28.09.2021 - 13:52 Uhr
IllschwangOberpfalz

Stoppelfeld brennt: Spezialisten zeigen professionelle Bekämpfung

Brennendes Stoppelfeld bei Illschwang. So könnte ein Alarm an die Leitstelle in Amberg lauten. Doch dies war kein Ernstfall, sondern der Ausgangspunkt für einen Lehrgang mit den internationalen Katastrophenschützern von "@fire".

Einsatzkräfte der Feuerwehr Illschwang sorgen mit Spezialwerkzeug für eine Einengung des Brandherdes auf dem Stoppelfeld bei Illschwang.
von Norbert WeisProfil

Mit dem Klimawandel verzeichnen Forscher auch eine Zunahme von Wald- oder großflächigen Vegetationsbränden. Darunter fällt auch der Brand von Stoppelfeldern. Um sich auf so einen Ernstfall vorzubereiten, organisierten die beiden Kommandanten der Feuerwehr Illschwang, Thorsten Jobst und Stefan Dürgner, einen Lehrgang zur Brandbekämpfung auf einem abgeernteten Feld mit den Spezialisten von "@fire".

Er bestand aus einem theoretischen Teil im Unterrichtsraum der Stützpunktfeuerwehr und am Nachmittag aus einem intensiven Praxisteil mit Stationen am angenommenen Brandort. Das Stoppelfeld zwischen Pesensricht und Woffenricht mit dort befindlichen Stroh-Rundballen konnte durch Unterstützung von Bürgermeister Dieter Dehling für diesen Lehrgang genutzt werden. Bei "@fire" handelt es sich um Spezialisten im Bereich der Flächen- und Vegetationsbrände im deutschsprachigen Raum. Ihre Mitglieder verfügen über langjährige Einsatzerfahrungen im In- und Ausland. Die ehrenamtlichen Mitglieder kommen aus den Bereichen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst und Forstwirtschaft. "@fire" bietet auf die jeweiligen Bedürfnisse und das jeweilige Einsatzgebiet abgestimmt, solche Schulungen an. Jobst zeigte sich sehr erfreut, dass der Termin nun in Illschwang zustande kam.

Jährliche Flächenbrände

Im ersten Teil ging es rund drei Stunden lang um die Grundlagen. Sie wurden weitgehend vom Leiter des Teams, Thorsten Sprenger, vermittelt. Flächenbrände, so Sprenger, forderten die Feuerwehren jährlich. Es müsse bezüglich der Taktik, wie man solchen Bränden zu Leibe rücke, umgedacht werden. „Die Beachtung dynamischer Winde und die Vegetationsbeschaffenheit spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Genauso wie bei Gebäudebränden geht es hier um die schnellstmögliche Eingrenzung des Feuers. Ein frontaler Angriff auf das Feuer ist eine aggressive Strategie, die mit einem hohen Risiko für die eingesetzten Wehrmänner verbunden ist“, so der Fachmann.

Wichtige Rollen spielten bei Vegetationsbränden die Bereitstellung von genügend Löschwasser, das Überblicken der Schadenslage sowie das Bewältigen des Geländes. Sicherheit der Aktiven ist nach den Worten Sprengers stets oberstes Gebot. Im Theorieteil ging es auch noch um Sicherheitsregeln, die Schutzausrüstung, Handwerkzeuge und das Schlauchmanagement.

Spezielles Werkzeug

Am Nachmittag folgte an verschiedenen Stationen die Praxis. Besonders geübt wurde auf dem abgeernteten Getreidefeld die Wasserabgabe während der Fahrt des Löschfahrzeugs, die Bekämpfung des Feuers mit speziellen Handwerkzeugen und die Verlegung einer Wasserleitung mittels D-Schläuchen. Bei den verschiedenen Aufgaben sollte das Erlernte eigenständig umgesetzt werden, wobei sich die Ausbilder im Hintergrund hielten. Insgesamt resümierten alle Beteiligten einen sehr gelungenen Ausbildungstag, der den Einsatzkräften viel Interessantes im Bereich der Bekämpfung von Vegetationsbränden vermittelte.

Die Kommandanten dankten den Aktiven, die dafür einen Sonntag opferten, um im Ernstfall bei Vegetationsbränden die richtigen Maßnahmen treffen zu können. Die Kosten für die Ausbildung und die Verpflegung übernimmt die Gemeinde Illschwang. Ein weiterer Dank Jobsts galt dem Team von "@fire", das sein Wissen vermittelt hatte. Beim Lehrgang mit dabei war auch die Fachgruppe „Drohne“, die gegenwärtig bei der Wehr Kümmersbruck stationiert ist. Sie kann bei einem Brand gezielte Unterstützung von oben leisten.

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Deutschland & Welt
Hintergrund:

"@fire"-Team

  • "@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V." ist eine Hilfsorganisation, die weltweit schnelle Nothilfe nach Naturkatastrophen leistet.
  • Über 200 Helfer sind in der Waldbrandbekämpfung sowie dem Suchen und Retten von Verschütteten nach Erdbeben speziell ausgebildet.

„Ein frontaler Angriff auf das Feuer ist eine aggressive Strategie, die mit einem hohen Risiko für die eingesetzten Wehrmänner verbunden ist.“

Thorsten Sprenger, "@fire"-Ausbilder

 

 

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