12.03.2021 - 17:48 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Keine Photovoltaikanlage bei Ahornberg

Prinzipiell hat der Immenreuther Gemeinderat nichts gegen Photovoltaikanlagen. Nur sollten sie nicht am westlichen Ortsrand von Ahornberg geplant werden.

In unmittelbarer Nähe der ersten Häuser würde die geplante Photovoltaikanlage bei Ahornberg stehen. Den Geräuschemissionen aus der Anlage will der Gemeinderat die Anlieger nicht aussetzen. Das Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der rund 2,3 Hektar großen Ackerfläche, auf der sie gebaut werden sollte.
von Bernhard KreuzerProfil

Seinen ablehnenden Grundsatzbeschluss zur Bauvoranfrage für die geplante Errichtung einer Photovoltaikanlage am westlichen Ortsrand von Ahornberg machte sich der Gemeinderat am Donnerstag nicht leicht. "Im Vorfeld war es klar, dass es ein heißes Thema werden kann", sagte dazu einführend Zweiter Bürgermeister Josef Hecht. Er vertritt zurzeit das verletzte Gemeindeoberhaupt Thomas Kaufmann, dem er zu Sitzungsbeginn eine schnelle Genesung wünschte.

Bebauungsplan erforderlich

In nichtöffentlicher Sitzung sei der Antrag vorbehandelt worden, wie Josef Hecht eingangs ausführte. Die Gemeinde habe den Antrag von einem Fachanwalt in Bayreuth vorprüfen lassen, mit dem generellen Ergebnis, dass für die Photovoltaikanlage ein Bebauungsplan erforderlich sei. Diesen auf den Weg zu bringen, lehnte der Gemeinderat einstimmig ab.

Das Für und Wider gegen den angestrebten Bau der Photovoltaikanlage auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von rund 2,2 Hektar im Grenzbereich des Naturparks Fichtelgebirge fasste das Anwaltsbüro in umfangreichen Auflistungen zusammen. Josef Hecht kam zu dem Ergebnis: "Die Gründe für eine Ablehnung können gerechtfertigt sein."

CSU-Fraktionssprecher Bernhard Söllner erinnerte daran, dass die Gemeinde zur Stärkung und Vermehrung alternativer Energieformen beigetragen habe. Als Beispiele führte der die Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und an der Bahnlinie bei der Vollmerbrücke sowie die Nahwärmeversorgung in Plößberg an. Söllner betonte die Notwendigkeit des Klimaschutzes durch alternative Energiegewinnung. Gleichzeitig schränkte er ein, dass dies nicht überall sinnvoll und angebracht sei. Zu der vorliegenden Bauvoranfrage stellte er fest, dass die Anlage auf einer exponierten Lage, angrenzend an eine Wohnbebauung errichtet werden solle. Söllner sah darin die Herausnahme einer landwirtschaftlichen Fläche für lange Zeit und eine Veränderung des Landschaftsbildes. Der Fraktionssprecher regte ein Gesamtkonzept für PV-Anlagen - einen "PV-Fächennutzungsplan" - zu erstellen. Vorrangig entlang von Bahnlinien und Fernstraßen oder auf Gebäuden könnten sie errichtet werden.

Sensibler Bereich

Gerade gute landwirtschaftliche Flächen sollten nicht für PV-Anlagen genutzt werden, betonte Adrian Scheitler, Sprecher der IWG. Er machte auf die Blendwirkung für Verkehr und Wohngebiete sowie die Einschränkung für das Wild aufmerksam. In sensiblen Bereichen sollten derartige Anlagen generell ausgeschlossen werden, forderte für die Freien Wähler deren Sprecher Eberhard Besold. Die Nähe zum Ortsrand von nur 20 Metern bis zur ersten Bebauung, die zu erwartende Geräuschemission auf das Wohngebiet in unmittelbarer Nähe und der Verlust landwirtschaftlicher Fläche stellten für ihn Ablehnungsgründe dar.

Den Ausführungen der drei Fraktionen schlossen sich die beiden Vertreter der SPD an. Für Gerhard Tretter war es wichtig, anwaltschaftliche Hilfe beizuziehen. Eine Zustimmung würde nach seinen Worten eine Anspruchsgrundlage für andere Anlagen schaffen.

Mitte Februar hatte das Gremium noch Beratungsbedarf in Sachen Freiflächen-Photovoltaikanlagen

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In unmittelbarer Nähe der geplanten PV-Anlage sind die ersten Häuser. Den Geräuschemissionen aus der Anlage will der Gemeinderat die Anlieger nicht aussetzen. Unser Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der rund 2,3 Hektar großen Ackerfläche auf der die PV-Anlage gebaut werden soll.
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