte Geschwindigkeitsbegrenzung waren die zahlreichen Wildunfälle. Dazu stellte die Behörde fest, dass im Zeitraum vom1. Januar 2015 bis 20. Februar diesen Jahres nur vier Wildunfälle aktenkundig geworden sind. Demgegenüber zählte der Jagdpächter in diesem Zeitraum 12 tot aufgefundene Rehe und 4 Füchse. Nicht mit eingerechnet ist das angefahrene und an einem anderen Ort verendete Wild.

Ein Grund für die gerade in den zurückliegenden Jahren angestiegenen Wildunfälle ist auf einen enorm zugenommenen Schwerlastverkehr auf der St 2177 nach Einführung der Mautpflicht auf der zur Autobahn A 9 führenden Bundesstraße 22 zu sehen. Der Verweis des Landratsamtes auf die vom Jagdpächter angebrachten Wildabweiser erzielen nach dessen Auskunft nur bei Dunkelheit ihre Wirkung, nicht aber in der Dämmerung und am Tag.

Ortsschild bleibt

Auf keinen fruchtbaren Boden fiel gleichfalls der alternative Vorschlag, zumindest das Ortsschild rund 400 Meter weiter nach außen über die Abzweigung nach Haidenaab und Göppmannsbühl zu verlegen. Mit diesem Schritt wäre es möglich, den Gehsteig als innerörtliche Anlage ohne Grünstreifen von der Einmündung Erikaweg bis zum "Blumenviertel" verlängern. Nach Feststellung des Landratsamtes fehlt es hier jedoch an einer geschlossenen Bebauung.

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