16.03.2021 - 12:23 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Gemeinde Immenreuth mit Rekordetat gegen Investitionsstau

Einen Rekordhaushalt hat der Gemeinderat Immenreuth verabschiedet. Die Gesamtausgaben von 8 753 200 Euro spiegeln gleichzeitig den Investitionsstau zurückliegender Jahre wider.

Die Verwaltung muss nur einen kurzen Weg zurücklegen, wenn sie aus ihren Containern auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle in das neue Rathausgebäude (links) umzieht. Das Sparkassenzeichen verweist noch auf den früheren Eigentümer.
von Bernhard KreuzerProfil

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht umriss eingangs der Vorstellung des Haushalts 2021 kurz die wesentlichen Punkte. Darin enthalten die unverändert gebliebenen, über dem Landesdurchschnitt liegenden Realsteuersätze für die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer. Verpflichtungsermächtigungen werden nicht erforderlich. Hecht sprach die sinkende Einwohnerzahl um 45 Bürger von 1903 auf nunmehr 1858 an. Ein weiteres Kriterium sind die rückläufigen Personalkosten von 9,4 Prozent durch eine weggefallene Personalstelle.

238 Euro mehr "Miese" pro Kopf

Gegenüber dem Vorjahr klettert die Pro-Kopf-Verschuldung von 1571 auf 1809 bei einem erwarteten Schuldenstand von 3 362 000 Euro zum Ende des Jahres. Ausschlaggebend dafür sind laut Hecht die bereits begonnenen und bevorstehenden Maßnahmen ausschließlich im Rahmen der Pflichtaufgaben der Gemeinde. Investitionen in Höhe von 4 625 000 Euro sind demnach in diesem Jahr vorgesehen: Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Plößberg nach Günzlas (2 500 000 Euro), Umbau Sparkassengebäude inklusive Containermiete für die Verwaltung (400 000 Euro), Neubau Feuerwehrgerätehaus Immenreuth und Quellensanierungen (jeweils 250 000 Euro), Beteiligung Erneuerung Kläranlage Kemnath (170 000 Euro), Erschließung Goldammerweg (145 000 Euro), Feuerwehrgeräte (68 000 Euro), Skilift (35 000 Euro), Friedhof (25 000 Euro) und Kindergarten (35 000 Euro).

Weiter sind veranschlagt für Breitband Rathaus 26 000 Euro, Feuerwehrgerätehaus Plößberg 20 000 Euro, Tilgung Naturerlebnisbad 60 400 Euro, ordentliche Tilgung 173 300 Euro und restliche Ausgaben von 371 900 Euro.

Nach den Ausführungen von Kämmerer Michael Röger, dem Josef Hecht großen Dank aussprach, ermöglichen hohe Zuschüsse und die Stabilisierungshilfe die umfangreichen Ausgaben im Vermögenshaushalt. Dieser steigt gegenüber dem Vorjahr um 966 200 Euro. Auf der Einnahmenseite verzeichnete hier Kämmerer Röger: Förderung Breitband 63 000 Euro, Zuführung vom Verwaltungshaushalt 181 400 Euro, Investitionspauschale 126 500 Euro, Fördermittel Straßenbau 1 700 000 Euro, Erschließungsbeiträge 125 000 Euro, Verkauf von Grundstücken 161 800 Euro, Stabilisierungshilfe 1 500 000 Euro, Kreditaufnahme 545 500 Euro (wird über Verbrauchsgebühren von den Bürgern wieder erhoben) und restliche Einnahmen 221 800 Euro.

Personalkosten sinken

Eine Erhöhung von 97 100 Euro errechnete der Kämmerer für den Verwaltungshaushalt. Er liegt trotz der auf 857 400 Euro sinkenden Personalaufwendungen bei 4 128 200 Euro. Der Personalkostenanteil nimmt 20,76 Prozent des Verwaltungshaushalts in Anspruch und bewegt sich unter dem Durchschnitt bayerischer Kommunen von 25 Prozent.

Der Verwaltungsetat sieht zudem vor: Straßenunterhalt 40 000 Euro, Kläranlage Kemnath 73 000 Euro, Defizitanteil Naturerlebnisbad 88 000 Euro, Schulverbandsumlage 92 000 Euro, Gewerbesteuerumlage 9700 Euro, Zuführung zum Vermögenshaushalt 181 400 Euro, Betriebskostenförderung Kindergarten 563 000 Euro, Schülerbeförderung 55 000 Euro, Kreisumlage 932 000 Euro, Zinsausgaben 38 700 Euro und restliche Ausgaben von 1 197 900 Euro. Kaum Einfluss habe der Skilift durch die entfallene Skisaison, meinte Josef Hecht.

Einheitliche Linie bei Nein für Bauvorhaben

Immenreuth

Bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind unter anderem verbucht: Grundsteuer A 24 900 Euro, Grundsteuer B 176 800 Euro, Gewerbesteuer 385 000 Euro, Umsatzsteuerbeteiligung 107 800 Euro, Einkommensteuerbeteiligung 1 038 800 Euro, Hundesteuer 6000 Euro, Schlüsselzuweisungen 736 000 Euro, Finanzausgleichsmittel 34 200 Euro, Einkommensteuerersatzleistungen 77 400 Euro und Grunderwerbsteueraufkommen 6000 Euro. Der Haushaltsplan berücksichtigt dabei eine weitere Steigerung bei der Kreisumlage um 0,5 Prozentpunkte. Das Zahlenwerk sowie die Haushaltssatzung mit Stellenplan nahm das Gremium einstimmig an.

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